Französische Generalkonsulin besucht den Kindergarten Oberthal

Verheerendes Feuer brachte sie zusammen : Hoher Besuch im Oberthaler Kindergarten

Die französische Generalkonsulin Catherine Robinet informierte sich über das Frankreich-Projekt der Kita.

Die Bilder der brennenden Pariser Kathedrale Notre Dame gingen im April um die Welt. Auch viele Oberthaler Kindergartenkinder haben mit ihren Eltern im Fernsehen den Brand des historischen Bauwerks mitverfolgt. Als das Feuer sich durch den Dachstuhl des Pariser Gotteshauses fraß, waren die Kinder der katholischen Einrichtung St. Stephanus gerade mit einem Frankreich-Projekt beschäftigt. „Die Kinder waren von dem Brand sehr ergriffen“, berichtet Kita-Leiterin Jennifer Marx. Und von dem Bedürfnis, ihre Anteilnahme und die der Kinder dem Konsulat der Republik Frankreich im Saarland schriftlich mitzuteilen. Eine Antwort kam prompt.

„Wir und die Kinder haben uns über die positive Rückmeldung gefreut“, sagt Marx. In einem Telefonat habe sie das Konsulat zudem über das Frankreich-Projekt informiert. Und im Laufe des Gesprächs habe die Generalkonsulin Catherine Robinet dann einen Besuch in der Oberthaler Kita ankündigt.

Kürzlich war es nun so weit. Mit dem Lied „Wir feiern heute ein Fest“ empfingen die Kinder die französische Delegation. Vorneweg die Hamstergruppe, eingekleidet in den Farben der Trikolore. „Ich weiß, es ist sehr heiß, deshalb nur ein Wort: Danke“, bedankte sich Generalkonsulin Robinet den Kindern. Begleitet wurde Robinet von Janine Loock, Präsidentin der Vereinigung französischer Staatsbürger im Saarland.

Gemeinsam mit ihren Erzieherinnen Rita Wagner und Meta Maldener stellten die Kinder dem hohen Besuch das Frankreich-Projekt vor. In einer Szene spielte und sang der Nachwuchs das französische Kinderlied „Frère Jacques“ in französischer, deutscher und englischer Sprache. „Frankreich war nicht irgendein Projekt, es war ein Projekt, das uns allen richtig gefallen hat“, schwärmte Erzieherin Wagner.

Vor einem Jahr beim Sommerfest war die Kita mit dem Thema „Wenn aus Fremden Freunde werden“ gestartet und hatte Kulturen aus anderen Ländern mit in die pädagogische Arbeit einbezogen. In den einzelnen Kindergartengruppen wurde das Thema aufgrund der verschiedenen Interessen unterschiedlich behandelt, erläuterte Wagner. „In der Hamstergruppe haben wir beispielsweise vorgestellt, wie die Kinder in anderen Ländern leben.“ Aber auch die heimische Umgebung sei erkundet worden, beispielsweise um den Kindern den Wald und die Tiere näher zu bringen.

Mit französischen Spezialitäten sei zudem das Erntedankfest in der Einrichtung gefeiert worden. Frankreich-Kenner Richard Lassner vermittelte dem Nachwuchs Eindrücke über das Nachbarland und deren Bevölkerung. „Ich habe dabei immer kleine Sätze in französischer Sprache eingebaut und sie mit den Kindern übersetzt“, berichtete Richard Lassner.

Vor den Oster- und Weihnachtstagen seien die landestypischen Bräuche dargestellt worden. „Die Kinder waren in das Frankreich-Thema so vertieft, dass sie der Brand der Notre Dame eine ganze Woche beschäftigt hat“, blickte Wagner zurück. Generalkonsulin Robinet hatte für die kleinen Franzosen aus Oberthal noch ein paar Geschenke mitgebracht.

Und ehe nun alle in die Sommerferien gehen, wird das Frankreich-Projekt abgeschlossen.

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