Kolumne Unsere Woche : Der vergessene Astronaut

Den ersten Menschen auf dem Mond kennt jeder. Wie ein Michelin-Männchen hüpfte Neil Armstrong am 21. Juli 1969 um 3.56 Uhr deutscher Zeit auf die staubige Oberfläche. Wenige Minuten später folgte ihm Buzz Aldrin.

Knapp 600 Millionen Fernsehzuschauer jubelten den beiden zu.

Doch was machte der Dritte im Bunde? Er blieb alleine in der Umlaufbahn zurück. Michael Collins drehte in der Kommandokapsel Warteschleifen, während seine Kollegen unseren kosmischen Nachbarn erkundeten. Als Armstrong den legendären Satz „Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit“ sprach, schwirrte der Pilot im Funkloch auf der Rückseite des Mondes herum. Sogar der damalige US-Präsident Richard Nixon erwähnte ihn bei seiner Live-Schalte vom Weißen Haus ins All nicht. Und so ging Collins als vergessener Astronaut der Apollo-11-Mission in die Geschichte ein.

Hoffentlich hat Matthias Maurer mehr Glück. Der 49-Jährige trainiert zurzeit für seinen ersten Flug in den Weltraum – und rechnet sich Chancen aus, bei der geplanten Mondlandung der Amerikaner dabei zu sein. Damit wäre er zwar nicht der erste Mensch auf dem Mond, aber immerhin der erste Europäer. Der erste Deutsche. Der erste Saarländer. Und vor allem der erste Groniger.

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