Alte Dorfschmiede in Hoof kann erstmals besichtigt werden

Ehemalige Dorfschmiede öffnet Pforten : Kleinod in Hoofs Mitte empfängt wieder Besucher

Anlässlich der 675-Jahr-Feier können Besucher die alte Dorfschmiede am Samstag besichtigen. Zuvor wurde fleißig aufgeräumt.

Neues Leben soll im alten Gemäuer der Hoofer Dorfschmiede einkehren. Das denkmalgeschützte Gebäude öffnet am Samstag, 14. September, erstmals wieder seine Pforten für die Öffentlichkeit. Zur Bestandsaufnahme und zum Aufräumen trafen sich im Vorfeld Hans Welscheid, Rosel Morgenstern-Schmidt und Gudrun Raber. Das alte Gebäude, das zwar in der Ortsmitte, aber eher versteckt hinter dem Kultur-Hoof liegt, wurde im vergangenen Jahr unter Denkmalschutz gestellt. Erbaut von Jakob Gerhart im Jahr 1891, wurde hier bis in die 1960er-Jahre gearbeitet. Die 85-jährige Alma Müller, die auf einen Plausch dazu kam, erinnerte sich: „Ich weiß noch genau, wie ich während des Krieges hierher gefahren bin, um unsere Kühe beschlagen zu lassen. Wenn der Schmied dann gerade Pferde beschlug, verströmte das einen ganz eigenen Duft.“ Auch Gudrun Raber hat eine besondere Verbindung zu der Örtlichkeit: „Ich bin hier in der Nachbarschaft aufgewachsen, habe rund um die Schmiede gespielt. Zudem hat mein Vater hier in der Schmiede eine Lehre gemacht.“

Was für ein Kleinod sich all die Jahre unbeachtet in ihrem Dorf befand, erfuhr die Hoofer Bevölkerung durch den Bericht des Landesdenkmalamtes. „Es gibt nur noch wenige ortstypische Schmieden im Saarland und diese hier ist eine davon. Deshalb wäre es wünschenswert, diesen Rohdiamanten zu restaurieren“ , so Welscheid. Finanzielle Unterstützung erhoffe man sich dabei von der Stadt St. Wendel. „Es muss einiges restauriert werden, vor allem die Decke, die schon partiell gestützt wurde. Wir haben schon einmal einen Kostenvoranschlag eingeholt.“

Nachdem die Schmiede jahrzehntelang im Dornröschenschlaf lag und im vergangenen Jahr sogar ein Abriss im Raum stand, soll sie nun anlässlich der 675-Jahr-Feier Hoofs für zwei Stunden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Vorarbeit dafür leisteten die drei Freiwilligen in zahlreichen Arbeitsstunden. Dabei wurde gekehrt und sortiert, aber auch entrümpelt. Hans Welscheid zu seinen Beweggründen: „Ich finde es wichtig, dass historische Gebäude für die Öffentlichkeit erhalten bleiben. Ich habe selbst eine Grundausbildung im Metallbereich absolviert und möchte dieses Wissen und die alten Bräuche gerne für die Nachwelt erhalten.“ Aber früher habe nicht nur das Handwerk im Vordergrund gestanden, wusste Rosel Morgenstern-Schmidt zu berichten: „Der Schmied war früher sogar in Sachen Pferdekrankheiten bewandert, er kannte sich vor allem bei Huferkrankungen aus.“

In einem Vortrag von Volkskundler Gunter Altenkirch im vergangenen November sei erwähnt worden, dass die Schmiede ein Mittelpunkt des Dorfgeschehens gewesen sei, ergänzte Welscheid. Man habe sich dort getroffen und Erfahrungen ausgetauscht. Eine ähnliche Nutzung haben Welscheid und seine Mitstreiter auch jetzt wieder im Sinn: „Die alte Schmiede soll in den Bereich des neu entstehenden Mehrgenerationenplatzes integriert werden. Es wäre schön, wenn sie dann wieder zum Treffpunkt für Jung und Alt würde.“

Blick ins Innere der 1891 von Jakob Gerhart erbauten Schmiede. Foto: Jennifer Fell
Viele Werkzeuge liegen noch so in Position wie in den 1960er-Jahren, als zuletzt in der Schmiede gearbeitet wurde. Foto: Jennifer Fell

Besichtigung: Dorfschmiede öffnet am Samstag, 14. September, 14 bis 16 Uhr.

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