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„Abschied nehmen, heißt loslassen“

„Abschied nehmen, heißt loslassen“

Hoffnung – dieses Wort zog sich wie ein Roter Faden durch den Trauer-Gottesdienst in Gedenken an den verstorbenen Landtagspräsidenten Hans Ley am Mittwochnachmittag in der Basilika in St. Wendel. Hoffnung und Glaube zeichneten Hans Ley bis zu seinem Tod aus.

 Bischof Ackermann hielt mit mehreren Priestern den Gottesdienst.
Bischof Ackermann hielt mit mehreren Priestern den Gottesdienst.

"Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen, und ganz gewiss an jedem neuen Tag." Als Marcel Adam diesen Text von Dietrich Bonhoeffer gestern gegen Ende des Trauergottesdienstes für Hans Ley in der Wendelinus-Basilika sang, klang es wie ein Vermächtnis des verstorbenen Landtagspräsidenten und tief gläubigen Christen. "Der Tod ist das Tor zum Leben", lautete so auch die Überschrift auf den kleinen Trauerkärtchen, die sich die Besucher des Gottesdienstes mitnehmen konnten.

Hunderte wollten gestern Nachmittag Abschied nehmen von Hans Ley , der vor einer Woche gestorben ist. So viele, dass selbst die Stehplätze im Gotteshaus nicht mehr ausreichten. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann , der Tholeyer Abt Mauritius Choriol, der St. Wendeler Pastor Klaus Leist und weitere Priester zogen gemeinsam in die Kirche ein, zelebrierten den Gottesdienst. "Abschied nehmen, das heißt loslassen", sagte Bischof Ackermann. "Loslassen heißt, ihn in die Hand Gottes zu geben, davon war Hans Ley selbst überzeugt." Deshalb feiere man die Messe in Weiß, in der österlichen Farbe, als Zeugnis für die Auferstehung.

"Hans Ley war ein Mensch voller Hoffnung", betonte der Bischof in seiner Predigt. Er erwähnte den Einsatz des CDU-Politikers für andere Menschen, Ley habe die Hoffnung gehabt, die Welt ein Stück besser zu machen. Als bekennender Katholik sei er aber auch Zeuge gewesen, dass die menschliche Hoffnung eine tiefere Verankerung brauche. Ackermann: "Unsere Hoffnung ist verbunden mit dem, den wir Jesus Christus nennen."

An der Trauerfeier nahmen auch Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, Landes- und Bundesminister teil. Die Ministerpräsidentin sagte nach dem Gottesdienst zur Trauergemeinde: "Als Hans und ich Anfang 2013 in Rom waren, um Papst Benedikt zu treffen, hat Hans zu mir gesagt, dass sich für ihn ein großer Traum erfüllt hat: Vor seinem Tod noch den Heiligen Vater zu treffen." Damals habe noch niemand daran gedacht, dass dies so bald der Fall sein werde. "Wir alle wussten, dass Hans schwer krank war", sagte Kramp-Karrenbauer. Trotzdem habe er sich immer gesorgt, dass seine Familie, seine Freunde und seine Arbeit unter der Krankheit leiden müssten. Umso mehr habe er sich eingesetzt. "Hans Ley war ein Sohn dieser Region", betonte die Ministerpräsidentin. "Er war der Hirte, der sich gekümmert hat, um das, was ihm anvertraut war." Die Ministerpräsidentin: "Wir werden ihn vermissen. Er war zutiefst überzeugt, dass er zurückkehrt in die Hand Gottes. Es ist nur so schwer, diese Hand loszulassen."

Der Nohfelder Bürgermeister Andreas Veit , CDU-Kreisvorsitzender, erinnerte an das jahrzehntelange Engagement von Hans Ley für die CDU in der Region: "Wie kaum ein anderer hat Hans Ley die Dörfer im St. Wendeler Land gekannt." Veit weiter: "Hans Ley war ein Menschenfreund." Er habe unzähligen Menschen geholfen. "Seine Begeisterung für Politik war ansteckend." Und weiter: "Politik war für Dich nicht das Ausüben von Macht, Politik war für Dich die Übernahme von Verantwortung. Du hinterlässt tiefe Spuren. Du hast das St. Wendeler Land geprägt. Du bist und bleibst ein Vorbild."

Den Gottesdienst umrahmte die Choralschola der Basilika. Die Beerdigung des Verstorbenen fand im engsten Familienkreis statt. Am heutigen Donnerstag gedenkt das Saarland Hans Ley mit einem Staatsakt in der Ludwigskirche in Saarbrücken.