Diese Bildungsmesse ist einmalig im SaarlandUnd das ist das Messe-Reporter-TeamAlle verschaffen sich einen Überblick über das regionale AngebotWas Bildungsminister Klaus Kessler auf die Palme bringtHier knobelten Roboter am bunten Zauberwürfel

Diese Bildungsmesse ist einmalig im SaarlandUnd das ist das Messe-Reporter-TeamAlle verschaffen sich einen Überblick über das regionale AngebotWas Bildungsminister Klaus Kessler auf die Palme bringtHier knobelten Roboter am bunten Zauberwürfel

BildungsallianzVom Kindergarten über Schulen bis hin zu Behörden, Vereinen, Institutionen und Betrieben arbeiten die Menschen in der Hochwaldstadt Wadern zusammen. Mit ihrer Bildungsallianz wollen sie berufliche Chancen aufzeigen. Das machen sie während einer Messe.Bildung bringt keinen Reichtum, schützt aber vor Armut

BildungsallianzVom Kindergarten über Schulen bis hin zu Behörden, Vereinen, Institutionen und Betrieben arbeiten die Menschen in der Hochwaldstadt Wadern zusammen. Mit ihrer Bildungsallianz wollen sie berufliche Chancen aufzeigen. Das machen sie während einer Messe.Bildung bringt keinen Reichtum, schützt aber vor Armut." Mit diesen Worten hat Saar-Bildungsminister Klaus Kessler (Grüne), Schirmherr der Waderner Bildungsmesse, während seiner Begrüßungsrede die wichtige Rolle der Ausbildung unterstrichen. Die Einmaligkeit solch einer Bildungsmesse im Saarland zeige, dass beim "Thema Bildung alle an einem Strang ziehen sollten". Alle seien gefragt, Defizite unter anderem bei den Lehrplänen aus der Welt zu schaffen. Statt im Unterricht nur zu verlangen, Wissen auswendig zu lernen, sollte Schülern vielmehr beigebracht werden, Wissen im Arbeitsalltag anzuwenden. Die Bildungsmesse ging zum vierten Mal an den Start. Veranstalter war die Waderner Bildungsallianz, der unter anderem Schulen, Betriebe und Verbände angehören. Wolfgang Wagner, Chef des Waderner Hochwald-Gymnasiums (HWG), hatten 2003 das Ganze ins Leben gerufen. "Bildung ist ein lebenslanger Prozess", womit der Schwerpunkt von Kessler auf dem Ausbau von Kinderbetreuung, der Ganztagsschule und der Reform des G-8-Lehrplans an Gymnasien liege. G 8: Statt wie früher nach neun Jahren an einem Gymnasium in der 13. Klasse steht die Abiturprüfung mittlerweile in der zwölften Jahrgangsstufe, folglich nach acht Jahren an der weiterführenden Schule an. Zudem stellte Kessler sein "Zwei-Säulen-Modell" der weiterführenden Schulen vor. Nach dem Abschluss der vierten Grundschulklasse soll es demnach nur noch zwei weiterführende Schulen geben: das Gymnasium mit Abitur nach acht Jahren und eine Gemeinschaftsschule, aus heutiger Erweiterter Realschule (ERS) und Gesamtschule gebildet, an der Schüler nach neun Jahren Abi machen können. Wer auf die Zukunft setzt, müsse auf die Bildung setzen, sagte Waderns Bürgermeister Fredi Dewald (SPD) zu Beginn der Veranstaltung. Der Schulchor Wadrill/Steinberg gestaltete die Messeeröffnung. Währenddessen informierten sich Besucher bereits in der Herbert-Klein-Halle (Stadthalle) an den rund 30 Ständen über Schul- sowie Berufsbildung.Wadern. "Herr Minister, was bringt Sie so richtig auf die Palme?", fragt der achtjährige Luca Stein von der Nunkircher Grundschule den saarländischen Bildungsminister. "Das ist nicht leicht!", antwortet Klaus Kessler. Nach kurzer Pause sagt er, dass er es nicht leiden kann, wenn sich Menschen nicht an ihre Zusagen halten. Lucas Frage war nur eine von 18, denen sich der Minister stellte. Zu Beginn der vierten Waderner Bildungsmesse hatten 15 Kinder und Jugendliche verschiedener Schulen und der Kindertagesstätte aus Löstertal die Chance, Kessler auf den Zahn zu fühlen. So wollte Linon Mehnert (10) von der Lockweiler Grundschule wissen, warum die Ferien so lange seien. "Das ist mir noch nie passiert, dass mir so eine Frage gestellt wurde", sagte Klaus Kessler. Er erklärte ihr darauf, dass sich die Kultusminister aller Bundesländer darauf verständigt hätten, wie die Ferientage auf das Schuljahr verteilt werden. Für die Schüler solle es so möglich sein, sich ausreichend zu erholen. Gleichzeitig forderte Kessler, dass Lehrer diese Zeit nutzen, um sich auf den Unterricht vorzubereiten."Ist durch die Gemeinschaftsschule, die in Planung ist, die gymnasiale Oberstufe in Gefahr?", will die 17-jährige Theresa Biehl vom Hochwald-Gymnasium (HWG) wissen. Der Bildungsminister sieht diese Gefahr zurzeit nicht, schließt diese aber nicht vollkommen aus. Zusätzlich gab es auch Fragen zu Kesslers Freizeit. Anna Schmitt (9) von der Lockweiler Grundschule: "Welche Hobbys haben Sie denn?" Kessler gehe gerne am Wochenende ins Fitnessstudio