Potz Blitz: Heiße Luft macht Krach

Potz Blitz: Heiße Luft macht Krach

Wird im Sommerhalbjahr wie in der letzten Woche eine subtropische Luftmasse zu uns gelenkt, können sich teils kräftige Gewitter entwickeln. Der "Balkan-Grill", der uns in den vergangenen Tagen kräftig einheizte, brachte in seinem Lauf über das östliche Mittelmeer auch viel Feuchtigkeit in Form von unsichtbarem Wasserdampf und starker Schwüle mit

Wird im Sommerhalbjahr wie in der letzten Woche eine subtropische Luftmasse zu uns gelenkt, können sich teils kräftige Gewitter entwickeln. Der "Balkan-Grill", der uns in den vergangenen Tagen kräftig einheizte, brachte in seinem Lauf über das östliche Mittelmeer auch viel Feuchtigkeit in Form von unsichtbarem Wasserdampf und starker Schwüle mit. Die vorherrschende Feuchtigkeit und Temperatur ergeben die für den Meteorologen wichtige Auslösetemperatur. Wird dieser Wert im Tagesverlauf (meistens am Nachmittag) erreicht, wird die atmosphärische Schichtung urplötzlich labil, so dass konvektive Prozesse in Gang gesetzt werden. Viele Luftpakete steigen auf und kühlen dabei ab, parallel steigt die relative Luftfeuchtigkeit in diesen Paketen. Erreicht diese das Maximum von 100 Prozent, beginnt der unsichtbare Wasserdampf in der Luft zu kondensieren und wird in Form von kleinen Tröpfchen sichtbar. Viele Tröpfchen zusammen ergeben eine Cumulus-Wolke, die der Oberwetterfrosch Jörg Kachelmann dank ihres Aussehens gerne auch mal als Blumenkohlwolke bezeichnet. Reißt der Wärmeauftrieb aufgrund der hohen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit nicht ab, entwickeln sich die Cumuli zu stark aufquellenenden Cumulonimben, den Gewitterwolken. Die lassen es krachen und blitzen.Aber wieso donnert es eigentlich? Wenn durch einen elektrischen Entladungsprozess der Blitz in einem durch den Vorblitz geschaffenen Blitzkanal den Ladungsüberschuss, in der Regel von der Erdoberfläche in den negativ geladenen Wolkenbereich,- befördert, erhitzt sich der Blitzkanal innerhalb von 0,0004 Sekunden auf bis zu 30000 Grad Celsius. Die Luft um den Kanal dehnt sich folglich aus und eine Schallwelle wird ausgesendet, der Donner. Der Schall breitet sich im Gegensatz zum sofort sichtbaren Blitzlicht nur mit einer Geschwindigkeit von rund 330 Metern pro Sekunde aus. Ertönt neun Sekunden nach dem Blitz der Donner, ist der Blitz also rund drei Kilometer entfernt eingeschlagen.

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