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Orgelzyklus mit markanten Werken

Orgelzyklus mit markanten Werken

St. Wendel. Dankbar aufgenommen wurde der zweite Abend im Orgelzyklus der Wendelinusbasilika. Markanten Werken aus drei Epochen französischer Musik stellte Stefan Kunz (Foto: SZ) mit einer Rheinberger-Sonate eine reichhaltige Komposition der deutschen Romantik gegenüber. Kunz zeigte wieder einmal, dass er sich im Wettbewerb mit den auswärtigen Solisten hervorragend behauptet

St. Wendel. Dankbar aufgenommen wurde der zweite Abend im Orgelzyklus der Wendelinusbasilika. Markanten Werken aus drei Epochen französischer Musik stellte Stefan Kunz (Foto: SZ) mit einer Rheinberger-Sonate eine reichhaltige Komposition der deutschen Romantik gegenüber. Kunz zeigte wieder einmal, dass er sich im Wettbewerb mit den auswärtigen Solisten hervorragend behauptet. Einem festlichen Offertorium von Couperin mit prägnanten Zungenstimmen in den verschiedenen dynamischen Stufen ließ Kunz das "Benedictus" aus derselben Orgelmesse folgen, einen stimmungsvollen und andächtigen Sologesang des Krummhorns. Ebenfalls eine solche Orgelmesse ist die moderne "Suite médiévale" des 1991 verstorbenen Jean Langlais. Die Angabe "Stille Messe" ("messe basse") bezieht sich auf Priester und Gemeinde, keinesfalls aber auf die Orgel. Kunz gab dem Präludium die geforderte monumentale Kraft. Im letzten Satz baute er auf dem gewaltigen Fundament der Bässe, frühmittelalterlichen Christusrufen, eine grandiose Steigerung auf. Die drei mittleren Sätze brachten gregorianische Melodien vor lieblich bewegten impressionistischen Hintergründen, die sorgsam differenziert registriert waren. Dieselbe Farbigkeit ließ Kunz auch einem weniger bekannten französischen Romantiker angedeihen und stellte drei Orgelstücke von Théodore Salomé vor, darunter ein schmeichelnd schönes Pastorale, das Weihnachten ahnen ließ.Ein Zeitgenosse von Salomé war Joseph Gabriel Rheinberger. Seine groß dimensionierte viersätzige Sonate in d-Moll hatte der Interpret höchst erfolgreich ausgearbeitet. Nach dem vielgesichtigen "Agitato" war die "Cantilene" eine Art meditativer Streichersatz; das "Intermezzo" bereitete in freier Form und stärkerer Dynamik auf die pompöse, Kontrapunkt und entgrenzte Melodie vereinende Schlussfuge vor. Der Dank für den herzlichen Beifall: wiederum eine lupenreine französische Barockfuge.