Rettungsschwimmen: Als Schulsanitäter immer im Einsatz

Rettungsschwimmen : Als Schulsanitäter immer im Einsatz

Im Landkreis St. Wendel sorgen speziell ausgebildete Schüler dafür, dass aus kleinen Blessuren keine Notfälle werden.

Während der Unterrichtsstunde haben sie Bereitschaft, ihr Piepser ist dann das Pausenklingeln an der St. Wendeler Gemeinschaftsschule. Zu zweit treten die Schulsanitäter auf dem Gelände ihren Dienst an, in fünf Fällen haben sie schon Mitschüler verarztet. Seit Beginn des Schuljahres sind 13 Ersthelfer im Einsatz, die Schüler nehmen an einer im Landkreis einzigartigen AG teil. Im Wechsel werden sie im Schulsanitätsdienst und im Rettungsschwimmen ausgebildet. Dazu kommt Jürgen Przywarra, Ausbilder beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) an die Schule. Lehrer Thomas Bär, Rettungsschwimmer bei der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in St. Ingbert, übernimmt den Part Rettungsschwimmen. „Die Schüler sollen auch ihr soziales Engagement in diesem Bereich trainieren“, sagt AG-Leiter Bär.

Während der Doppelstunde ist diesmal sein externer Kollege Przywarra an der Reihe. Den Erste Hilfe-Kurs haben die Sanitäter bereits bei ihm absolviert. „Seid ihr schon während der Pause wegen eines Sturzes oder einer Verletzung gerufen worden“, fragt Przywarra bei den Schulsanitätern nach. Fünfmal sind Patienten erstversorgt worden. Der zwölfjährige Kevin berichtet auch von Mitschülern, die bewusst eine Verletzung simulierten. „Vermittelt Fachkompetenz, bietet immer eure Hilfe an, aber zwingt keine Hilfe auf“, rät der DRK-Ausbilder aus Urexweiler. Den Simulanten sollen die Sanitäter dann klarmachen, dass sie ihnen nicht helfen können. „Wir sind noch im Anfangsstadium, quasi eine Erprobungsphase. In zwei Monaten wird man euch akzeptieren“, ist Przywarra überzeugt.

AG-Leiter Bär empfehlt den Sanitätern: „Erklärt den Mitschülern, dass ihr eine Ausbildung macht“. Schüler, die bewusst eine Verletzung vorgetäuscht hätten, haben als Belohnung hinterher drei Seiten abschreiben müssen, berichtet Bär. Hauptthema im Sanitätsunterricht sind die Stichtage für Insekten und Zecken, die in der wärmeren Jahreszeit nun Saison haben. Deshalb wird das Equipment im Rettungsrucksack mit dem mausartigen Insektenstift ergänzt. „Den braucht ihr täglich. Bei einem Insektenstich arbeiten wir nicht mit Eis, sondern mit Wärme“, erklärt er die Bedienungsweise des Insektenstiftes. Sobald es draußen wärmer werde, so Przywarra weiter, seien vermehrt wieder Zecken unterwegs. 70 Fälle von Zeckenbissen im Raum St. Wendel sind ihm aus dem Vorjahr bekannt. „Wenn ihr bei einem Schüler einen Zeckenbiss feststellt, muss die Zecke so schnell wie möglich aus der Haut rausgezogen werden“, sagt Przywarra. Dazu wird ein Fall nachgestellt. Schulsanitäter Kevin demonstriert mit Patientin Carolin, wie das funktioniert. Mit einem sogenannten Minibrecheisen greift Kevin die entdeckte Zecke möglichst dicht an der Haut am Zeckenkopf. „Man darf die Zecke beim Herausziehen nicht drehen“, erläutert der DRK-Ausbilder. Nach deren Entfernung müsse die Wunde gereinigt und desinfiziert werden.

Übung in der Schulsanitätsdienst-AG: Kevin (links) zieht mit dem Minibrecheisen Carolin eine Zecke aus der Haut. Foto: Frank Faber

Des Weiteren vermittelt Przywarra die Handhabung mit dem Blutzuckermessgerät und der Zahnrettungsbox. „Schulsanitätsdienst ist ein Teil des Rettungsdienstes“, stellt er fest. Der Schulsanitätsdienst sichere die Erstversorgung an der Schule, fördere das Gefahrenbewusstsein und leiste seinen Beitrag zur Unfallverhütung. An der Gemeinschaftsschule werden das Rettungsschwimmen und der Schulsanitätsdienst in einer kombinierten AG angeboten. Unter Anleitung des DLRG-Rettungsschwimmers Bär lernen die Schüler, Rettungsmaßnahmen verantwortungsvoll anzuwenden. Dadurch sind die Schüler im Wasser und an Land in der Lage Erste Hilfe zu leisten.

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