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Rekordhöhe bei Pyramide für die Hexennacht in Güdesweiler

Hexennacht : Lagerfeuer-Romantik stand ganz am Anfang

Rekordhöhe in Güdesweiler: Noch nie war die Pyramide so hoch.

Ist das nicht eigenartig? Nur damit die Besucher Bauklötze staunen können, zerstört der Güdesweiler Angelsportverein ein mühevoll errichtetes Kunstwerk. Am  Dienstag, 30. April, wird in der Hexennacht zum 25. Mal die aufgebaute Holzpyramide von den Flammen gefressen. 1994 hat der Angelsportverein Güdesweiler damit ganz klein angefangen und Holz für einen vereinsinternen, romantischen Lagerfeuer-Abend gesammelt. Daraus ist dann die Wiederbelebung eines Brauchtums geworden, das bis ins Mittelalter zurückgeht.

Rückblick: Für die frühere Generation hat der Winter eine ganz andere Bedeutung gehabt. Dunkelheit, Kälte, mangelhafte Ernährung, gar Hunger, Krankheit, Tod. In der sagenumwitterten Walpurgisnacht sind dann die bösen Geister und Hexen mit dem Feuer vertrieben worden. Heutzutage hat diese Tradition des Hexenfeuers jedoch nur noch wenig mit Aberglauben und Hexenverbrennung zu tun, sondern ist die Inszenierung am Angelweiher als Volksfest mit mehr als 400 Gästen anzusehen.

Für das heiße Spektakel haben die örtlichen Angler diesmal eine Holzkonstruktion mit einer neuen Rekordhöhe von 9,70 Metern aufgebaut. „Leider geht der Kran nicht höher als zehn Meter“, scherzt Mike Seibert, Vorsitzender der Angler. Zuvor war das Bauteam drei Samstage mit der Holzernte im Wald beschäftigt. „Das ganze Holz stammt wie immer aus einem Privatbesitz. Dieses Jahr vorwiegend aus der Fichte, in der der Borkenkäfer drin war“, berichtet Seibert. An zwei Samstagen haben sie die Pyramide aufgebaut und das Innere mit Paletten und Holzabfällen bis oben hin vollgestopft. Innen in der Holzkonstruktion haben sie einen Hohlraum für eine Brennkammer freigelassen. Zwei Strohballen werden in den Kamin gesteckt, um das Feuer zu entzünden.

Die Pyramide ist so konzipiert, dass der Bau stufenweise in sich zusammenfällt. „Mittlerweile werden wir zwar immer schneller fertig, aber ohne die jüngeren Leute, die richtig anpacken, könnten wir es nicht mehr machen“, meint der Anglerchef. Die von der Genehmigungsbehörde ausgestellte Lizenz zum Abfackeln hat er bereits in der Tasche. Hatte er im Vorjahr auch, was aber nichts nutzte. In der Hexennacht war das Feuer wegen starker Windböen aus Sicherheitsgründen abgeblasen worden. Vom Deutschen Wetterdienst (DWD) war eine länger anhaltende Unwetterwarnung der Stufe drei mit auftretenden Windböen bis zu 80 Kilometern pro Stunde vorausgesagt worden. „Durch den Funkenflug wird es zu gefährlich“, hatte Seibert die brennende Vernichtung der Holzkonstruktion verschieben müssen. Eine Woche später hatte es dann beim zweiten Anlauf gezündet.