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Vorletztes Puzzlestück der Mitte

Vorletztes Puzzlestück der Mitte

Oberthal. Für 100 000 Euro hat die Gemeinde Oberthal ein neues Rathaus bekommen. Das rechnete Bürgermeister Stephan Rausch am Freitag den Gästen der Einweihungsfeier vor. Und diese Rechnung verknüpfte er gleich mit dem Dank an alle, die den Großteil der Gesamtkosten von insgesamt 2,34 Millionen Euro übernommen haben. 1,9 Millionen Euro gab es an Zuschüssen von Land, Bund und EU

Oberthal. Für 100 000 Euro hat die Gemeinde Oberthal ein neues Rathaus bekommen. Das rechnete Bürgermeister Stephan Rausch am Freitag den Gästen der Einweihungsfeier vor. Und diese Rechnung verknüpfte er gleich mit dem Dank an alle, die den Großteil der Gesamtkosten von insgesamt 2,34 Millionen Euro übernommen haben. 1,9 Millionen Euro gab es an Zuschüssen von Land, Bund und EU. Der Rest der Summe wird durch den Verkauf der Fläche, auf der noch das alte Rathaus steht, erlöst.Das neue Haus, so sieht es der Bürgermeister, stehe nicht nur in Oberthals neuer Mitte, es sei der Mittelpunkt der ganzen Gemeinde, ein Ort für Verwaltung, Politik und Kultur. In ihrem neuen "Heim", das hätten die vergangenen fünf Wochen seit dem Umzug gezeigt, fühlten sich die Bediensteten wohl. Gut aufgehoben sollten sich im neuen Rathaus auch die Ratsuchenden und die Gemeinderatsmitglieder fühlen. Der Rathausneubau sein nur ein Teil in vielteiligen Puzzle "neue Oberthaler Mitte". Ein schwieriges Puzzle, an dem viele Jahre gearbeitet worden sei, gehe jetzt mit dem Rathausbau seiner Vollendung entgegen.

Als sichtbares Signal der Lebensfähigkeit und der Gestaltungsfähigkeit des ländlichen Raumes sieht Karl Rauber, Chef der Staatskanzlei und Minister, das neue Rathaus. Es sei ein Teil eines großen Ganzen einer "schmucken, attraktiven Ortsmitte". Das Haus biete keinen Luxus, aber gute Arbeitsbedingungen und sei ein Raum für Begegnungen mit den Bürgern. "Als Mutter des Projektes" bezeichnete Rauber Bürgermeisterin Sigrid Morsch. Ihr Nachfolger Rausch habe das Projekt geerbt, es aber nicht nur verwaltet, sondern "mit großem Engagement weitergetrieben". Damit das Haus in Zukunft auch ins rechte Licht gerückt werden könne, sagte der Minister einen Zuschuss für die noch fehlende Außenbeleuchtung zu.

Nachhaltigkeit bescheinigte Volker Leers, Geschäftsführer der Gekoba, Gesellschaft für Gewerbe und Kommunalbauten, der Entscheidung des Oberthaler Gemeinderates, dieses Rathaus zu bauen und damit die kommunale Entwicklung voranzutreiben. Mitte des Jahres werde sein Unternehmen mit dem Bau des zweiten Bauabschnittes (arbeiten und wohnen) beginnen, der dann Mitte 2012 eröffnet werden könne und Oberthals neue Mitte abrunde.

Dechant Klaus-Peter Kohler und Pfarrer Jörg Gartes segneten das Rathaus ein.

Meinung

Gelebte Demokratie

Von SZ-RedakteurDagobert Schmidt

Wie selbstverständlich steht es heute da, das neue Oberthaler Rathaus - mitten im Ort, schlicht, zweckmäßig, ganz ohne Schnickschnack, weder ein Prunkbau, noch ein Denkmal. Und doch ist der Bau etwas Besonders, ein Zeichen für gelebte Demokratie. Das alte sanieren - ein neues bauen - über Jahre flogen beim Thema Rathaus im Oberthaler Gemeinderat die Fetzen, drohte der Streit das ansonsten gute Miteinander zum Wohle der Gemeinde zu beenden. Es wurde gar versucht, die Bürger für diesen Streit zu aktivieren.

Alles Schnee von gestern. Wie es in einer Demokratie sein muss, beendete die endgültige Entscheidung, der Baubeginn, auch das heftige Ringen im Rat um die beste Lösung, ohne große Häme derer, die sich durchgesetzt hatten und ohne großes Nachtreten der Unterlegenen. Mit einem Rat, der Demokratie so lebt, ist Oberthal für alle Stürme, die die Zukunft noch bringen wird, gut gerüstet.