Hecker-Nachbarschaft in Oberthal richtet Weihnachtsmarkt aus

Weihnachtsmarkt in Oberthal : Noch ehe die erste Kerze brennt

Da wird in Oberthal schon einer der ersten Weihnachtsmärkte in der Region gefeiert. Die Hecker-Nachbarschaft lädt zum achten Mal in die Hauptstraße 27.

Im vergangenen Jahr um diese Zeit ruhte plötzlich der Ofen, mussten keine Bestellungen aufgegeben und mit den Nachbarn die  neuesten Planungen besprochen werden. Jetzt ist quasi wieder alles im Normalmodus. Blech um Blech hat Beate Caspary süße Leckereien aus dem Herd gezogen. Sie stellt eine Schale mit Spritzgebäck und Nussmakronen auf den Tisch. Ein Vorgeschmack auf Samstag. Der Großteil des Gebäcks ist schon in Tütchen verpackt. Der achte Hecker Weihnachtsmarkt kann kommen. Zum Glück. Denn im vergangenen Jahr musste die Veranstaltung ausfallen – erstmals, seitdem die Nachbarschaft in der Oberthaler Hauptstraße, an der Gemarkung Hecker – daher der Name der Veranstaltung – 2011 den Markt ins Leben gerufen hatte. Krankheitsbedingt war das aus etwa 15 bis 20 Helfern bestehende Hecker-Team so geschrumpft, dass die Vorbereitungen nicht zu schaffen gewesen wären. Daher die Pause. „Da hat schon was gefehlt“, gesteht Caspary.

Umso froher ist sie, dass zur achten Auflage am kommenden Samstag, 23. November, wieder alle an Bord sind. Beate Caspary stellt eine etwa 200 Quadratmeter große Wiese neben ihrem Haus als Eventfläche für den Markt zur Verfügung. Daher ist sie vom Hecker-Team spontan als dessen Sprecherin auserkoren worden. So manche Regieanweisung wird an diesem Freitag von ihr gefragt sein, wenn der Aufbau startet. Ein größeres Kaffeezelt mit Holzfußboden wird aufgebaut. Dazu der ein oder andere Pavillon, an dem Kreatives angeboten wird. Auch Heizpilze finden auf dem Areal ihren Platz. „Unheimlich heimelig“ soll es werden.

„Früher hatten wir auch einen Tannenbaum“, erinnert sich Caspary. Zwischen sechs und acht Meter sei der in der Regel hoch und das Schmücken mit Hilfe von Leitern eher abenteuerlich gewesen. „Aus Angst davor, dass er bei starkem Wind auf die Straße stürzen könnte, verzichten wir inzwischen darauf.“ Mit Wetterkapriolen hat das Hecker-Team über die Jahre nämlich bereits die ein oder andere Erfahrung gemacht. In einem Jahr flogen zwei Zelte davon und mussten ersetzt werden, ein anderes Mal hatte Regen die Wiese dermaßen aufgeweicht, dass am Tag der Veranstaltung Sand auf der Fläche verteilt werden musste. „Das glich dann eher einer Mallorca-Strandparty statt einem Weihnachtsmarkt“, sagt Caspary lachend. Eine Firma habe damals spontan mit dem Sand geholfen, überhaupt erfahre der privat organisierte Markt Unterstützung von Vereinen, Verwaltung oder eben Firmen.

„Es geht uns bei dem Markt um die Geselligkeit. Dass Jung und Alt zusammenkommen“, sagt Caspary. Außerdem war den Machern von Anfang an wichtig, dass der Erlös der Veranstaltung helfen soll. Und zwar jenen Menschen aus der Gemeinde und dem direkten Umfeld, denen es nicht so gut geht. So ging beispielsweise einmal Geld an eine Frau, deren Kind schwer erkrankt war. Sie konnte damit das kaputte Auto reparieren lassen, auf das sie angewiesen war, um Arzttermine wahrnehmen zu können. Über die Jahre sind 3000 bis 3500 Euro zusammengekommen, mit denen die Hecker geholfen haben. Kulinarisches wie eine Wurst samt Hecker-Feuersoße oder eine Tasse mit Plätzchen werden auch dieses Mal für den guten Zweck verkauft.

Es ist eine Ausstellung mit Kettensäge-Arbeiten geplant. Außerdem wird Kreatives wie Seifen oder Adventskränze zum Verkauf angeboten. Die Gestecke sind übrigens auch der Grund, warum der Hecker Weihnachtsmarkt noch vor dem ersten Advent terminiert ist. „Und wir kommen anderen Vereinen so nicht mit ihren Veranstaltungen in die Quere“, sagt Caspary. In Oberthal selbst gebe es seit etwa zehn Jahren keinen von Vereinen bespielten Weihnachtsmarkt in der Ortsmitte mehr. Stattdessen die Ledschd Schicht nach den Feiertagen. Die Hecker Nachbarschaft ist quasi eingesprungen, um die vorweihnachtliche Fest-Lücke zu schließen. Aus einer Kaffeelaune heraus, wie Caspary es schmunzelnd beschreibt, sei die Idee zu dem kleinen Markt entstanden. Eventerprobt waren die Nachbarn in der Hauptstraße bereits von Flohmärkten oder Straßenfesten her. Warum also nicht auch einen Weihnachtsmarkt organisieren?

Kaum war der Gedanke da,  hätten sie sich auch schon in die neue Aufgabe wie der berühmte „Hennes in die Niss“ gestürzt. Am Anfang habe es weder Zelt noch Heizpilze gegeben. Die wurden erst peu à peu angeschafft. Als Startkapital für den Premieren-Markt legten die Nachbarn zusammen. „Inzwischen sind wir routiniert“, sagt Caspary. Obwohl sie nach wie vor fasziniert davon ist, wieviel Aufwand hinter diesem eintägigen Markt stecke.

Lohn für alle Mühen sei dann die gemütliche Atmosphäre am Tag selbst und die schöne Stimmung im Team. Etwa 200 bis 300 Besucher kämen über den Tag verteilt in der Hauptstraße 27 vorbei. „Unser Weihnachtsmarkt gilt als Kult“, weiß die Organisatorin. So legten dann auch mal junge Leute auf dem Weg zur nächsten Haltestelle, um in die Disco nach St. Wendel zu fahren,  einen Stopp auf einen Glühwein ein. Laut Genehmigung darf von 14 bis 1 Uhr gefeiert werden.

Trocken und kalt würde sich Beate Caspary das Wetter wünschen. Übrigens auch am heutigen Freitag bei den Aufbauarbeiten. „Dabei hat es bislang immer geregnet“, erinnert sich Caspary und lacht.

Hecker Weihnachtsmarkt am Samstag, 23. November, ab 14 Uhr auf dem seitlichen Gelände der Hauptstraße 27 in Oberthal.