1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Oberthal

Imweilerbach beschäftigt Räte und Experten

Imweilerbach beschäftigt Räte und Experten

Oberthal. Mit dem Projekt "Sinnes - und Wassergarten Imweiler Wies" will die Gemeinde Oberthal zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen soll der notwendige Hochwasserschutz installiert und zum anderen Fördergelder aus dem Programm "KIWI - kreativ, integrativ, wirtschaftlich, innovativ" zur Neugestaltung der Imweilerwiese eingestrichen werden (wir berichteten)

Oberthal. Mit dem Projekt "Sinnes - und Wassergarten Imweiler Wies" will die Gemeinde Oberthal zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen soll der notwendige Hochwasserschutz installiert und zum anderen Fördergelder aus dem Programm "KIWI - kreativ, integrativ, wirtschaftlich, innovativ" zur Neugestaltung der Imweilerwiese eingestrichen werden (wir berichteten). In der jüngsten Gemeinderatsitzung gab es für die Verwaltung erst einmal grünes Licht, um die Pläne "Sinnes - und Wassergarten Imweiler Wies" weiterzuverfolgen. In den kommenden Wochen und Monaten wird viel geredet, geplant und gerechnet werden müssen. Denn die Projekte, die von KIWI gefördert werden, müssen zum einen ein Investitionsvolumen von über einer Million Euro haben und zum anderen bis Ende 2015 verwirklicht sein. Das bedeutet für Oberthal, dass bis Ende des Jahres Gewissheit darüber herrschen muss, ob und wie die Gemeinde den Eigenanteil an dem Projekt stemmen könnte. "Wir haben nach einem Weg gesucht, Hochwasserschutz mit einem anderen sinnvollen Projekt zu verbinden", erklärte Bürgermeister Stephan Rausch (CDU) die Entstehung der Projektidee. "Bei den 50 Prozent Eigenanteil ist Kreativität gefragt." Denn KIWI bezuschusst innovative Stadtentwicklungskonzepte mit 50 Prozent. Im Falle des Sinnesgartens wären das nach ersten Schätzungen 850 000 Euro. Die gleiche Summe müsste dann auch die Gemeinde aufbringen. Gerne würde man die bisher veranschlagte Gesamtsumme von 1,7 Millionen Euro für Hochwasserschutz und Sinnesgarten senken. Doch auch dann würde KIWI nur die Hälfte der Summe beisteuern. Trotzdem: Die Aussicht auf EU-Gelder wurde im Rat positiv aufgenommen. "Wir müssen für den Hochwasserschutz dringend etwas tun. KIWI könnte eine Brücke bauen, um das Gemeindesäckel etwas zu schonen", sagte Herrmann-Josef Scharf (CDU). Auch Uwe Schäfer (SPD) sieht in KIWI eine Chance. "Man muss bedenken, was an Kosten auf uns zukäme, wenn KIWI nicht wäre."Im Rat herrschte Einigkeit darüber, dass dringend etwas in Sachen Hochwasserschutz getan werden muss. Dass Schutz teuer und besserer Schutz noch teurer ist, hatte zuvor Günter Schnur, technischer Leiter bei der WVW (Wasser- und Energieversorgung Kreis St. Wendel) in seiner Präsentation verdeutlicht. Er zeigte auf, wie groß das Problemgebiet rund um den Imweilerbach ist, wo sich das Wasser bei Starkregen staut, und wie es um die Rohre in diesem Bereich bestellt ist. "Die Rohre im Bereich des Anwesens Dewes bis zur Poststraße sind in einem baulich schlechten Zustand und haben eine geringe Abflusskapazität", erklärte Schnur. Probleme bereitet auch der Unterlauf des Imweilerbachs. Dieser ist stark eingeengt worden und auch hier kann nur eine bestimmte Menge an Wasser abfließen.

Für den Hochwasserschutz in Oberthal wurden von Experten verschiedene Varianten untersucht. Zunächst könnten mit wenig Kostenaufwand Renaturierungsarbeiten durchgeführt und ein kleines Rückhaltebecken im Oberlauf gebaut werden. Doch der Erfolg dieser Variante wäre zu gering. Laut Statistik müsste alle sieben bis acht Jahre mit einem kritischen Wasserstand gerechnet werden. Die zweite mögliche Variante setzt bei einem Knotenpunkt in der Verrohrung an. Im Bereich Imweilerwiese und Poststraße laufen die Rohre ähnlich eines Flaschenhalses zusammen. Diese Verengung ließe sich durch eine größere Verrohrung beseitigen. Dadurch könnte das Wasser besser abfließen als bisher. Variante drei sieht ein großes Rückhaltebecken mit einer Kapazität von 24 000 Kubikmeter vor, dazu die Neuverlegung einer kleinen Verrohrung. Als die "technisch beste aber auch teuerste Lösung" bezeichnete Schnur Variante Nummer vier. Hier werden die große Rohre mit einem großen Rückhaltebecken kombiniert. Beim Imweilerbach fließen in der Regel zehn Liter pro Sekunde ab. "Bei einem Jahrhundert-Hochwasser wäre es die 1000-fache Wassermenge", sagte Schnur gegenüber der SZ.