"Lachen kann ein Trost sein"

Oberthal. Pure Lebensfreude und ein gutes Herz - diese Eigenschaften zeichnen Richard Bokumabi aus. Der evangelische Pfarrer, gebürtig aus Équateur, einer Provinz im Kongo, kommt, nennt Deutschland nun seit 18 Jahren seine Heimat. Durch ein Austausch-Programm der Kirche ist der 53-Jährige damals mit seiner Familie nach Deutschland gekommen

Oberthal. Pure Lebensfreude und ein gutes Herz - diese Eigenschaften zeichnen Richard Bokumabi aus. Der evangelische Pfarrer, gebürtig aus Équateur, einer Provinz im Kongo, kommt, nennt Deutschland nun seit 18 Jahren seine Heimat. Durch ein Austausch-Programm der Kirche ist der 53-Jährige damals mit seiner Familie nach Deutschland gekommen. Ein Jahr lang hat er in Wuppertal die Sprache gelernt, dann ist er ins Saarland gezogen. Heute lebt er in Oberthal und arbeitet bei der Gemeinde in Uchtelfangen. Gerne erinnert er sich an die Anfangszeit und seine erste Konfrontation mit dem saarländischen Dialekt zurück. Sein ehemaliger Nachbar fragte ihn, ob er auch "Grumbeeren" essen würde. Lange habe er gebraucht, um zu verstehen, dass "Grumbeeren" und Kartoffeln ein und dasselbe sind, erzählt er lachend.Ob er seine alte Heimat vermisst? "Ich lebe jede Stunde, jede Minute mit den Füßen hier und mit dem Kopf im Kongo", antwortet er glücklich. Afrika sei zwar seine erste, das Saarland mittlerweile aber auch seine Heimat geworden. "Ich fühle mich hier sehr wohl", lächelt er zufrieden und fügt hinzu: "Man lebt hier wie in einer großen Familie."

Bereits im Kongo war er als Pfarrer tätig. Der Gottesdienst dort unterscheide sich in den Grundelementen nicht von dem hier. Es wird gesungen, gepredigt, gemeinsam gebetet und Gott gelobt. In Deutschland dauert ein Gottesdienst jedoch eine Stunde, dann sei er vorbei. "Im Kongo zieht er sich bis zu drei Stunden. Durch das Trommeln, die Lebendigkeit und vor allem die Fröhlichkeit vergisst jeder die Zeit", erinnert sich Bokumabi. "Lachen kann für uns ein Trost sein", fügt er hinzu. Das Trommeln hat er auch hier mit der Gruppe Saar-Lolunga in seine Gottesdienste eingebaut. Lolunga ist der Name eines Flusses im Kongo, mit dem er viele Erinnerungen verbinde. Er hat eine afrikanische Musikausbildung und gibt sein Wissen gerne an jeden weiter, der sich dafür interessiert. Auch ein Gospelchor begleitet ihn regelmäßig in der Kirche. "Jeder ist herzlich eingeladen. Man lernt das Singen hier mit viel Spaß", erklärt der Pfarrer. Jedoch nicht nur bei dem Erlernen von Singen und Trommeln macht sich Richard Bokumabis große Hilfsbereitschaft bemerkbar. Im Jahr 2007 wurde die Kongohilfe Saar gegründet. Yvonne Fegert, die jetzt Vorsitzende des Vereines ist, habe die Idee dazu gehabt. "Sie hat in Afrika Umstände, die man sich nicht vorstellen kann, selbst erlebt", gibt Bokumabi, Vorstandsmitglied des Vereines, zu bedenken. Sie haben schon viel erreicht, beispielsweise haben sie mit Hilfe von Spenden Krankenbetten für Krankenhäuser besorgen können. Auf eine Sache ist der Pfarrer besonders stolz: "Jeder Cent, der gespendet wird, kommt an." Zwischen all dem zeitintensiven Engagement vergisst er aber nie den Sinn seines Lebens, den Weg, den Gott für ihn vorgesehen hat: seinen Glauben. "Alles, was ich tue, mache ich, um den Menschen das Evangelium näher zu bringen", sagt Richard Bokumabi bestimmt. "Und das tue ich mit Liebe."