AJG St. Wendel startet ins letzte Schuljahr

St. Wendeler Arnold-Janssen-Gymnasium läuft 2020 aus : Es wird der letzte erste Schultag sein

Noch einmal kehren Schüler nach den Ferien zurück ans Arnold-Janssen-Gymnasium. Sommer 2020 schließt die Schule.

Stundenpläne abstimmen, Termine festlegen, die Klassenräume herrichten: Während der letzten Ferienwoche ging im Arnold-Janssen-Gymnasium (AJG) alles seinen gewohnten Gang. Dabei ist es alles andere als ein gewöhnliches Schuljahr, das am Montag beginnt. Es ist das letzte an der katholischen Privatschule, dessen Träger der Orden der Steyler Missonare ist – ein Abschied auf Raten.

„Wir sind seit fünf Jahren damit konfrontiert“, sagt Schulleiter Rainer Bommer. Seitdem steht fest: 2020 werden sich die Pforten des AJG, das bereits 1898 gegründet wurde, für immer schließen. Für den Pädagogen aber kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Er setzt auf Professionalität statt Wehmut. „Wir werden es zu einem würdigen Abschluss bringen.“

Mit einem Gottesdienst starten die Jugendlichen am Montag um 7.45 Uhr in das Schuljahr 2019/20. Anschließend verteilen die Klassenlehrer und Tutoren die Stundenpläne. Denen folgen die Schüler dann bereits von Stunde drei bis fünf. Danach endet für sie der erste Schultag. Für die Lehrer gibt es noch eine Verlängerung. „Das Kollegium trifft sich zur Besprechung“, sagt der Studiendirektor. Alles wie immer. Zumindest für die beiden Neuner- und die beiden Zehner-Klassen sowie für die Zwölftklässler. Sie besuchen weiterhin ihr AJG.

Einen Neuanfang wagen bereits am Montag die Elftklässler. „Sie sind jetzt im Kurssystem und werden in den beiden Gymnasien, Cusanus und Wendalinum, unterrichtet“, erläutert Bommer. Und so war doch etwas anders während der Vorbereitung auf das kommende Schuljahr. Die Kooperation zwischen den Schulen musste abgestimmt, Stundenpläne erstellt, Kompromisse gefunden werden. Der Schulleiter des AJG lobt die Zusammenarbeit mit den anderen Gymnasien. „Es war der gemeinsame Wunsch, dass die AJG-Elftklässler direkt in den Ablauf integriert werden“, verrät der Pädagoge. Daher werden sie auch nicht am ersten Schultag auf den Heiligen Berg kommen. „Es sollen keine Wunden aufgerissen oder vertieft werden“, sagt Bommer. Montag sei für die Elftklässler der Start in etwas Unbekanntes. „Aber alles ist gut geregelt“, beruhigt der Studiendirektor. Tutoren stehen den Jugendlichen zur Seite.

Mit wehenden Fahnen untergehen – das hat sich die Schulgemeinschaft des AJG vorgenommen. So werden nächstes Jahr ein letztes Mal Abiturienten ihre Reifeprüfungen in Empfang nehmen, ein großes Schulfest wird gefeiert. „Dazu laden  wir auch Ehemalige ein“, gewährt Bommer schon mal einen kurzen Einblick in die Planungen. Vorbereitet wird zudem noch ein Konzert, an dem sich ebenfalls einstige Schüler beteiligen. „Die Proben laufen schon.“

Die Abiturienten starten 2020 in einen neuen Lebensabschnitt, die übrigen Schüler werden auf anderen Gymnasien weiterlernen. Aber was ist mit dem Kollegium der Privatschule? Auch die Zukunft der Lehrer sei gesichert. „Die letzten beiden Kollegen wurden während der Sommerferien in den Landesdienst übernommen“, sagt Bommer. Der Schulleiter lobt die Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium. „Es wurden gute Lösungen gefunden.“

Rainer Bommer, Schulleiter des Arnold-Janssen-Gymnasiums. Foto: Werner Schwarz

Alles ist geregelt. Und so gibt es nun einen letzten ersten Schultag am AJG, eine letzte erste Klassenarbeit, ein letztes Fest. „Wir sind die letzten Mohikaner“, sagt Bommer. „Und sind stolz drauf.“

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