1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Oberthal

Plan: Landkreis schließt Realschule in Oberthal Schon neue Nutzung im Visier

Plan: Landkreis schließt Realschule in Oberthal Schon neue Nutzung im Visier

Namborn/Oberthal/St. Wendel. 225 Schüler in elf Klassen an zwei Standorten - und die Geburtenrate zeigt nach unten. Das kann nicht mehr lange gut gehen. Davon sind diejenigen überzeugt, die sich seit September Gedanken machen, was aus der Erweiterten Realschule (ERS) Namborn-Oberthal werden soll

Namborn/Oberthal/St. Wendel. 225 Schüler in elf Klassen an zwei Standorten - und die Geburtenrate zeigt nach unten. Das kann nicht mehr lange gut gehen. Davon sind diejenigen überzeugt, die sich seit September Gedanken machen, was aus der Erweiterten Realschule (ERS) Namborn-Oberthal werden soll. Zu jenen, die neue Strukturen ausbaldowern, gehören Politiker sowie Schulvertreter. Mittlerweile kristallisiert sich heraus: Ab Herbst 2011 wird es nur noch einen Standort geben. Und der soll nach Namborn kommen.Dies sei das Ergebnis verschiedener Sondierungsgespräche, sagte St. Wendels Landrat Udo Recktenwald (CDU; Foto: dia-saar.de/SZ). Damit bestätigte er als Verantwortlicher für die weiterführende Schule SZ-Informationen. Der Landkreis ist Schulträger. Ob es tatsächlich dazu kommt, dass alle ERS-Schüler der heute zwei Standorte ab dem Schuljahr 2011/12 nur ein Schulgebäude nutzen, darüber entscheidet zu guter Letzt der Kreistag. Dieser beschäftigt sich am Montag, 22. November erstmals damit. Recktenwald kündigte an, während der Sitzung über den Sachstand aus Sicht der Kreisverwaltung zu informieren.

Rückendeckung erhält der Landrat ausgerechnet vom Rathaus-Chef, der nach bisherigen Plänen den ERS-Standort verliert: von Oberthals Bürgermeister Stephan Rausch (CDU; Foto: privat). Ihm erscheine ein an einem einzigen Standort zusammengefasster Unterricht durchaus plausibel. "Wir hatten im vergangenen Jahr 30 Geburten." Für ihn ein untrügerischer Beweis, dass es in den nächsten Jahren immer weniger Schüler und damit zurückgehende Anmeldungen an der Noch-ERS Namborn-Oberthal gebe. Rausch: "Da bleibt uns nichts anderes übrig, als heute schon zu reagieren. Hielten wir am jetzigen Modell fest, wird der Standort in ein paar Jahren zwangsläufig infragegestellt." Recktenwald ergänzt: "Uns ist es wichtig, generell ortsnahe Standorte zu erhalten."

So sieht es auch Saar-Bildungsminister Klaus Kessler (Grüne). Jedenfalls hatte er dies unlängst während eines SZ-Gesprächs betont. Demnach wolle er wohnortnah Schulen retten, insbesondere in ländlichen Regionen des nördlichen Saarlandes und damit ebenfalls im St. Wendeler Land (wir berichteten).

Da bisher der Schülertransport zur ERS Namborn-Oberthal unproblematisch sei, geht Landratsamtschef Recktenwald von der gleichen Situation aus, sollte nur ein Schulgebäude genutzt werden. Rausch pflichtete bei: "Ob die Kinder nach Oberthal oder nach Namborn fahren, kommt aufs selbe raus. Jetzt mussten sie ohnehin nach der Hälfte ihrer Schulzeit den Ort wechseln."

Hintergrund: In Namborn werden zurzeit die fünften bis siebten Klassenstufen unterrichtet, ab dann bis zur Abschlussklasse zehn in Rauschs Gemeinde Oberthal.

Namborns Bürgermeister Theo Staub (SPD; Foto: dia-saar.de/SZ) hatte schon im Amtsblatt seiner Gemeinde zum künftigen ERS-Standort geschrieben: "Es ist geplant, ab dem nächsten Schuljahr die ERS komplett nach Namborn zu verlagern, da ein entsprechendes Platzangebot vorhanden ist." Über die Hintergründe war indes nichts zu lesen.

Wenn jetzt alles nach dem Zeitplan des Landrats abläuft, soll der Kreistag noch vor Weihnachten über den Schulstandort entscheiden. Voraussichtlicher Termin: Montag, 13.12.2010.

Oberthal. Sollte der St. Wendeler Kreistag für den Abzug der Erweiterten Realschule aus Oberthal stimmen, könnten die beiden derzeit getrennten Förderschulen für Lernbehinderte - die Helene-Demuth-Schule in St. Wendel (58 Schüler) sowie die Buchwald-Schule in Mosberg-Richweiler (46) - dort einziehen. So schwebt es Landrat Udo Recktenwald vor. "Das wäre auch eine Qualitätsverbesserung für die Förderschulen, da es in Oberthal Sportstätten gibt." Diese fehlten ihnen bislang. Das dann frei werdende Haus in Mosberg-Richweiler könne die Gemeinde Nohfelden nutzen. Konkrete Vorschläge stehen jedoch noch aus. Das dann verwaiste Haus in der Kreisstadt gehört dem Landkreis. Hier stehe eine eventuelle Nachnutzung ebenso aus. hgn

Stichwort

Die Erweiterte Realschule (ERS) Namborn-Oberthal hat zurzeit zwei Standorte. In Namborn steht das größere Gebäude mit 21 Sälen, in Oberthal gibt es elf. Sechs Klassen mit 125 Schülern sind in Namborn untergebracht. Hier werden die Jahrgangsstufen fünf bis sieben unterrichtet. Fünf Klassen mit 100 Schülern lernen am Standort Oberthal (achte bis zehnte Stufe). hgn