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Arbeitslosigkeit trotz des Winterwetters gesunken

Arbeitslosigkeit trotz des Winterwetters gesunken

Kreis St. Wendel. Trotz winterlicher Witterung in den letzten Wochen ist die Arbeitslosigkeit im Dezember im Kreis St. Wendel leicht gesunken. 2040 Personen waren bei der Arbeitsagentur arbeitslos gemeldet, 60 weniger als im November und 280 oder 12,2 Prozent weniger als vor einem Jahr

Kreis St. Wendel. Trotz winterlicher Witterung in den letzten Wochen ist die Arbeitslosigkeit im Dezember im Kreis St. Wendel leicht gesunken. 2040 Personen waren bei der Arbeitsagentur arbeitslos gemeldet, 60 weniger als im November und 280 oder 12,2 Prozent weniger als vor einem Jahr. Daraus errechnete sich eine Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent, die deutlich unter der Saarlandquote von 7,1 Prozent liegt und die niedrigste in allen Landkreisen ist.Die Unterbeschäftigung ist in den vergangenen zwölf Monaten um 380 auf 2700 gesunken (minus 12,4 Prozent). Zur Unterbeschäftigung zählen neben den registrierten Arbeitslosen auch die Teilnehmer an bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und die Nutzer von vorruhestandsähnlichen Regelungen.

"Die Wirtschaftskrise hat sich im abgelaufenen Jahr im Kreis St. Wendel im Hinblick auf den Arbeitsmarkt nicht in der Form ausgewirkt, wie zunächst befürchtet wurde", zieht Susanne Haben, Leiterin der Arbeitsagentur Neunkirchen, Bilanz. "Der Arbeitsmarkt zeigte sich verhältnismäßig robust. Dies ist auch auf eine Vielzahl an stabilisierenden Maßnahmen zurückzuführen, vor allem die rege Nutzung von Kurzarbeit, die sich im Jahresverlauf deutlich verringert hat. Die Nachfrage der Betriebe nach Arbeitskräften hat um 18 Prozent zugelegt - darauf hatte am Jahresanfang kaum jemand zu hoffen gewagt", so Haben.

"Wir werden vor eine große Herausforderung gestellt, über die seit geraumer Zeit geredet wird: Der demographische Wandel wird den Arbeitsmarkt innerhalb weniger Jahre einschneidend verändern. Das Erwerbspersonenpotenzial wird sich allen Einschätzungen zufolge in den kommenden Jahren weiter rückläufig gestalten. Im Saarland scheiden bereits mehr Menschen aus dem Erwerbsleben als Schulabgänger nachrücken. Und wo bisher händeringend nach freien Arbeitsstellen gesucht wurde, wird künftig ein schmerzlicher Mangel an gut qualifizierten Fachkräften herrschen. Die Zeiten, in denen selbst gute Schüler Probleme hatten, eine Lehrstelle zu finden, gehören der Vergangenheit an. Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger werden, die angebotenen Ausbildungsplätze zu besetzen. 2011 gilt es daher für alle Partner am Arbeitsmarkt, Strategien zu entwickeln, um qualifizierten Nachwuchs und Fachkräfte zu gewinnen und zu halten", betont Haben.

Rückläufige Zahlen

Im Dezember meldeten sich 180 Personen arbeitslos und 140 Frauen und Männer konnten die Arbeitslosigkeit wieder beenden. Frauen sind derzeit von Arbeitslosigkeit weniger stark betroffen als Männer. Mit 970 arbeitslos gemeldeten Frauen im Kreis St. Wendel beträgt ihr Anteil an allen Arbeitslosen 47,5 Prozent.

Die Zahl der Jugendlichen unter 25 Jahren ist gegenüber November leicht gesunken und hat sich gegenüber Dezember 2009 um 31,3 Prozent deutlich verringert. Die für diesen Personenkreis berechnete Arbeitslosenquote lag mit 2,7 Prozent deutlich unter der allgemeinen Arbeitslosenquote von 4,4 und ist gegenüber der Quote im Dezember 2009 um 1,1 Prozentpunkte gesunken.

Die Zahl der Arbeitslosen, die 50 Jahre und älter sind, hat sich um zehn auf 700 verringert. Innerhalb eines Jahres stieg die Arbeitslosigkeit dieser Personengruppe um 2,0 Prozent an. Darunter waren 420 Personen zwischen 55 und 65 Jahre alt, 9,9 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Unter den gemeldeten Arbeitslosen hatten 130 Personen einen Migrationshintergrund, 20,1 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Anteil der Ausländer an allen Arbeitslosen betrug 6,4 Prozent.

Die Zahl der schwerbehinderten arbeitslosen Menschen lag im Dezember mit rund 150 um zehn niedriger als im November. Im Vergleich zum Dezember 2009 ist ihre Zahl um 20 gesunken.

Die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften ist im Dezember trotz der winterlichen Witterung leicht gestiegen. Dem Arbeitgeberservice wurden 120 neue Stellen zur Besetzung gemeldet, 20 mehr als im Vormonat. Ende des Monats waren noch 266 Stellen unbesetzt. Insgesamt wurden im Kreis seit Jahresbeginn 1.430 Arbeitsstellen neu gemeldet, was gegenüber dem Jahr 2009 eine Steigerung um 18,4 Prozent bedeutet. Deutlich mehr gemeldete Stellen als im Vorjahr verzeichneten die Vermittler im verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen und in der Zeitarbeit. red