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Action im Alter war Thema einer Filmwoche

Action im Alter war Thema einer Filmwoche

Sechs Filme setzten sich vergnügt, nachdenklich und liebevoll mit dem Thema des Älterwerdens auseinander. Zum Auftakt wurde diskutiert.

Mit dem französischen Streifen "Die schönen Tage" ist die erste Filmwoche "30 gewonnene Jahre - positiver Blick aufs Älterwerden" am Sonntag im St. Wendeler Neuen Theater zu Ende gegangen. Die Filmwoche soll die gestiegene Lebenserwartung bei den Senioren anregen und neue Ideen entwickeln für die spannenden Jahre, die noch vor ihnen liegen. Sechs Filme flimmerten zum Thema "Rentnerglück" über die Leinwand, die das Älterwerden mit Mut, Witz und Zuversicht darstellten.

"Die Tatsache, dass die Menschen länger und länger gesund leben, ist eine wundervolle Herausforderung und Chance. Es ist ein Geschenk an die Zeit, die es zu gestalten gilt", sagte Saar-Sozialministerin Monika Bachmann (CDU) am Eröffnungsabend der Filmwoche. Der 77-jährige Journalist und Medienwissenschaftler Axel Buchholz ging daraufhin mit dem Mikrofon im voll besetzten Kinosaal auf Stimmenfang. Vom 73-jährigen Benno wollte er wissen, wie er sich fühlt und sein Rentnerdasein gestaltet. "Im Sommer arbeite ich, verdiene eine Kleinigkeit dazu", berichtete Senior Benno aus seinem Alltag. Also von Langeweile keine Spur. "Wenn der Geist fit bleibt, dann bleibt alles gut, auch wenn der Körper nicht immer so will", sagte Heidi (90). Sie beschäftigt sich viel mit der alten griechischen Literatur. Ihre Freundin (90) flachste noch: "Ich hätte gerne einen jungen Mann". Laut einer SZ-Umfrage, so Buchholz, sei die Gruppe der Rentner im Saarland "alt, reich und glücklich". Die Ministerin relativierte. "Die älteren Menschen sind unterschiedlich glücklich, aber auch um die verschämte Armut muss man sich kümmern", mahnte sie.

Insgesamt, so führte Bachmann weiter aus, hat sich der Blick auf das Älterwerden gewandelt. Die Lebenserwartung ist gestiegen, doch vielen Menschen graut es davor, alt zu werden. "Und dazu brauchen wir Ideen und Anregungen", meinte die 67-jährige Schwalbacherin. Im Landkreis St. Wendel bietet das Seniorenbüro den älteren Menschen Perspektiven für ein sinnerfülltes und lebenswertes Altern und Aktiv-Sein.

Landrat Udo Recktenwald (CDU) sprach dabei die Altenpflegeplanung sowie Bewegungsangebote an. Angelaufen sei das Programm "Senioren-Lotsen", bei dem durch wohnortnahe Betreuungsnetzwerke der Vereinsamung und Isolation entgegengewirkt werden soll. "Auch beim Projekt ‚Pate mit Herz' unterstützen Ehrenamtler ihre Mitmenschen", berichtete der Landrat.

Der St. Wendeler Bürgermeister Peter Klär (CDU) beschrieb die Kreisstadt als "Mehrgenerationenstadt". "Wir brauchen die Senioren in der Stadt. Sie sind mit ihrer Erfahrung eine unverzichtbare Generation für Dinge, die wir in der Stadt bewegen wollen", sagte Klär. Generell, forderte die Sozialministerin, müssten sich die Angebote verändern. "Eine Aufgabe haben, integriert sein in die Gesellschaft - all das trägt zu positivem Altern bei", betonte Bachmann.

Die Filmwoche mit dem positiven Blick auf das Älterwerden soll nun auf Tournee durch die Kinos in den anderen saarländischen Landkreisen gehen.

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Der Journalist Axel Buchholz fing zusammen mit Sozialministerin Monika Bachmann Stimmen im Publikum ein. Foto: Faber. Foto: Faber

Nachfolgende Filme standen auf dem Spielplan: "Man lernt nie aus", "Das Quartett", "Best Exotic Marigold Hotel", "Frühstück bei Monsieur Henri", "Ein Mann namens Ove" und "Die schönen Tage". Literatur zum Thema präsentierte die St. Wendeler Buchhandlung Klein und der Landkreis St. Wendel war mit der Ehrenamtsbörse präsent. Partner bei der Veranstaltung waren das Sozialministerium, der Landkreis, die Stadt St. Wendel und Gesellschaft zur Medienförderung Saarland - Saarland Medien.