Neuer Lebensraum an der Sonne

Gronig. In Gronig ist durch das Anlegen eines Sonderbiotops ein Projekt verwirklicht worden, welches mit dazu beiträgt, die Lebensraumvielfalt für Pflanzen und Tiere zu erhalten und zu erweitern. Die Initiative dazu ging von dem Naturschutzbeauftragten Klaus Kuhn und von Jagdvorsteher Hans Josef Recktenwald aus

Gronig. In Gronig ist durch das Anlegen eines Sonderbiotops ein Projekt verwirklicht worden, welches mit dazu beiträgt, die Lebensraumvielfalt für Pflanzen und Tiere zu erhalten und zu erweitern. Die Initiative dazu ging von dem Naturschutzbeauftragten Klaus Kuhn und von Jagdvorsteher Hans Josef Recktenwald aus. Sie entwickelten mit sieben Helfern im ehemaligen Steinbruch unweit der Kapellenwiese, am Rötelsteinpfad gelegen, ein Biotop. In die Planung und die Beratung für diese kleine ökologische Insel in dem 70 mal 20 Meter großen Geländeeinschnitt waren der Naturschutzbund, Bürgermeister Stephan Rausch (CDU), Abteilungen der Gemeindeverwaltung und die Forstbehörde eingebunden.Immer samstags war Arbeitseinsatz. Die Felswand und das darunter liegende Plateau von ihrem Bewuchs zu befreien war allerdings nicht ganz ungefährlich. Der künftige Zufluchtsort für Pflanzen und Tiere ist nicht nur ausgeputzt worden. Das natürliche Totholz wurde belassen und eine sogenannte Verschrankung mit Ästen und einem Erdwall geschaffen, die den Zutritt zu dem Areal verwehren. Das Ablagern von Unrat und das Anlegen von Feuerstellen sind deshalb dort nicht möglich. Nach etwa 100 Stunden war das Werk vollendet. "Es war unsere Absicht, dass sich dort Leben ohne menschlichen Eingriff und ohne Störung entwickeln kann", sagte Hans Josef Recktenwald im Gespräch mit der SZ. "Inmitten eines dichten und schattigen Mischwaldes kann sich nun ein trocken-warmes Ökosystem als Kleinlebensraum für Höhlenbrüter, Reptilien und Insekten entwickeln. Es können Pflanzen gedeihen, die mehr im Verborgenen existieren und oft übersehen werden." Vom Morgen bis zum frühen Nachmittag wird das Biotop von der Sonne beschienen.

Während einer kleinen Abschlussfeier stellte der Naturschutzbeauftragte Klaus Kuhn zufrieden fest: "Wir wollen in den kommenden Jahren beobachten, wie der Lebensraum angenommen wird und welche Tier- und Pflanzenwelt sich entwickelt hat." Bürgermeister Stephan Rausch flocht in seine Dankworte den Satz ein: "Hier ist ein ganz neuer Lebensraum für die Natur entstanden. Und weil alles über das Ehrenamt gelaufen ist, hat die Gemeinde keinen Cent dafür bezahlen müssen."