Theater in Steinberg-Deckenhardt

Theater : Von wegen „unschuldiges Lamm“

In den Steinberger Stuben sorgen die Theaterfreunde derzeit mit „Ein Mann mit Vergangenheit“ für Lacher.

Die Zeichen stehen schlecht für Theodor Benz, den Inhaber des Hotels „Zum unschuldigen Lamm“. Gerade hat sich Filmdiva Dolly Molly als Gast angekündigt und Benz glaubt, damit das miese Geschäft wieder etwas ankurbeln zu können, da findet er heraus, dass es sich bei der Hollywooddiva nicht nur um ein ganz kleines Sternchen am Filmhimmel, sondern auch noch um seine frühere Geliebte handelt. Was sich daraus entwickelt, ist ein Stück voller Verwirrungen und Verwechslungen. Mit „Ein Mann mit Vergangenheit“ von Jakob Stebler haben sich die Theaterfreunde Steinberg-Deckenhardt an ein für Schauspieler und Kulissenbauer recht anspruchsvolles Werk gewagt, das dem Publikum mehrere heitere Stunden bescheren sollte. „So etwas Verrücktes erlebt man nicht alle Tage“, versprach Regisseurin Birgit Braun kurz vor der Aufführung.

Und sie sollte recht behalten. Schon im ersten Akt des dreiteiligen Stückes sorgt die extravagante Filmdiva, gespielt von Janina Schwan, für reichlich Trubel, denn sie möchte vor ihrem großen Auftritt im Hotel erst mal noch ein Interview geben. Dass der entsprechende Reporter (Michale Heckmann) den strengen Regeln seiner rabiaten Vermieterin (Silvia Lorenz) völlig untergeben ist und eigentlich gar keinen Damenbesuch empfangen darf, weiß Dolly Molly nicht. Und so reicht die Zeit auch gerade nur dafür aus, dass Reporter Fritz Vogel herausfindet, dass die Filmdiva die ehemalige Geliebte das Lammwirts Benz (Herbert Knorn) ist. Das nutzt Vogel dann im zweiten Akt aus, denn der Lammwirt ließ ihn gerade wegen unbezahlter Rechnungen pfänden. Er informiert die eifersüchtige Lammwirtin (Miriam Pick), und schon steht die Welt von Benz auf dem Kopf.

Wie das Stück endet, sei an dieser Stelle noch nicht verraten, denn die Theaterfreunde haben noch zwei bereits ausverkaufte Vorstellungen von „Ein Mann mit Vergangenheit“ vor sich. Insgesamt acht Mal bringen die Schauspieler das Stück in den Steinberger Stuben auf die Bühne und jede einzelne Aufführung war bereits Tage im Voraus ausverkauft.

Das freut Regisseurin Birgit Braun. Aber auch die Reaktionen des Publikums machen sie stolz: „Die Leute gehen nach jeder Vorstellung lachend raus und man kann sehen, dass sie sich wirklich amüsiert haben“, weiß Braun zu berichten. „Deshalb bin ich auch auf meine Schauspieler sehr stolz, denn das Stück ist nicht einfach und fordert die Spieler sehr.“

Doch damit nicht genug: Um noch etwas mehr als das Stück an sich bieten zu können, hat Braun sich außerdem ein Begleitprogramm überlegt, mit dem sie und ihre Schauspieltruppe bei den Besuchern punkten konnten. Sänger und Musiker Julian Rolinger sorgte für Musik. Er bot eine Interpretation von „Marmor, Stein und Eisen bricht“ sowie Songs aus dem Musical „Hair“. Außerdem gestaltete er ein musikalisches Dankeschön der Theaterfreunde an das Publikum, in dem er das Lied „Merci“ für alle Gäste sang.

Doch allein mit Zuhören war es bei den Theaterfreunden dann auch nicht getan. Während des gesamten Stückes erklang immer wieder einmal der Schlager „Ein Bett im Kornfeld“ – genügend Zeit also, sich den Refrain des Songs wieder in Erinnerung zu rufen und kräftig mitzusingen.

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