Ofenmuseum in Reichenbach hat wieder geöffnet

An Sonn- und Feiertagen : Ofenmuseum in Reichenbach wieder geöffnet

Das Ofenmuseum in Reichenbach hat wieder geöffnet. Bei kostenlosem Eintritt kann das von Maria und Wolfgang Lengler aus Gronig betriebene Museum sonntags und an Feiertagen jeweils in der Zeit von 10 bis 17 Uhr bis zum Reichenbacher Weihnachtsmarkt (am Samstag vor dem ersten Advent) besucht werden.

Das Betreiber-Ehepaar hat sich vorgenommen, in jedem Jahr mit einer Sonderausstellung, die jeweils im Nebenraum aufgebaut ist, unterschiedlichen Epochen Raum zu gewähren. Nach der Ausstellung im vergangenen Jahr zu dem Thema „Nachkriegskultur“, stehen jetzt viele religiöse und weltliche Gegenstände zu dem Thema „Glaube und Aberglaube im Wandel der Zeit“ im Mittelpunkt der Ausstellung.

Nachdem gegen Ende des sogenannten „Dunklen Jahrhunderts“ (882 bis 962), dem Karolinger­reich, das kirchliche Leben moralisch auf einen Tiefpunkt gesunken war und sich schwere Missstände entwickelt hatten, führte eine Gegenbewegung zu einer gesteigerten Askese und Reinigung von allem Weltlichen. Zentral war dabei vor allem der Gedanke der Vanitas, aus dem zwangsläufig gefolgert wurde, es sei im Leben am wichtigsten, sich auf den Tod vorzubereiten, teilt ein Museums-Sprecher mit. So stieg bei den Menschen das Bewusstsein um die eigene Sterblichkeit, von der sich die Menschen ständig bedroht sahen. Die Auseinandersetzung mit dem Unfassbaren durchdrang die Religion, die Philosophie und beschäftigte die bildende Künste. So entstanden unter anderem  kleine, aus Knochen, Bein, Horn geschnitzte Skelette und Totenköpfe, die als Symbol der Vergänglichkeit angesehen wurden. In der Sonderausstellung sind solche Miniaturskelette, so genannte Tödlein, Memento oder Mori in originalen gläsernen Betrachtungskästchen zu sehen. Während der Wallfahrten und Ausfahrten galten die mitgeführten Reisetödlein als Schutzsymbol. Der Betrachter sollte vor Unheil und vor dem Bösen bewahrt werden. Passend dazu werden auch geschnitzte Beisteller, zum Totentanz gezeigt. Es sind Darstellungen der Gewalt des Todes über das Menschenleben.  Ein  außergewöhnliches Stück ist nach Angaben des Sprechers  der mehr als 200 Jahre alte,  geschnitzte Pilgerstock, der am Griffstück zwei verzierte Türchen für Reliquien als Besonderheit aufzuweisen hat. Objekte von Wunderheilern und der Mönchs,- und Klostermedizin aus grauer Vorzeit runden die  Sonderausstellung ab.

In der eigentlichen Ausstellungshalle, die um einen Badeofen und einen Bilderofen aus der Jugendstilzeit erweitert wurde, sind nach wie vor etwa  40 antike Öfen aus drei Jahrhunderten und Industriegemälde zu sehen. Die Lenglers hoffen mit dieser Sonderausstellung auch das Interesse der Besucher zu wecken, die der Ofenausstellung bereits einen Besuch abgestattet haben.

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