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Raumfahrtkoordinator verabschiedet Astronaut Matthias Maurer ins All

Raumfahrtkoordinator verabschiedet Astronauten : „Ich wünsche Matthias Maurer alles Gute in der Schwerelosigkeit“

Für den saarländischen Astronauten Matthias Maurer ist es eine Woche des Abschiednehmens – zuerst von der Heimat, dann von Köln und nun von Berlin.

In knapp zwei Monaten wird der Esa-Astronaut Matthias Maurer zu seiner ersten Forschungsreise ins All aufbrechen. Thomas Jarzombek, der Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt verabschiedet den Saarländer am Freitagmorgen in Berlin im Beisein des Generaldirektors der Europäischen Weltraumagentur (Esa), Josef Aschbacher.

Thomas Jarzombek sagte: „Ich freue mich sehr für Matthias Maurer und wünsche ihm viel Erfolg bei seiner Mission Cosmic Kiss.“ Maurer werde ein halbes Jahr lang zahlreiche technisch und wissenschaftlich hoch anspruchsvolle Experimente durchführen, die für ein modernes Leben auf der Erde und im Weltraum gleichermaßen relevant seien. „Dass 36 der geplanten Experimente aus Deutschland kommen, zeigt, dass wir in diesem Bereich europäische Spitze sind“, erklärt Jarzombek.

Der niedrige Erdorbit werde mehr und mehr Teil der irdischen Ökonomie. Private Unternehmen und kommerzielle Modelle – kurz: „New Space“ – seien in der astronautischen Raumfahrt inzwischen das Maß der Dinge. Auch die Bundesregierung setze mit einer Förderung von Microlauncher-Start-ups und einer zukünftigen Kleinsatelliten-Initiative auf die Innovationskraft unserer Raumfahrtunternehmen, heißt es in einer Mitteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi).

„Ich wünsche Matthias Maurer alles Gute in der Schwerelosigkeit und freue mich schon jetzt auf das Wiedersehen auf der Erde und seine Berichte aus dem All“, sagt Jarzombek.

Esa-Generaldirektor Josef Aschbacher betont die Bedeutung von Cosmic Kiss für die junge Generation und die Nachwuchsgewinnung im MINT-Bereich: „Matthias Maurer wird mit seiner ersten ISS-Mission ein umfangreiches Wissenschafts- und Technologieprogramm umsetzen und auch viele Aktionen für Kinder anbieten. Unser Ziel ist es, mit seiner Mission das Thema Raumfahrt für die breite Öffentlichkeit und die ganze Gesellschaft erlebbar zu machen.“

Mit Alexander Gerst und Matthias Maurer gibt es aktuell zwei aktive deutsche Esa-Astronauten. Nach Gerst wird Maurer der nächste deutsche ESA-Astronaut auf der Internationalen Raumstation (ISS) sein. Als erster deutscher Astronaut fliegt Maurer mit dem neuen Crew-Dragon-Raumschiff von SpaceX zur ISS. Nach seinem Start vom Kennedy Space Center der Nasa in Florida wird er der zwölfte Deutsche im All sein – und der vierte Deutsche auf der ISS. Maurer erklärt: „Ich freue mich sehr, dass es endlich losgehen wird. Ich arbeite schon einige Jahre darauf hin, endlich in den Weltraum zu fliegen. Ich glaube, wenn ich wirklich auf der Startrampe in der Kapsel sitze, wird die Aufregung kommen. Ich werde mich melden und berichten“

Deutschland investiert laut eines Sprechers des BMWi in Europa mit Abstand am meisten in die astronautische Raumfahrt. Auf den ISS-Missionen werden auch Technologien für zukünftige Missionen auch zu Mond und Mars getestet. Diese umfassende Nutzung der ISS sei Teil der deutschen Raumfahrtstrategie und trage zur Positionierung Deutschlands im internationalen Spitzenfeld bei.