Gesangverein Friede Steinberg-Deckenhardt feiert 100. Geburtstag

Serie: Ein volles Jahrhundert : „Friede“ feiert 100. Geburtstag

Im Dezember 1919 ist der Verein in Steinberg-Deckenhardt gegründet worden. Treue Mitglieder sollen geehrt werden.

 Den Gesangverein Friede Steinberg-Deckenhardt gibt es mittlerweile seit 100 Jahren. Er feiert diesen stolzen Geburtstag unter der Schirmherrschaft des St. Wendeler Landrates Udo Recktenwald (CDU) und befreundeten Chören am Samstag, 17. August, in den Steinberger Stuben. Dabei werden langjährige Sänger vom Kreischorverband geehrt.

Und wie hat alles angefangen? Nach dem Ersten Weltkrieg, genau am 28. Dezember 1919, gründeten sangesbegeisterte Männer des Dorfes im Lokal Peter Schmitt den Verein. Unter den 48 eingetragenen Mitgliedern waren 28 aktive Sänger. Das ist eine beachtliche Zahl, denn das Dorf hatte damals um die 500 Einwohner. Die Chronik berichtet weiter: „Den Grund, damals Friede als Vereinsnahmen zu wählen, wird in der damals wachen Erinnerungen an den noch nicht lange beendeten Ersten Weltkrieg vermutet“. Damit lasse ich auch der Schwan im Vereinswappen erklären. Erster Vereinsvorsitzender war Adolf Gisch und als erster Dirigent wurde Hans Schminke verpflichtet. Innerhalb kurzer Zeit stieg die Zahl der Sänger auf 36 an. Mit seinen gesanglichen Darbietungen innerhalb und außerhalb des Ortes, bei Sängerfesten und den in dieser Zeit noch veranstalteten Wertungssingen fand der Chor stets guten Anklang. Seine volle Blüte in der Anzahl und Leistungsfähigkeit der Sänger, wie auch in der finanziellen Unterstützung seiner Mitbürger, erreichte der Verein in der Zeit seiner damaligen Dirigenten Otto Geiß und Peter Marx. Durch Theaterabende, öffentliche Bälle und auch durch Spenden blieb die Vereinskasse stabil. Trotzdem ist zu lesen, dass Mitglieder für die Ausrichtung solcher Veranstaltungen teilweise bis zu zehn Reichsmark aus der eigenen Tasche gezahlt haben und den Verein in einer sicherlich nicht rosigen Zeit zusätzlich unterstützten.

Zum zehnjährigen Bestehen 1929 wurde die Vereinsfahne eingeweiht. Patenverein war der MGV Nohfelden. Nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges wurde der Gesangverein Friede Steinberg-Deckenhardt unter dem Vorsitzenden Jakob Ludwig Meng am 21. November 1948 erneut ins Leben gerufen. Meng war 30 Jahre im Amt und wurde wegen seiner großen Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Hans Bauer aus Walhausen stand bis 1952 am Dirigentenpult. Sein Nachfolger wurde Hans Holzapfel aus Hoof, der 30 Jahre den Taktstock schwang, ein großes Repertoire an Liedern erarbeitete und wegen seiner Verdienste zum Ehrendirigenten ernannt wurde. Es folgten die Dirigenten Walter Krächan aus Theley und Günther Haßdenteufel aus Güdesweiler.

Unter der anschließenden Leitung von Oskar Gabriel aus Hofeld-Mauschbach reichte das Repertoire von den klassischen Liedern Silchers bis hin zu einzelnen Gospels. Gabriel war selbst langjähriger Sänger unter anderem im Saarknappen-Chor, wie es in der Chronik weiter heißt. Weitere Höhepunkte im Vereinsleben waren unter anderem eigene Sängerfeste, Mehrtagesfahrten und das Maifest, das abwechselnd vom Gesangverein und dem Musikverein ausgerichtet wurde. Weitere Vorsitzende in der langjährigen Geschichte des Gesangvereins Friede waren Ludwig Hornberger, Peter Josef Schmitt, Jakob Ludwig Meng (1925-1934), Willi Herz, Ernst Koch, Otto Tibo, Rupprecht Mohr, Werner Sprunck und Rainer Klee.

Der Gesangverein Friede beim 70. Geburtstag mit dem Dirigenten Oskar Gabriel und zahlreichen Sängern. Foto: Heinz Leyser/Verein. Foto: Heinz Leyser/Verein
Der Gesangverein Friede Steinberg-Deckenhardt beim 40. Geburtstag mit dem Dirigenten Hans Holzapfel. Foto: Heinz Leyser/Verein

„Die demografische Entwicklung hat auch bei uns nicht halt gemacht. Es fehlen wie vielerorts auch bei uns die Sänger und besonders die jungen Sänger. In dieser schwierigen Situation war es eine richtige Entscheidung, eine lose Chorgemeinschaft seit 2008 mit dem Männergesangverein Liederkranz Gonnesweiler einzugehen, die sich auf Anhieb bewährte“, sagt Heinz Leyser, der den Gesangvereins seit 2001 führt. Die Chorgemeinschaft mit derzeit 24 Sängern im Alter von 60 bis 80 Jahren wird von Konrad Ludwig aus Namborn geleitet. „Sie lässt unseren Verein weiter bestehen, und vor allem unsere Sänger weiter singen als ein wertvolles Kulturgut in dem 780-Seelen-Dorf“, fasst Leyser zusammen.

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