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Alptraum-Situation mit Traum-Hilfsbereitschaft

Alptraum-Situation mit Traum-Hilfsbereitschaft

180 Einsatzkräfte löschten in der Nacht zum Sonntag den Brand auf dem Reiterhof in Bliesen. Aber nicht nur sie leisteten gute Arbeit, auch viele Pferdefreunde aus der gesamten Region eilten unaufgefordert zur Hilfe.

"Es war ein Alptraum." So beschreibt Christoph Feidt die Nacht auf Sonntag. Er ist der Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins Bliesen . Dieser unterhält den Reiterhof, der ein Raub der Flammen wurde (wir berichteten). Am Samstagabend um kurz nach 23 Uhr ging der Alarm los, kurze Zeit später war auch Feidt vor Ort. "Im ersten Moment registriert man den eigentlichen Brand gar nicht, es ging nur darum, die Pferde zu retten", beschreibt der Vorsitzende die Situation. 20 Privatpferde waren in den Stallungen untergebracht. Als die Feuerwehr die Tür gewaltsam öffente, rannten die Tiere in Panik davon.

Was dann folgte, war eine Hilfsbereitschaft, die Feidt beeindruckt: "Es war ein Traum." Ohne anrufen und um Hilfe bitten zu müssen, seien sämtliche Pferdefreunde aus den Landkreisen St. Wendel und Neunkirchen zu nächtlicher Stunde nach Bliesen gekommen. "Mit ihren Hängern und mit Rat und Tat standen sie zur Seite, um die Tiere wieder einzufangen", berichtet Feidt. Fast die ganze Nacht hindurch dauerte die Aktion. Feidt: "Das letzte Pferd haben wir gegen 5.30 Uhr in Tholey eingefangen." 19 Pferde kamen "mit leichten Blessuren" davon, sie seien mittlerweile bei befreundeten Vereinen untergebracht. Und hätten sich beruhigt: "Sie sind wieder relativ relaxed." Eines der Pferde starb auf der Flucht nach einer Kollission mit mehreren Autos. "Es war ein Spitzen-Sportpferd", bedauert Feidt.

In der abgebrannten Reitanlage können Privatleute ihre Pferde unterbringen. Der Verein vermietet die Boxen, auch die Anlage kann von den Mietern genutzt werden. Um die Verpflegung kümmert sich der Verein. "Das ist wie ein Hotel mit Übernachtung und Frühstück", berschreibt es Feidt. Wann die Stallungen wieder genutzt werden können, steht noch in den Sternen. "Möglichst bald", hofft Feidt. Aber erst einmal müssen die Brandermittler des Landeskriminalamtes (LKA) die Brandursache herausfinden, damit die Versicherung handeln kann. Montagnachmittag war das LKA noch vor Ort. Fest steht schon jetzt: Die Gaststätte, wo wohl das Feuer ausgebrochen ist, muss abgerissen werden. Die Ställe sehen so aus, als könnten sie teilsaniert werden, meint Feidt, "aber wir müssen die Statik überprüfen".