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Oberkirchen-Grügelborn ist Bezirksliga-Meister und steigt in Landesliga auf

Fußball : Der neue Meister leistet Wirtschaftshilfe

Riesenjubel bei der SG Oberkirchen-Grügelborn. Nach den Beschlüssen des außerordentlichen Verbandstags vergangene Woche war klar, dass die SG Meister der Bezirksliga St. Wendel ist. Spontan leistete die SG danach Hilfe für die Wirtschaft.

Die Entscheidung fiel zwar nicht auf dem Platz, aber zumindest erreichte sie die Kicker der SG Oberkirchen-Grügelborn auf dem Feld: Nach dem Abbruch der Fußball-Saison 2019/20 wegen der Corona-Pandemie wurde am vergangenen Dienstag entschieden, dass die nach einer Quotientenregel bestimmten Meister aufsteigen dürfen.

In der Bezirksliga St. Wendel ist dies die SG Oberkirchen-Grügelborn, die die Liga zum Zeitpunkt des Abbruchs mit fünf Zählern Vorsprung vor der SG Dirmingen-Berschweiler anführte. Als die entsprechenden Entscheidungen auf dem außerordentlichen virtuellen Verbandstag des Saarländischen Fußball-Verbandes getroffen wurden, absolvierten die SG-Spieler gerade eine Trainingseinheit.

„Die haben wir dann abgebrochen, nachdem klar war, dass wir Meister sind. Anschließend haben wir spontan ein wenig gefeiert“, berichtet Lukas Biehl, der gemeinsam mit Pascal Schmidt seit dieser Saison als Spielertrainer-Duo bei seinem Heimatverein fungiert.

Am Mittwoch ging die Feier dann weiter. Die Kicker reservierten in einer St. Wendeler Kneipe drei Zehnertische und ließen es dort – soweit es die Corona-Regeln zuließen – zumindest ein wenig krachen. Für den Gastronomie-Betrieb war dies nach einer harten Zeit, in der er wegen des Virus nicht öffnen durfte, sicher eine willkommene „Wirtschaftshilfe“, wie Biehl grinsend erklärt: „Ein paar Scheine sind da schon über den Tisch gegangen.“

Für die SG war die Feier die Krönung einer mehr als gelungenen Saison. „Als wir Lukas und Pascal als Trainer verpflichteten, war es schon unser Ziel, irgendwann wieder in die Landesliga zu kommen. Dass es so schnell geht, damit hätten wir nicht gerechnet“, freut sich Jannik Bettinger, der gemeinsam mit Jörg Schreier die SG als Vorsitzender anführt.

Bevor der SV Grügelborn und der FC Oberkirchen vor fünf Jahren ihre Kräfte bündelten, war Grügelborn letztmals 2014 in der Landesliga Nord vertreten. Wann der FC Oberkirchen, der in den 70er Jahren sogar schon mal in der Amateurliga und der Verbandsliga Saar spielte, zuletzt Landesligist war, konnte Bettinger nicht sagen. „Das weiß ich jetzt wirklich nicht. Das war noch weit vor meiner Zeit“, erklärt der 31-Jährige.

Als Gründe für den Erfolg in der Spielzeit 2019/20 sieht der Vorsitzende auch die Tatsache, dass neben dem Spielertrainer-Duo weitere Rückkehrer wie Jan Klein oder Max Schaadt verpflichtet werden konnten. „Dazu sind Spieler, die schon zuvor bei uns waren, wie Aaron Huwer oder Marco Schmidt neu aufgeblüht“, berichtet Bettinger. „Hinzu kam noch, dass wir eine echte Einheit sind, da die Mannschaft zu 99 Prozent aus einheimischen Spielern besteht.“

Bei dieser Einheit griffen sportlich die Rädchen nach und nach perfekt ineinander. „Mit jedem Training und jedem Spiel sind wir besser zusammengewachsen“, findet Biehl. „Am Anfang der Saison gerieten wir beispielsweise noch in vielen Spielen unnötig in Rückstand, später ist uns das nur noch selten passiert.“ So konnte Oberkirchen-Grügelborn bis zum Saisonabbruch 15 Siege bejubeln. Lediglich zwei Mal musste sich der Meister mit einem Remis begnügen, hinzu kamen zwei Niederlagen.

Mit 73 geschossenen Toren hatte Oberkirchen-Grügelborn auch den mit Abstand besten Angriff der Liga vor Verfolger Dirmingen-Berschweiler (57 Treffer). Spielertrainer Biehl sicherte sich mit 21 Toren aus 17 Begegnungen mit klarem Vorsprung den Titel des Torschützenkönigs vor Rene Berlinghof vom 1. FC Niederkirchen und Jan Stutz vom STV Urweiler (beide je 14 Treffer).

Auf Tore von Biehl hofft die SG natürlich auch in der kommenden Saison in der Landesliga. Der Stürmer sagt: „Die Landesliga ist sportlich sehr interessant für uns. Es gibt richtig starke Gegner wie den FC Wiesbach II, den TuS Nohfelden, die SG Bostalsee oder die SG Neunkirchen-Selbach. Da werden wir in jedem Spiel gefordert sein.“ Der 27-Jährige ergänzt: „Unser Ziel wird es sein, nichts mit dem Abstieg zu tun zu bekommen.“

In der höheren Spielklasse vertraut Oberkirchen-Grügelborn weitestgehend seinem Aufstiegs-Team. Zwei Neuzugänge wird es aber dennoch geben. Von der ASV Kleinottweiler (Landesliga Ost) kommt Tobias Wagner, der zuvor auch für die SF Güdesweiler auflief. Nach einer Fußball-Pause wird zudem der aus Oberkirchen stammende Tillmann Klos wieder die Schuhe schnüren. Der Defensiv-Akteur spielte in der Jugend unter anderem für den 1. FC Kaiserslautern und die SG Blaubach-Diedelkopf – den Heimatverein von Miroslav Klose.

Abgänge wird es beim Landesliga-Aufsteiger wohl keine geben. Offen ist lediglich noch, inwieweit Vize-Kapitän Aaron Huwer dem Club zur Verfügung steht, da er bei der Bundeswehr in Flensburg arbeitet.