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Zwischen Abriss alter Gebäude und neuem Asphalt

Zwischen Abriss alter Gebäude und neuem Asphalt

Maroden, mit Schlaglöchern übersäten Straßen und Wegen geht es in der Gemeinde Oberthal derzeit an den Belag. Neuer Asphalt wird beispielsweise auf der Alten Trierer Straße in Güdesweiler aufgetragen. Bürgermeister Stephan Rausch informiert im SZ-Gespräch über weitere Bauprojekte.

Das war einmal: So planschten noch 2009 die Besucher des Schwimmbades in Oberthal. Archivfoto: Anette Schu

"Da hat das Herz noch einmal geblutet", sagt Oberthals Bürgermeister Stephan Rausch (CDU ). Und beschreibt damit den Moment, als Bagger am vergangenen Donnerstag anrollten, um die Gebäude des ehemaligen Freibads abzureißen. Dessen Aus hatte der Gemeinderat 2011 mehrheitlich besiegelt. Es fehlte schlichtweg das Geld für nötige Sanierungen. Die Becken wurden bereits verfüllt. In einem letzten Schritt ging es nun Betrieb- und Nebengebäude an den Kragen. Von ihnen blieb am Ende nur jede Menge Bauschutt übrig. Damit ist das Freibad endgültig Geschichte.

Doch was passiert mit dem Gelände? Spruchreife Pläne gibt es noch nicht. "Es ist nun mal Außenbereich und eine Bebauung nicht möglich", sagt Rausch. Zunächst gelte es, das Großprojekt Imweiler Wiese zu realisieren, merkt Stephan Junk an, Leiter des Bauamts. Danach könne das Freibad-Gelände thematisiert werden. Vor dem Abriss mussten unter anderem noch Stromanschluss und Pumpensteuerung der Grundschule verlegt werden. Das hat zirka 20 000 Euro gekostet. Für den Abriss der Gebäude muss die Gemeinde rund 43 000 Euro zahlen.

Freie Fahrt heißt es wieder in Güdesweiler. Dort ist die Kapellenstraße instandgesetzt worden. Rinnenplatten wurde ausgetauscht´, und die Straße bekam eine neue Asphaltdecke. Kosten: rund 150 000 Euro . Kurz vor Ende der Sommerferien erstahlt die Kindertagesstätte in Güdesweiler in neuer Farbe. Alle Räume haben einen neuen Anstrich bekommen - für 9800 Euro .

Ende August war dann auch Startschuss für ein lange geplantes Projekt: der Ausbau der Alten Trierer Straße. Im Zuge der Flurbereinigung wird die Straße neu ausgebaut, und es wird ein Radweg angelegt. Der viel befahrene Streckenabschnitt der Alten Trierer Straße zwischen Baumschule Biegel und der Gemarkung Bliesen war in einem schlechten Zustand, die Fahrbahn übersät mit Schlaglöchern. Das ändert das Landesamt für Vermessung, Geoinformation und Landentwicklung (LVGL) nun. Der neue Feldwirtschaftsweg wird vier Meter breit, Ausweichbuchten sorgen dafür, dass der Gegenverkehr problemlos aneinander vorbeikommt. Auf der Straße sind auch viele Laster in Richtung Deponie unterwegs. Kosten: 750 000 Euro . Davon muss die Gemeinde 20 Prozent tragen. Geld gibt es auch von der Jagdgenossenschaft Oberthal und Güdesweiler sowie vom Landkreis St. Wendel für den überregionalen Radweg.

Für diesen gesonderten asphaltierten Radweg habe seine Gemeinde lange gekämpft, sagt Rausch. Er soll 2,50 Meter breit werden und durch einen sechs Meter breiten Grünstreifen vom Feldweg abgegrenzt werden. Und das nicht nur der Optik wegen. Laut Rausch geht es hier um die Sicherheit der Radfahrer und Spaziergänger. Als Route in Richtung Bostalsee sei der Weg nicht unbedeutend. Der Feldweg bekommt eine neue Asphaltdecke und Bankette aus Kammverbundplatten. Das soll der Haltbarkeit dienen.

Jene Platten wurden vor einigen Jahren bei der Straße zum Wareswald nicht genehmigt. "Das Bankett hatte nicht die Gelegenheit, sich zu verfestigen", sagt Rausch. Die Folge: Der Weg zum Wareswald muss neu asphaltiert werden. Gleiches gilt im Zusammenhang mit der Flurbereinigung für die Wege Hollerbach/Rombach und Osenbacher Hof. Und jetzt sollen auch Kammverbundplatten verlegt werden. Geschätzte Kosten: 135 000 Euro . Baubeginn soll im Oktober sein.

Flurbereinigung ist derzeit auch ein Thema in Steinberg-Deckenhardt. Anfang der Woche fiel der Startschuss zur Erneuerung der Hübelstraße. Vorab, so berichtet Rausch, habe es eine Infoveranstaltung für die Anlieger gegeben. Die werden über den Straßenausbaubeitrag an den Kosten beteiligt. Die Erneuerung der Straße zu einer Tempo-30-Zone kostet knapp 200 000 Euro . Davon trägt die Gemeinde 35 Prozent, den Rest zahlt das Land. "Gleichzeitig erneut die Wasser- und Energieversorgung Kreis St. Wendel GmbH (WVW) den Mischwasserkanal und die Wasserleitungen", informiert Junk. Das kostet rund 210 000 Euro .

Bis Ende des Jahres, so plant der Oberthaler Bürgermeister, sollen all diese Projekte abgeschlossen sein. Lediglich was die Bepflanzung des Grünstreifens betrifft, wird es wohl Frühling kommenden Jahres.