Ein Wirbelwind auf der Matte

Es ist ein Dauerbrenner. Seit 40 Jahren richtet der Judoclub Oberthal nun bereits sein Nikolaus-Turnier für Kinder aus. In diesem Jahr gingen aber lediglich 72 junge Judokämpfer auf die Matten.

Der zehnjährige Nils Schäfer vom JC Oberthal verneigt sich brav. Nach gut zwei Minuten hatte er am Sonntag im Finale der Schwergewichtsklasse eine Niederlage gegen die Saarbrückerin Lea Becker einstecken müssen. Doch die Enttäuschung lässt er sich zumindest bei der Verabschiedung auf der Matte nicht anmerken. Und immerhin ist ein zweiter Platz ja auch nicht ohne.

Bei der 40. Auflage des Nikolaus-Turniers des Judoclubs Oberthal (JCO) standen sich dieses Mal 72 Mädchen und Jungen unter zwölf Jahren in acht Gewichtsklassen gegenüber. "Es ist ein Turnier für Einsteiger, maximal bis zum Gelbgurt", erklärte der JCO-Vorsitzende Robert Morsch. Enttäuscht zeigte er sich über die Teilnehmer-Zahl. "72 Kinder waren sehr wenig, etliche saarländische Verein waren überhaupt nicht dabei." Offenbar waren einige Familien mit ihren Kindern lieber auf Weihnachtsmärkten als beim Nikolaus-Turnier.

Gleich mit 23 Lokalmatadoren ging der JCO an die drei Matten. Der jüngste und leichteste Oberthaler Judoka war am Ende in seiner Gewichtsklasse der Größte: Max Oesterwind gewann in der Klasse bis 20 Kilogramm seine drei Wettkämpfe und belegte den ersten Platz.

"Die Kinder lernen im Judo , mit Sieg und Niederlage umzugehen. Es ist eine Sache der Disziplin und der Fairness", meinte Morsch. Der zehnjährige Tim Montnacher haderte nach seinem Mattenduell noch etwas. "Mein Gegner hat mich so geschleudert, da hab' ich das Gleichgewicht verloren", erzählte der Oberthaler. Im Schwergewicht bis 44 Kilogramm wurde er Dritter.

Vereinskamerad Fabian Rausch (8) holte in seiner Klasse Rang zwei. "Ich habe eigentlich gedacht, ich könnte auf den ersten Platz kommen", gab der Schüler nach dem Kampf zu.

"Das A und O ist, die Kinder spielerisch an Judo ranzuführen", sagte Morsch. Vor Jahren habe der Verein deshalb damit begonnen, die Sportart auch in den Schulen vorzustellen und Schnupperkurse anzubieten. "Wir sind dadurch im Nachwuchs recht gut aufgestellt und werden uns auch weiter im Schulsport engagieren." Der zehnjährige Henri Henkes geht schon seit sechs Jahren auf die Matte. "Ich finde an Judo gut, dass es immer einen fairen Kampf gibt", sagte er. Im Pool 4 bis 30 Kilogramm wurde er Dritter. Höhepunkt für alle Kinder waren die Siegerehrungen, als ihnen der Nikolaus die Urkunden überreichte.