Polizei warnt vor verstärktem Wildwechsel im Landkreis St. Wendel

Achtung Autofahrer : Polizei und Schilder warnen vor Gefahr durch Wildwechsel

Seit geraumer Zeit registriert die Polizeiinspektion (PI) Nordsaarland eine deutliche Steigerung von Wildunfällen, insbesondere in den frühen Morgenstunden. Übergangsbereiche zwischen Wald- und Feldzonen stellten besondere Gefahrenbereiche dar.

„Hier ist regelmäßig mit Wildwechsel zu rechnen, da die Tiere zur Äsung vom Wald auf die Felder ziehen und danach wiederum den Schutz der Wälder suchen“, weiß Armin Stengel, stellvertretender Dienststellenleiter. Daher rät er, die Geschwindigkeit in solchen Bereichen zu verringern, Abstände einzuhalten und stets bremsbereit zu sein.

Doch was sollten Autofahrer tun, falls es doch zu einem Aufprall kommt? „Ein kontrollierter Zusammenstoß ist in der Regel besser als ein unkontrolliertes Ausweichmanöver“, sagt Stengel. Er rät: Lenkrad festhalten und voll bremsen. Denn ansonsten lande man vielleicht im Gegenverkehr oder an einem Baum. Ein Tier quere selten allein die Fahrbahn. Daher sollten Autofahrer immer mit Nachzüglern rechnen. Ist dann doch etwas passiert, wurde ein Tier angefahren, sollte man nie versuchen, es zu berühren oder gar zu fangen, warnt Stengel. Es bestehe die Gefahr, dass Krankheiten übertragen werden. Außerdem sei das Aggressionspotential verletzter Tiere höher. Darüber hinaus erklärt Stengel, sei es verboten, Wild mitzunehmen. „Wer Wild mitnimmt, macht sich der Wilderei schuldig. Hier droht eine Strafanzeige gemäß Paragraph 292 des Strafgesetzbuches“, erklärt der stellvertretende Dienststellenleiter. In jedem Fall sollten Autofahrer einen Wildunfall immer der nächsten Polizei- oder Forstdienststelle melden.

In diesem Zusammenhang: Auf drei Bundesstraßen im Landkreis St. Wendel stehen neue Schilder, die vor Wildwechsel warnen. Diese sind größer als die üblichen Wildwechselzeichen und enthalten Informationen zu den aktuellen Wildunfallzahlen auf dem jeweiligen Streckenabschnitt. Die Anzeige der aktuellen Unfallzahlen wird von der Straßenmeisterei St. Wendel nach entsprechender Information durch die Polizeiinspektion St. Wendel regelmäßig aktualisiert. Dadurch sollen Verkehrsteilnehmer für die Risiken von Wildunfällen auf den Straßenabschnitten sensibilisiert werden. Die Standorte: die B 41 zwischen Alsfassen und Pinsweiler, die B 269 zwischen Winterbach und Alsweiler sowie die B 420 zwischen Marth und der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz.

Aufgestellt wurden die Schilder nach Informationen aus dem Landratsamt auf Anregung der Verkehrsunfallkommission, die aus Vertretern der Straßenverkehrsbehörde, der Straßenbaubehörde und der Polizei besteht. Diese hat die Aufgabe, zu erkennen, wo sich Unfälle häufen und Gefahrenpunkte zu beseitigen.

Ob das Aufstellen der neuen Schilder die gewünschten Effekte haben wird, werde sich bei der Auswertung der Wildunfallstatistik im kommenden Jahr zeigen.