Schmuckstück zu Ehren Marias

Güdesweiler. Eine anrührende Mariengrotte findet, wer am Ende der Kapellenstraße in Güdesweiler in die Sackgasse "Im Bruch" einbiegt und hier bis zum Wendehammer am Waldrand geht. Geschaffen hat das kleine Schmuckstück der Maurer und Kachelofenbauer Nikolaus Will, der unmittelbar daneben wohnt

Güdesweiler. Eine anrührende Mariengrotte findet, wer am Ende der Kapellenstraße in Güdesweiler in die Sackgasse "Im Bruch" einbiegt und hier bis zum Wendehammer am Waldrand geht. Geschaffen hat das kleine Schmuckstück der Maurer und Kachelofenbauer Nikolaus Will, der unmittelbar daneben wohnt. Im Mittelpunkt der Grotte steht eine etwa 50 Zentimeter messende, betende Madonnenfigur, die die Schwiegermutter Wills vor fast 50 Jahren von einer Pilgerreise aus dem Wallfahrtsort Lourdes mitgebracht hat. Seither stand die Statue viele Jahre bei Fronleichnamsprozessionen im Fenster des Hauses von Johann und Maria Karthein in der Dorfstraße, ehe sie nach deren Tod den Weg zu Brigitte und Nikolaus Will antrat. Ehrenplatz auf dem KaminHier hatte sie lange Zeit einen Ehrenplatz auf dem Kamin im Wohnzimmer, wie der 72-jährige Nikolaus Will erzählt. Nun ergab es sich, dass das Erbstück und ein Hobby des passionierten Gestalters zusammenfanden. Seit vielen Jahren schon sammelt Nikolaus Will Steine und Mineralien. Ein großer Sammelhaufen hinterm Haus und eine ausgewählte bearbeitete und zusammengetragene Sammlung geschnittener und geschliffener Steine in der Garage belegt diese Leidenschaft. Mit einer eigenen Steinschneidemaschine samt Schleifeinheit und einer Trommelschleife für kleinere Sammelstücke bringt Will seine "Schützlinge" zum Glänzen und Erzählen. Auf dem Freisener Bann ebenso wie am Oberthaler Scheuerberg und am "Schwarzen Kreuz" zwischen Güdesweiler und Bliesen und so weiter sucht und findet Nikolaus Will seine Steine und Zeugen der Erdgeschichte. Wie bei jedem leidenschaftlichen Sammler, so sprengte vor einiger Zeit die Zahl der Stücke den zur Verfügung stehenden Platz. "Wohin damit?", war die Frage. Die überzeugende und wohl beste Antwort ist nun an eben jenem beschriebenen Platz zu bestaunen. Aus den Sammlerstücken entstand in fleißiger Handarbeit eine Grotte, die etwa zwei mal zwei Meter misst. Rund ein halbes Jahr und etwa 250 Stunden Arbeit stecken in dem Bauwerk. 30 Sack Fertigmörtel und zehn Sack Beton wurden verarbeitet. Anregungen hatte sich Will in Namborn und Eckelhausen, in Marpingen und Freisen sowie bei einer Reise nach Tirol in Kitzbühel am Großglockner geholt. Langsam reifte der Plan aus den gesammelten Mineralien, Fossilien und mitgebrachten Mittelmeermuscheln ein eigenes Werk entstehen zu lassen. Im vergangenen Jahr begannen die Vorbereitungen. Mit zwei Stahlmatten formte der Maurermeister den Kern der Konstruktion als Gewölbe. Als zweischaliges Mauerwerk setzte er dann Stein um Stein seine Schmuckstücke in Szene. So entstand eine Grotte, die Einblicke in mineralische Drusen mit der Ansicht eindrucksvoller geschliffener Achatscheiben und quervermauerte Muscheln zum Einstellen von Teelichtern kombiniert. Eine mit Granitplatten belegte Treppe führt hinauf zur Madonnen-Statue. Aus eigener Produktion Wills stammen die gegossenen Muttergottesstatuetten, die als Halbreliefs die Lourdes-Statue flankieren, ebenso wie die Engelchen, die zusätzlich mit bronzener Farbe ein goldiges Antlitz erhielten. Vor der Witterung geschützt wird das Bauwerk durch ein blechgedecktes Satteldach in Schindeloptik. Kirchlicher SegenKirchlichen Segen erhielt die kleine Andachtsstätte im April diesen Jahres anlässlich der goldenen Hochzeit von Nikolaus und Brigitte Will. Pastor Peter Bläsius, ein guter Bekannter der beiden, der vor seinem Ruhestand lange als Krankenhausseelsorger in Saarbrücken tätig war, erbat den Segen Gottes. Gerne dürfen fromme Beter eine Kerze auf den Granitstufen oder in den Muschelschalen hinterlassen, so Will.