Richtfest für Neubau des Wohnheimes der Lebenshilfe St. Wendel gefeiert

Neues Wohnheim im Bau : „Die Lebenshilfe investiert hier für die Menschen in der Region“

Für 5,5 Millionen Euro entsteht ein neues Wohnheim in St. Wendel. Der Rohbau ist fertig. Jetzt war Richtfest. Für kommenden Sommer ist die Einweihung geplant.

„Wohnen heißt Zuhause sein.“ Das unterstrich Peter Schön, Geschäftsführer der Lebenshilfe St. Wendel, am Donnerstag beim Richtfest für den Ersatzneubau eines Wohnhauses für behinderte Menschen in der Welvertstraße in St. Wendel (wie kurz berichtet). Nach dem Abriss des alten Wohnheimes, des Hauses Paqué, haben dort in den vergangenen Monaten die Handwerker „viel geschafft“, lobte Schön den Baufortschritt.

Der Rohbau steht, die Fenster sind gesetzt, das Dach ist gedeckt, der Außenputz wird derzeit angebracht. Und im Gebäude sind ebenfalls Handwerker mit dem Innenausbau beschäftigt. Höchste Zeit also für das Richtfest.

5,5 Millionen Euro kostet das neue Haus Paqué in St. Wendel. Rund fünf Millionen Euro finanziert das Saarland, den Rest muss die Lebenshilfe tragen. Es entstehen insgesamt 24 vollstationäre Plätze sowie vier für das Kurzzeitwohnen. Im neuen Gebäude ist mehr Platz als in dem alten. So werden  von den 24 Plätzen 13 neu hinzukommen. Damit soll der zusätzliche Bedarf an Wohnraum für behinderte Menschen gedeckt werden. In vier Wohngemeinschaften ist der Neubau unterteilt.

Darüber hinaus gibt es Kapazitäten für 22 Behinderte, die hier auch tagsüber betreut werden können. Vor allem sind dies Ältere. Die Experten sprechen von interner Tagesstrukturierung.  Selbstverständlich, dass das Gebäude barrierefrei errichtet wird. „Das Haus Paqué soll seinen Bewohnern vor allem ein Zuhause bieten, das zu deren speziellen Bedürfnissen und Lebenssituationen passt“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Sozialministeriums.  Insgesamt unterhält die Lebenshilfe St. Wendel drei Wohnheime in der Stadt mit aktuell 115 Plätzen, nach Fertigstellung mit 128 Plätzen. Staatssekretär Stephan Kolling (CDU) sprach von einem tollen Projekt, lobte die Konzeption und die Finanzierung. Das Konzept des Hauses ermögliche eine hohe Flexibilität bei der Betreuung. Bis 2025 sollen im Saarland weitere 200 stationäre und 400 ambulante Plätze für Menschen mit Handicap gebaut werden, kündigte Kolling an: „Leitgedanke der aktuellen Behindertenpolitik ist die Inklusion. Die Lebensbedingungen sollen so gestaltet werden, dass alle Menschen in unserer Gesellschaft gleichberechtigt leben können.“

„Die Lebenshilfe investiert hier für die Menschen in der Region“, unterstrich Landrat Udo Recktenwald (CDU). Die Menschwürde ist unantastbar, erinnerte er an den Kernsatz des Grundgesetzes.

Weil das so ist, müsse man alles dafür tun, dass Menschen gemäß dieser Menschwürde leben könnten.  Er sei dankbar für das Engagement der Lebenshilfe in der Region. Recktenwald: „Ein neues Haus bedeutet ein neues Zuhause. Menschen mit Behinderung gehören zu uns, sind mittendrin, da gehören sie hin.“

Wie es die Tradition verlangt, gehört zu einem Richtfest auch der Richtspruch. Den sprach vom Gerüst am Neubau aus Zimmerermeister Hilmar Winckel. Er dankte in Versform den Handwerkern und wünschte dem neuen Haus und seinen Bewohnern alles Gute.

Freuen werden sich über den Baufortschritt auch die Bewohner des abgerissenen alten Hauses Paqué. Die elf leben zurzeit in einem Gebäude der ehemaligen Kaserne und werden im Sommer des kommenden Jahres in das neue Haus einziehen.

Der Rohbau des Wohnheim-Neubaus der Lebenshilfe St. Wendel steht. Die Arbeiten zum Innenausbau laufen. Foto: Volker Fuchs

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