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Gewerkschaft setzt sich für mehr Bürgernähe ein

Gewerkschaft setzt sich für mehr Bürgernähe ein

Die Polizei in St. Wendel weist aktuell einen Personalzuwachs vor, was Gewerkschafter loben. Doch das reicht ihnen nicht aus. Sie wünschen sich noch weitere Verbesserungen der eingeleiteten Polizeireform.

Ehrungen standen bei der Mitgliederversammlung der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Kreisgruppe St.Wendel, auf der Tagesordnung. Für ihre langjährige Gewerkschaftstreue wurden geehrt: Je 50 Jahre sind Werner Wilhelm und Rolf Rieß dabei, je 40 Jahre Hubert Dzierzon und Wolfgang Brachmann, 25 Jahre GdP-Zugehörigkeit können Karl Recktenwald, Sonja Alt, Adelbert Arnold, Ewald Thomas, Guido Gard und Joachim Mittermüller vorweisen.

Der Kreisgruppenvorsitzende Thomas Ehlhardt ging in seiner Rede auf lokale Einsätze ein. In einer Nacht wurde ein Kollege in einer St. Wendeler Diskothek unvermittelt angegriffen und dabei relativ schwer verletzt. Außerdem standen kurze Zeit später zwei Polizisten einer gewaltbereiten Menschenmenge gegenüber. Diese seien beleidigt worden und mussten auf Verstärkung aus Neunkirchen samt Polizeihund warten. Achtung und Respekt vor der Polizei und somit vor unserer Gesellschaft scheinen in bestimmten Bereichen immer mehr an Bedeutung zu verlieren, so Ehlhardt weiter.

In diesem Zusammenhang sei es positiv zu bewerten, dass die Polizei St. Wendel aktuell einen Personalzuwachs zu verzeichnen hat, was aber auch als Folge der häufigen Schließnächte der Polizei-Inspektion in Nohfelden-Türkismühe unabdingbar erscheint. Diesbezüglich wurden die verantwortlichen Dienststellenleiter ausdrücklich für ihr Engagement gelobt. "Die Gewerkschaft wird auch hier weiterhin dafür kämpfen, dass der Eigenschutz der Kollegen zumindest als ein genauso hohes Gut anzusehen ist wie der gesetzliche Auftrag", erklärte der Kreisgruppenchef.

Der Landesvorsitzende der GdP, Ralf Porzel, ging in seiner Rede neben den konstant hohen Mitgliederzahlen hauptsächlich auf noch nicht endende Beihilfeprobleme sowie die aktuelle Mitgliederbefragung der Gewerkschaft ein. Dabei wird nach Meinung der befragten Sicherheitsexperten insbesondere die nicht vorhandene Bürgernähe äußerst negativ bewertet. Aufbauend auf diese ungefilterten Expertenmeinungen wünscht sich die GdP einen entscheidungsfreudigen Klaus Bouillon , um bestimmte Teile der Polizeireform im Sinne der Bürger und Kollegen zu verbessern. Außerdem sollte die Neueinstellungszahl mindestens auf die vor der Reform versprochenen 100 Kollegen angehoben werden, ansonsten würde es zwangsläufig zum "Crash" kommen, den niemand möchte, so Ehlhardt abschließend.