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Ein großer Schritt Richtung Titel

Ein großer Schritt Richtung Titel

Dramatik bis zum letzten Wurf. Mit einem hart umkämpften Sieg beim KSC Dilsburg haben die Bundesliga-Keglerinnen der KF Oberthal zum Auftakt der Meisterrunde vielleicht schon den entscheidenden Schritt Richtung Titel gemacht.

Herzschlagfinale, Foto-Finish, Millimeter-Entscheidung. Was sich nach den gängigen Übertreibungen des Sportjargons anhört, passt auf den Start der Endrunde der Sportkeglerinnen um die deutsche Meisterschaft wie die Faust aufs Auge. Mit der Differenz von neun Holz setzten sich am Samstag - am ersten Spieltag der sogenannten Meisterrunde - die KF Oberthal (4860) vor dem gastgebenden KSC Dilsburg (4851) durch. Neun Holz - das ist im Kegelsport nicht mehr als ein Wimpernschlag. Abgeschlagen auf den Rängen drei und vier landeten Preußen Lünen (4663) und der RSV Remscheid (4465).
Ein mitreißendes Duell

"Dass sich Oberthal und Dilsburg auf dem selben Niveau bewegen, habe ich so erwartet. Es war ein enges Spiel, ein Spiel zum Mitfiebern für jeden, der mit Herz und Seele am Kegelsport hängt. Am Ende waren wir einen Tick nervenstärker", meinte KFO-Damensportwart Gerhard Bäumchen.

Dabei hatte auf der Kegelbahn im Gasthaus Landsweiler Hof zunächst vieles auf einen Heimsieg von Dilsburg hingedeutet. KSC-Spielerin Elke Radau-Lambert, die dreifache Goldmedaillen-Gewinnerin der Weltmeisterschaft 2015, legte im ersten Block mit 866 Holz gleich die beste Runde des Tages hin. Ihre Mannschaftskollegin Veronika Ulrich (827) ließ einen weiteren starken Auftritt der Gastgeberinnen folgen. Oberthal wehrte sich nach Kräften, lag aber nach den Durchgängen von Christina Retterath (834) und Katja Ricken (826) mit 33 Holz zurück. Der Mittelblock mit Yvonne Ruch (830) und Svenja Lambert (809) brachte die KFO wieder zurück ins Spiel. Weil auf der Gegenseite Susanne Bäsel nur 799 Holz erzielte und Ausnahmespielerin Elgin Justen (807) für ihre Verhältnisse keinen guten Tag erwischte, stand es nach zwei von drei Blöcken genau Unentschieden (3299:3299).

Im letzten Block legte Dilsburgs Nadine Hamm zunächst 790 Holz vor. Oberthals 16-jährige Nachwuchsspielerin Maren Wirtz konnte da nicht ganz mithalten (760). Vor den letzten beiden Starterinnen lag Dilsburg also wieder mit 30 Holz in Führung. Doch während Oberthals Vera Schwan zum Abschluss eine starke Runde spielte (801), flatterten ausgerechnet bei Dilsburgs routinierter Mannschaftsführerin Birgit Stauner-Bayer auf der Zielgeraden die Nerven (762). "Die Niederlage nehme ich auf meine Kappe. Das Spiel war eigentlich schon vorbei, die letzten zehn Würfe habe ich dann aber komplett versemmelt. Es war für mich katastrophal, eine böse Erfahrung, ein emotionaler Tiefflug. Es tut mir leid für die Mädels", sagte sie.

Nach dem ersten Spieltag der Meisterrunde liegen die KFO nun mit acht Punkten vor Dilsburg (6), Lünen (4) und Remscheid (2). Weil Oberthal am letzten Spieltag (27. Februar) noch zu Hause antritt, halten die KFO nun alle Trümpfe in der Hand. Doch Gerhard Bäumchen schlägt vor dem Doppel-Spieltag am Wochenende in Lünen (Samstag) und Remscheid (Sonntag) warnende Töne an: "Unsere Position hat sich verbessert, aber das war nur der erste Schritt. Zwei Punkte Vorsprung können schnell weg sein. Gerade weil beide Teams auf Augenhöhe spielen."