Zarter Rost und grüner Rausch

St. Ingbert. Zwei Tage lang haben 18 Künstlerinnen aus dem Saarland und Lothringen im St. Ingberter Martin-Luther-Haus in der Josefstaler Straße Werke der vergangenen Monate ausgestellt. Die Künstlergruppe Steinberg war damit zum ersten Mal als Gruppe in St. Ingbert präsent - verschiedene Einzelausstellungen in der Mittelstadt hat es schon gegeben

St. Ingbert. Zwei Tage lang haben 18 Künstlerinnen aus dem Saarland und Lothringen im St. Ingberter Martin-Luther-Haus in der Josefstaler Straße Werke der vergangenen Monate ausgestellt. Die Künstlergruppe Steinberg war damit zum ersten Mal als Gruppe in St. Ingbert präsent - verschiedene Einzelausstellungen in der Mittelstadt hat es schon gegeben. In den Vorjahren fand die jährliche Gruppenausstellung in Wadern-Steinberg statt. Aus verschiedenen Gründen bot es sich an, nach St. Ingbert zu gehen. "Die Räumlichkeiten hier sind gut geeignet, und von Seiten der Kirchengemeinde ist man uns großzügig entgegen gekommen", erklärt Barbara Würtz, die Organisatorin der Ausstellung. Die Blieskastelerin kümmert sich seit 20 Jahren umsichtig um die Geschicke der Künstlergruppe Steinberg. Rund 40 Malerinnen finden sich regelmäßig zusammen, um gemeinsam zu malen, sich auszutauschen, und dabei haben sich im Laufe der Jahre auch viele Freundschaften entwickelt. Beim Besuch im Martin-Luther-Haus fällt als erstes die stilistische Vielfalt der ausgestellten Arbeiten ins Auge. Als am häufigsten benutzte Technik fällt die Acryl-Malerei auf. Aber auch Aquarell und verschiedene Mischtechniken kommen zur Anwendung. Wir sprachen mit einigen der anwesenden Künstlerinnen. Julia Keller arbeitet mit echtem Rost - die entstehenden Brauntöne kombiniert sie mit anderen "warmen Erdtönen", bisweilen setzt echter Grünspan zarte Akzente auf der Farbskala der Vergänglichkeit. Marguerite Müller ist eine der Ältesten im Kreis der Kreativen. Anhand ihres Werkes "Natur und Architektur" erläutert sie ihre Intention: "Lebewesen, die mikroskopisch klein sind, wie etwa Amöben, Schimmelpilze und Viren, werden erhoben auf die gleiche Ebene wie die Riesen-Architekturbauwerke von Menschen. Damit will ich verdeutlichen, dass sie letztlich vielleicht sogar stärker sind als alles, was Menschen schaffen", so Müller. Renate Hurth ist eine der Neueren in der Gruppe. Ihre Acryl-Bilder zeugen von einem "grünen Rausch", den sie diesen Sommer erlebt habe. Für Hurth ist eine bestimmte Farbe ausschlaggebend, sich in das Abenteuer eines neuen Bildes zu wagen. Barbara Würtz lässt sich von der Natur im weitesten Sinn beeinflussen. Zwei sehr farbschöne und dekorative Drucke - Äpfel und Trauben - zeugen davon. Landschaften in AcrylIn zwei weiteren Arbeiten in Acryl hat sie einen Sonnenuntergang bei Biesingen und eine Weiherlandschaft bei Dahn stimmungsvoll und dramatisch dargestellt. Ingrid Kiefer ist eines der Gründungsmitglieder der Gruppe Steinberg. Sie verwendet Mischtechniken bei ihren Arbeiten, von denen eine den Titel "Licht und Schatten" trägt. Das Thema "Angst" hat Nicole Bouché ausdrucksstark verarbeitet. Dr. Anne Holtz-Stephan stellt anhand gezeichneter und immer wieder anders angeordneter Stühle dar, wie nah oder fremd sich Menschen sein können. Gabriele Kluck, von Beruf technische Zeichnerin, sucht mit ihren anmutig zarten Lampionblumen den künstlerischen Ausgleich. Ursula Valerius hat alte Weihnachtskarten verfremdet - mit verblüffendem Erfolg. Evelyn Bachelier will unter anderem "Märchen erzählen", mit einem "Sagentopf", dem allerlei Mystisches und Poetisches entströmt. Spannend auch ihre afrikanischen und indianischen Felszeichnungen nachempfundenen Bilder. Barbara Lütjens lässt sich von "Dingen des Alltags" inspirieren. Ihre Acrylbilder und Aquarelle kann man, wie so vieles im Leben, von mehreren Seiten betrachten. Eva Gisela Quack hat Landschaften in leuchtenden Grün-, Gelb- und Blautönen eingefangen. Zu den ausstellenden Künstlerinnen gehörten auch Ilse Schäfer, Brigitte Weiand, Gabi Becker, Irmtraud Fritsch, Anni Gebhard, Sigrid Windecker und Jutta Rosche.

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