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17 Bands bei der 19. Roundabout-Tour in den Kneipen von St. Wendel

Party in allen Gassen : In der Kreisstadt ging es mit Musik rund

Die Kneipen waren voll, denn für zehn Euro gab es Partystimmung en masse bei der Roundabout-Tour durch die St. Wendeler Lokale.

Musik dröhnte aus allen Gassen: Am Samstag stieg zum 19. Mal die Roundabout-Tour, das Kneipenfestival für die Partygänger in St. Wendel. Das Konzept ist altbewährt, das Songangebot bestens bekannt: 17 Bands spielten zum Preis von zehn Euro in 17 Lokalen. „17 Bands ist für St. Wendel das Ideale“, fand Udo Schmitt. Seit Beginn organisiert der Kneipier den musikalischen Rundgang durch die Pinten in der Kreisstadt. Im SZ-Vorbericht auf die diesjährige Auflage war irrtümlicher Weise Georg Lauer als Organisator aufgetaucht.

Schmitt bestückte gleich drei Spielflächen: Skyfall unterhielt die Gäste mit modernen Charthits im Zelt am Restaurant La Wendel. Im kultigen und rammelvollen Hambacher-Gewölbekeller verteilte Balon-Gitarrist Vera Liedtexte an das Publikum, alle sollten einen Klassiker von King Elvis Presley mitträllern. Für die darauf folgende Oasis-Stadionhymne „Wonderwall“ war dies nicht nötig. Vom ersten Takt an meldete sich ein großer Chor und intonierte lautstark den Refrain: „Youré my wonderwall“ („du bist mein Zauberwesen“) in dem historischen Gemäuer. Draußen war es lausig kalt, und vor dem Spinnrad kuschelten die Kneipentouristen rund um eine im rostigen Blechfass wärmende Feuerstelle. Drinnen gab es kein Durchkommen mehr, um von der Band Cry in Heaven was zu hören.

Da hatten es die Besucher vor der „Luise“ schon etwas besser getroffen. Auch wenn in die nur noch Magermodels reinpassten, konnte wenigstens in Zaungast-Manier der Auftritt der Band Frantic vor dem lilafarben angestrahlten Fenster verfolgt werden. Und als der weltberühmte Gitarrenriff des Deep-Puple-Ewighits „Smoke on the water“ erklang, blieben die Menschen wie auf Befehl kopfnickend vor der Lokalität an der Wendelinus-Basilika stehen.

„Es ist verdammt schwierig, irgendwo bis an die Theke durchzukommen“, berichtete Thomas aus Hüffler bei Kusel von zwei bereits gescheiterten Versuchen. Mit seinen Freunden zog er dann, mit dem Ziel bei der nächsten Adresse einen Sitzplatz zu ergattern und gemütlich ein Bierchen zu kippen, weiter.

Auch im Gasthaus Zum Ochsen war ein freier Stuhl die absolute Ausnahme. Gangolf Ostrowicki schnappte mal frische Luft, als die Bluesband Soul Tribe ein Päuschen einlegte. „Der Abend ist eine gute Gelegenheit, die Kneipen kennenzulernen“, sagte der Ex-St. Wendeler, der an den Bodensee ausgezogen ist. Mit vier Kollegen aus der alten Clique hatte er sich zur Musiknacht verabredet und wieder getroffen. Gern erinnerte sich Ostrowicki an die guten alten Zeiten Anfang der 1990er-Jahre im damaligen Bistro bei Ayala in der Balduinstraße zurück. „Heute Abend sind die Kneipen aber richtig dicht, man kommt ja fast nirgendwo mehr rein“, meinte er staunend und verschwand an die Theke im Ochsen.

Vor Merschers und JJ´ s Pub vernahmen die Nachtschwärmer die Musik der Bands wie am Radio. Wie auf Knopfdruck präsentierte die Formation Varus den Musicbox-Klassiker „I love Rock´n`Roll“ von Joan Jett im gut gefüllten evangelischen Gemeindehaus. Im „Billard für alle“ wurden die Kugeln an allen Pool-Tischen versenkt. Den Soundtrack zum Einlochen lieferte das Saar Rock Ensemble. Krachig coverte das Trio „All along the watchtower“ von Jimi Hendrix.

Der große Besucherandrang in und vor den Kneipen bewies einmal mehr, das Schmitts Roundabout-Konzept auch nach fast 20 Jahren immer noch eine Zugnummer darstellt.

Im alten Flash im Einsatz: Das Trio Saar Rock Ensemble coverte Songs unter anderem von Jimi Hendrix und Gary Moore. Foto: Frank Faber
Die Band Balon spielte im Hambacher Keller. Foto: Frank Faber

Vor einer Woche hatte er St. Ingbert und nun am Wochenende St. Wendel in eine Partymeile verwandeln lassen.