und lese Krimis. RPR-1-Moderatorin Alexandra Dietz, ehemalige HWG-Schülerin, führte übrigens durch die Fragerunde.Wadern. Während der Bildungsmesse in Wadern lösten beim Stand der Graf-Anton-Schule (GAS) Roboter, die von der Robotik-Arbeitsgemeinschaft Marc Gothe gebaut worden war, Zauberwürfel. Gäste durften diese Roboter steuern und über ihre Fähigkeiten staunen. Außerdem stellte Erik Bier von der GAS neue Medien mit dem Beispiel des Whiteboards vor. Dies ist eine mit einem Computer verbundene Tafel mit Berührungsbildschirm (Touchscreen). Ein Projektor wirft das Bild des Computers an das Whiteboard, und mit einem Berührungsstift kann man darauf schreiben oder zeichnen wie auf einer Tafel. Außerdem können auch virtuelle Zirkel und andere Schreibwerkzeuge benutzt werden. Die Besucher durften dies ausprobieren und sehen, wie einfach es ist.Ein weiterer Stand auf der Bildungsmesse in der Waderner Herbert-Klein-Halle war die Miniphänomenta. Dort konnten die Besucher alltägliche Phänomene erleben, die einem sonst nicht auffallen. Unter anderem konnten sie an einem Rad drehen, das in gleichen Abständen mit Pfeilen versehen war, die in verschiedene Richtungen zeigten. Wenn die Teilnehmer dieses Rad schnell genug drehten, sah es so aus, als hätte sich ein Pfeil gedreht. Mit vielen Bildern und Plakaten informierte unterdessen das Hochwald-Gymnasium (HWG) über seine Arbeit.Dies waren nur einige der 29 Stände auf der Bildungsmesse, an denen sich die Besucher drängelten. Viele Aussteller hatten Informationstafeln sowie Bilder ausgehängt und ließen die Leute auch selbst experimentieren. Das Spektrum war groß, reichte von Informationen über die Kindergärten in der Stadt, über die Schulen bis hin zur Erwachsenenbildung im Landkreis Merzig-Wadern. Wadern. "MZG - Menschen Zukunft geben." Werner Barth (57) überträgt das Motto der Sparkasse Merzig-Wadern auf die Waderner Bildungsmesse. Er findet, dass die beste Investition in die Zukunft Bildung ist. Für ihn ist es wichtig, dass gerade bei jungen Menschen zukunftsorientiert Interesse an allen Bildungseinrichtungen im Umkreis geschaffen wird. Deshalb bezeichnet er die Bildungsmesse als sinnvolle und gute Veranstaltung. Diese Meinung teilt auch Anna Schmitt (9), die sehr begeistert von den "tollen Ständen" war. "Am besten gefällt mir der Stand, an dem man die Hexen zu Halloween basteln kann", die ihr sehr gut gelangen. Die Neunjährige findet es sehr interessant, Bildung einmal anders zu erleben als in der Schule und ist stolz darauf, als Klassensprecherin der 4.2 der Lockweiler Grundschule stellvertretend die Fragen und Anliegen der Klasse an Saar-Bildungsminister Klaus Kessler zu stellen (siehe Text dazu: "Was Bildungsminister Klaus Kessler auf die Palme bringt")."Die Bildungsmesse macht auf Institutionen der Umgebung aufmerksam, die mir zuvor nicht bekannt waren", meint Christel Franz (47). Sie ist von der Grundidee der Bildungsmesse und deren Umsetzung durch die einzelnen Institutionen überzeugt. Denn "es ist für jeden, jung und alt, etwas dabei"."Als Vater von zwei Kindern und als Ortsvorsteher vom Löstertal kann ich nur sagen, dass die Bildungsmesse eine gute Informationsstelle, besonders für Eltern, ist. Sie ist die Anlaufstelle aller Organisationen und Institutionen im Umkreis. Gerade uns gibt die Messe Impulse und aktuelle Infos zu den Einrichtungen in unserer Gegend", sagte Wolfgang Maring (44). Er, selbst CDU-Kommunalpolitiker, findet es zumindest interessant, wie der saarländische Bildungsminister Klaus Kessler (Grüne) zu den Schul- und Bildungsfragen steht, auch wenn er selbst die Gemeinschaftsschule kritisch sieht. Produktion dieser Seite: Matthias ZimmermannVolker Fuchs

Auf einen BlickDie Aussteller der Waderner Bildungsmesse: Verbundausbildung Untere Saar, Graf-Anton-Schule (GAS), Arbeitsagentur Merzig, Berufsbildungszentrum Hochwald, Hundebesuchsdienst, Bücherhütte Wadern, Blackbetty Mobilmedia, Sparkasse Merzig-Wadern, Arbeitskammer, Industrie- und Handelskammer (IHK), Caritas und Lokales Bündnis für Familie, Kreisjugendamt und Familienzentrum Hochwald, Stadtbibliothek, Stadt Wadern, Bildungsverlag Eins, Schülerlernhilfe Mühlhausen, Förderschule Lernen Noswendel, Tessloff-Verlag, Handwerkskammer (HWK), Individualpsychologische Beratung Haupenthal, Systematisches Arbeiten im schulischen Bereich Barbian, Christliche Erwachsenen-Bildung (CEB) Akademie, Studienkreis Wadern, Volkshochschule (VHS) Merzig-Wadern, Kindertagesstätte (Kita) gGmbH und Kitas der Stadt Wadern, Miniphänomenta, Hochwald-Gymnasium (HWG). red

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