Gemeinderat bringt „Wohnbaulandentwicklungsstrategie“ in Oberthal auf den Weg

Für die Zukunft : Oberthal will kleine Baugebiete schaffen

Realisiert werden sollen die Projekte mit Hilfe von Investoren. Als ersten Schritt hat der Gemeinderat den Entwurf der „Wohnbauland- entwicklungsstrategie“ abgesegnet. Dieser listet mögliche Flächen für Baugebiete auf.

Um eine Gemeinde zukunftssicher zu machen, braucht es auch die Menschen, die dort leben. Für Wohnungssuchende ist Oberthal nach Auskunft der Verwaltung interessant. Auch gebe es stetige Anfragen nach Bauplätzen. Doch die kann die Kommune derzeit nicht erfüllen. Das soll sich ändern.

Wie es genau um das Thema Wohnen betellt ist, hat jetzt eine Analyse des Büros Kernplan in Illingen zusammengefasst. Darin findet sich so manch interessante Zahl und Statistik. „Eine Prognose 2011 hat besagt, dass Oberthal jedes Jahr 50 Einwohner verliert“, erinnert sich Bürgermeister Stephan Rausch (CDU) im SZ-Gespräch. Diese habe sich nicht bewahrheitet. Denn vielmehr zeigt die Statistik, dass sich seit diesem Jahr der Bevölkerungsstand zwischen 6000 und 6100 Einwohnern eingependelt hat. Außerdem sind zwischen 2008 und 2016 insgesamt 66 Personen mehr in die Gemeinde gezogen als abgewandert.

„In Oberthal haben wir so gut wie keine Leerstände“, sagt Rausch. „Aber auch keine Baugrundstücke im Besitz der Gemeinde.“ Im Juli 2018 standen nur 20 Wohngebäude leer. Etwa die Hälfte davon ist der Analyse zufolge in abrisswürdigem Zustand. Zu diesem Zeitpunkt wurden auf den Immobilienportalen 19 Häuser zum Verkauf angeboten. Zwischen 2014 und 2018 konnten 144 Wohngebäude veräußert werden.

Und wie ist es um die Baugrundstücke bestellt? Drei wurden im Sommer vergangenen Jahres bei den Suchportalen zum Verkauf gelistet. Was nicht heißt, dass es nicht mehr potenzielle Flächen gibt. Insgesamt 99 Baulücken im Innenbereich finden sich in den vier Ortsteilen der Gemeinde (39 in Oberthal, 27 in Steinberg-Deckenhardt, 18 in Güdesweiler und 15 in Gronig). All diese Grundstücke sind in privatem Besitz, werden teils für den eigenen Nachwuchs aufgehoben. Eine Umfrage der Gemeinde bei den Eigentümern ergab: Weniger als fünf signalisierten Bereitschaft zu verkaufen.

Was also tun? Neue Baugebiete schaffen, lautet eine mögliche Lösung. Wie Rausch erläutert, gibt es für Kommunen den Spielraum, innerörtlich etwas zur Wohnbebauung zu erschließen. Daher sind in der „Wohnbaulandentwicklungsstrategie der Gemeinde Oberthal“ konkrete Flächen erfasst, die sich dafür eignen könnten. „Wir haben alles zusammengetragen“, so Rausch. Am Schluss hätten auch alle Örtsräte Möglichkeiten entdeckt, wo sich Baugebiete in kleinem Maßstab realisieren ließen. Den Strategie-Entwurf haben sowohl die vier Ortsräte als auch der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig abgesegnet.

„Das war der erste Schritt“, sagt der Verwaltungschefs. In einem zweiten gelte es jetzt, genau zu eruieren, wo solche kleinen Baugebiete realisiert werden können. Und vor allem von wem. Hier setzt die Gemeinde auf die Hilfe von Investoren. Ein Beispiel für ein Projekt dieser Art gibt es bereits. Ein Privatmann hat 2013 Flächen zwischen Oberthal und Gronig für Baugrundstücke erschlossen. Diese sind längst alle vergeben.

Rausch sieht genau zwischen diesen beiden Ortsteilen weiteres Potenzial. Ebenso im Bereich zwischen Post- und Schlossstraße. In zwei Bereichen, so verrät er, scheint der mögliche Investor gefunden. So könnten in der Gemeinde Oberthal schon bald wieder Familienhäuser gebaut werden – nicht in Riesen-Wohngebieten, sondern in kleinerem Maßstab.

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