Dorfgeburtstag im September : Hoof feiert sich und die zweite Wiesn

Zum 675. Geburtstag des Ostertaldorfes gibt es Mitte September ein vielfätiges Programm im Festzelt. Der Kartenvorverkauf läuft.

„Die Heemer können feiern“,  sagt Gernot Müller, Ortsvorsteher in Hoof, und lächelt. Gelegenheit, dies unter Beweis zu stellen, bietet sich vom 13. bis 15. September. Dann feiert der St. Wendeler Stadtteil im Ostertal 675. Geburtstag. Erstmals wurde Hoof 1344 in einer Urkunde erwähnt, der Name des Dorfes geht Überlieferungen zufolge auf Adelheid vom Hofe zurück.

930 Einwohner zählt der Ort heute. Ein Blick in die Chronik zeigt, es waren schon deutlich mehr, aber auch viel weniger. 1609 lebten demzufolge 91 Menschen in dem Ostertalort, 1677 waren es lediglich fünf Familien und 1986 stolze 1204 Heemer. „Heute sind wir eines der ältesten Dörfer im Landkreis“, merkt Müller an. Knapp 28 Prozent der Einwohner sind älter als 65 Jahre. Der saarlandweite Schnitt liege bei 20 Prozent. „Alle 14 Tage organisieren wir einen Seniorentreff“, berichtet der Ortschef. Der werde in der Regel von 15 Leuten besucht. „Es hat sich ein richtiger Stammtisch entwickelt.“

Für gut 450 Gäste bietet der AVE-Zeltpalast, der auf dem Dorfplatz errichtet wird, Platz. Ein Festzelt mit Boden – bei Bedarf beheizbar – sollte es für das Dorfjubiläum schon sein. Zuletzt wurde 2010 der Hoofer Schnapszahlen-Geburtstag 666 gefeiert. Damals spielten die Oberallgäu Musikanten auf. Mit den Musikern aus Bayern gab es 2012 bei den ersten Heemer Wiesn ein Wiedersehen. „Noch heute schwärmen die Leute von diesem Fest“, weiß Müller. Daher wurde kurzerhand der Dorf-Geburtstag mit der zweiten Heemer Wiesn kombiniert. Und getreu dem Motto „Aller guten Dinge sind drei“ werden die Oberallgäu Musikanten einmal mehr am Start sein. Sie treten am Freitag, 13. September, ab 20 Uhr auf. „Die rocken das Zelt mit ihrer Performance“, verspricht Ortschef Müller, der zugleich Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Dorfentwicklung Hoof ist. Das habe nichts mit klassischer Blasmusik zu tun. Bei früheren Auftritten des Trios sei es so gewesen, dass die Zuschauer schon beim ersten Lied auf Tischen und Bänken standen und mitklatschten und -tanzten. So soll es auch dieses Mal sein, wenn es nach Müller geht. Vor und nach den Stimmungsmusikern übernimmt DJ Mäggi am Mischpult.

Für den Festsamstag, 14. September, haben sich die Organisatoren etwas Besonderes vorgenommen. Sie starten um 14 Uhr einen Umzug durchs Dorf. „Mehr als 200 Teilnehmer sind dabei“, sagt Müller. Diese kommen aus Hoof selbst oder umliegenden Dörfern wie Osterbrücken, Saal oder Marth. „Es ist der erste Umzug seit 1994.“ Angeführt wird dieser vom Fanfarenzug aus Ottweiler. „Ich fand es wichtig, dass es Musik im Zug gibt“, sagt Müller. Daraufhin habe er im Internet recherchiert und sei so auf die Musiker aus Ottweiler aufmerksam geworden. Diese führen die übrigen Teilnehmer zum Festzelt. Dort wird dann auch um 18.30 Uhr symbolisch das erste Fass Bier angeschlagen. Diesen Job übernimmt St. Wendels Bürgermeister Peter Klär (CDU), der Schirmherr der 675-Jahr-Feier. Etwas später am Abend, ab 20 Uhr, steht wieder Livemusik auf dem Programm. Die Hüttenrocker aus der Westpfalz feiern Premiere in Hoof. Chart-, Aprés-Ski- und Rockhits sollen zum Repertoire der fünf Musiker gehören.

Als weiteres Schmankerl an diesem Festtag öffnet erstmals die Heemer Denkmalschmiede ihre Pforten. Von 14 bis 16 Uhr kann die Dorfschmiede besichtigt werden. „Es ist alles so, wie es der Schmied in den 1960er-Jahren hinterlassen hat“, sagt Müller.

Als „Tag der Familie“ ist der Sonntag, 15. September, geplant. Das Programm startet um 11 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst. Am Nachmittag gibt es ein Bühnenprogramm mit Auftritten des Männergesangvereins Eintracht Hoof, der Singgruppe der Landfrauen Ostertal, des Schülerchors der Gemeinschaftsschule Freisen, der Tanzgarde der Unterhaltungsgruppe Hoof und der Showtanzgruppe des Turnvereins St. Wendel.

Ab 18 Uhr klingt die 675-Jahr-Feier musikalisch mit der Sennerin vom Bostalsee aus. Am Festsonntag können die Gäste kostenlos im Festzelt feiern, Freitag und Samstag wird jeweils Eintritt erhoben. Die Maß Bier, so sagt Müller, werde etwas teuer als zuletzt. Das hänge mit den insgesamt gestiegenen Kosten für solch ein Fest zusammen. Veranstaltet wird das Dorfjubiläum vom Förderverein der Jugendabteilung des SV Hoof.

Im Zeichen des Dorfjubiläums gab es bereits ein Frühstück mit gut 100 Gästen, einen Auftritt der Fidelen Dorfmusikanten, eine Aufführung für Kinder und eine Zumba-Veranstaltung. Als letztes Event vor der eigentlichen Feier ist am Sonntag, 1. September, noch eine Ausstellung im Kulturhoof geplant. Dort zeigt Karl-Heinz-Müller Fotos und Reportagen über die Geschichte Hoofs.

Dieses Männchen begrüßt die Autofahrer in Hoof. Foto: Frank Faber
Beim Heimatfest 1968 in Hoof marschiert ein Festzug mit den Ehrengästen durch das Dorf. Foto: Oswald

www.heemer-wiesn.de

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