Arbeitslosigkeit im Landkreis St. Wendel im November leicht gesunken

Aktuelle Zahlen : Arbeitslosigkeit im November gesunken

Bei diesem Trend soll es aber nach Angaben des Leiters der Agentur für Arbeit Saarland nicht bleiben. Er macht auch auf den Tag der Menschen mit Behinderung aufmerksam.

Im November ist die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis St. Wendel nochmal um 56 auf 1491 gesunken. Das berichtet ein Sprecher der Agentur für Arbeit im Saarland. Die Arbeitslosenquote sank dementsprechend um 0,1 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent. Ein Trend, der sich nach Ansicht der Experten so nicht fortsetzen wird. „Nachdem sich bereits in den Vormonaten die ersten Spuren des konjunkturellen Abschwungs auf dem saarländischen Arbeitsmarkt bemerkbar gemacht haben, erwarte ich für die kommenden Monate einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit“, beurteilt Jürgen Haßdenteufel, Leiter der Agentur für Arbeit Saarland, die weitere Entwicklung. „Gründe dafür sehe ich dabei vor allem in Entlassungen von Beschäftigten aus dem gewerblichen Bereich“.

Im aktuellen Monat richtet die Agentur für Arbeit die Aufmerksamkeit auf eine besondere Arbeitnehmergruppe. Anlass ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung, der am 3. Dezember begangen wird. Von den Vereinten Nationen ausgerufen, soll der Gedenktag für die Probleme dieser Menschen sensibilisieren. Die Bundesagentur für Arbeit unterstreicht  mit der vom 2. bis zum 6. Dezember geplanten Aktionswoche der Menschen mit Behinderung ihr Engagement für die gleichberechtigte Teilhabe behinderter Frauen und Männer an Gesellschaft und Berufswelt. „Wir stellen fest, dass schwerbehinderte Menschen häufig vor Herausforderungen stehen, einen passenden Arbeitsplatz zu finden. Dabei sind Menschen mit Handicaps oftmals überdurchschnittlich qualifiziert und leistungsstark“, erläutert Haßdenteufel.

Rund 100 der im Landkreis St. Wendel arbeitslos gemeldeten Frauen und Männer sind schwerbehindert, so viele wie schon vor einem Jahr. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen beträgt aktuell sieben Prozent. „In allen Berufsfeldern, auch in Engpassberufen, sind gut qualifizierte Arbeitsuchende mit Behinderung zu finden. Als wertvolle Mitarbeiter können sie zur Fachkräftesicherung in den Unternehmen beitragen. Ich möchte bei den Arbeitgebern der Region dafür werben, schwerbehinderten Menschen berufliche Perspektiven zu eröffnen“, ergänzt Haßdenteufel. In den Agenturen für Arbeit stehen speziell geschulte Beratungsfachkräfte zur Verfügung, die sowohl Menschen mit Behinderung als auch Unternehmen zu Fragen der Arbeits- beziehungsweise Ausbildungsplatzvermittlung und finanzieller Förderung informieren.

Die Agentur für Arbeit und die Jobcenter können Menschen mit Behinderung durch ein breites Spektrum arbeitsmarktpolitscher Maßnahmen unterstützen, zum Beispiel mit Praktikas zur Eignungsabklärung, Ausbildungszuschüssen, Lohnkostenzuschüssen und Probebeschäftigungen.

Das Jobcenter im Landkreis St. Wendel verzeichnete im aktuellen Monat eine leichten Rückgang der Arbeitslosenzahlen (minus 27 auf 689). Damit lag die Zahl um 48 unter dem Vorjahreswert. Jugendarbeitslosigkeit ist im Bereich der Grundsicherung weiterhin nicht vorhanden.

226 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr um 19 erhöht. Knapp ein Drittel der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen ist gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, erläutert der Sprecher – also bereits länger als ein Jahr gemeldet. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im November 220. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um 17 Prozent. Die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen lag im November bei 28. Sie ist gegenüber dem Vorjahr um drei gesunken.

Noch ein Blick auf den Stellenmarkt: Im November wurden der Agentur für Arbeit 229 freie Stellen neu gemeldet, 19 Prozent mehr als vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn gab es 2250 Stellenzugänge, 138 weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum (minus 5,8 Prozent). Aktuell stehen 776 freie Jobs zur Verfügung.

Arbeitsmarkt WND November. Foto: SZ/Steffen, Michael

Die meisten Jobangebote, so der Sprecher, gibt es in der Zeitarbeit, im Gesundheits- und Sozialwesen und im Handel. Auch im verarbeitenden Gewerbe, im freiberuflichen/wissenschaftlichen/technischen Dienstleistungsbereich und im Gastgewerbe sind die Beschäftigungsmöglichkeiten gut.

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