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PV-Anlagen auf Dächern sollten Pflicht sein denkt SZ-Redakteur T. Grim

Ausweg aus der Verspargelung : Eine Pflicht für Solardächer muss jetzt endlich kommen

Die Akzeptanz von Windkraft- oder PV-Anlagen auf der grünen Wiese schwindet zusehens. Es gibt eine Alternative.

Bis auf ein paar standhaften Realitätsverweigerern dürfte inzwischen jedem klar sein, dass das Zeitalter der fossilen Energieträger vorbei ist. Und glücklicherweise gehört auch die Stromgewinnung aus Atomkraft hierzulande der Vergangenheit an. Die Zauberformel heißt: Erneuerbare Energien. Wenngleich es einer Mammutaufgabe gleichkommt, eine Industrienation wie Deutschland mit Strom aus alternativen Energieträgern versorgen zu wollen. Zumal bei der oft vorherrschenden Denkweise: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass. Oder anders gesagt: Erneuerbare Energien ja, aber bitte nicht vor meiner Haustür. Oder im nahen Wald. Oder auf der in Sichtweite liegenden Wiese. Und ja, ich kann das verstehen. Auch mich stören die immer weiter aus dem Boden sprießenden Windmühlen. Und ich mag keine Photovoltaik-Anlagen, wenn sie zuvor grüne Wiesen oder Äcker in eingezäunte Sonnenkraftwerke verwandeln. Was tun? Leider ist es so, dass Windkraftanlagen en miniature, die es schon heute für Hausdächer gibt, einen zu geringen Wirkungsgrad haben. Anders sieht es bei PV-Anlagen aus. Und Dächer gibt es im dicht besiedelten Saarland ganz viele. Dieses Potenzial muss voll erschlossen werden. Auf jedes Dach, das neu errichtet oder gedeckt wird, muss eine solche Anlage drauf. Gesetzlich vorgeschrieben und mit Finanzierungsangeboten verknüpft. Das geht. Die Politik muss es nur wirklich wollen.