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Markt: Dekoratives, Nützliches und Verblüffendes

Markt : Dekoratives, Nützliches und Verblüffendes

Gut 10 000 Besucher strömten am Wochenende nach Oberthal. Denn beim Töpfermarkt gab es wieder allerhand Kunst und Kurioses zu sehen.

Bei strahlendem Sonnenschein flanierten am Wochenende tausende Besucher durch Oberthal. Grund dafür war der 17. internationale Töpfermarkt, der mit handgearbeiteten Produkten aus ganz Deutschland lockte. „Ich bin wirklich positiv überrascht“, freute sich deshalb auch Oberthals Bürgermeister Stephan Rausch (CDU) am Sonntag. „Als die Tore des Marktes am Samstagmorgen öffneten, waren schon sehr viele Leute da“, wusste er zu berichten. Rund 10 000 Menschen, so schätzt Rausch, bewunderten und kauften die unterschiedlichen Waren der Kunsthandwerker. Beim Rundgang über den Markt entdeckten sie Vasen, Töpfe, Zierbrunnen, Gebrauchskeramik, Kunstgegenstände und noch einiges mehr. Viele der Aussteller waren nicht zum ersten Mal mit von der Partie. So auch Erika Hömmerich aus Bad Breisig. Die Künstlerin arbeitet mit spanischem Ton und bot am Wochenende unterschiedliche Gartendekorationen, aber auch Vasen und Schalen an. „Vor allem aber haben es mir Gesichter angetan“, erzählt Hömmerich. Und so fand man an ihrem Stand neben dekorativen Futterhäusern und farbenfrohe Gartengefäßen auch kleine Hausgeister, die den Besuchern schon von weitem frech entgegen lachten. Dass Hömmerich nun schon zum fünften Mal ihre Waren in Oberthal zum Verkauf anbot, hänge mit der Qualität des Marktes zusammen. „Er ist immer gut besucht, das Angebot ist sehr vielseitig und bisher hatte ich auch immer sehr viel Glück mit dem Wetter.“

Dem stimmten auch die anderen Aussteller zu. Lediglich der starke Wind machte den Töpfern am Samstag ein wenig zu schaffen, denn er sorgte dafür, dass das ein oder andere Ausstellungsstück zu Bruch ging. Doch die Künstler nahmen es gelassen: „Scherben bringen Glück“. Keine Probleme mit dem Wind hatte Aussteller Marcel Reis aus Bad Kissingen. Für viele seiner Produkte war er sogar dringend notwendig, denn Reis hatte zahlreiche bunte Windspiele mitgebracht, die zur Verschönerung des Gartens gedacht waren. Mit Hilfe von Leichtlaufkugellagern drehten sie sich im Wind und hielten auch starken Brisen stand. Außerdem hatte Reis Geschirr mit unterschiedlichen Motiven im Sortiment. Neben Teller und Tassen mit Pandas, Fröschen und Katzen, die eine Malerin für ihn dekoriert, hatte er auch Becher mit eher ungewöhnlichen Motiven im Angebot. So zierten zum Beispiel Bud Spencer oder auch Klaus Kinski seine Waren. „Die Bilder stelle ich im Umdruckverfahren selbst her“, verriet Reis. Wer den Weg auf einen Becher findet, entscheidet er selbst, lässt sich aber auch gerne von Freunden inspirieren. „Ich hab nämlich gemerkt, dass nicht alles, was ich cool finde, auch bei den Leuten gut ankommt.“

Gut ankommen – das mussten auch die Werke derjenigen, die am

Wettbewerb des Töpfermarktes teilnahmen. Unter dem Motto „Licht und Schatten“ hatten diesmal 17 Künstler Arbeiten eingereicht. Bewertet wurden sie von einer Jury aus Teilnehmern des Wettbewerbs und Mitgliedern des Orgateams von Gemeinde und Handwerker- und

Gewerbeverein. „Und diesmal war die Entscheidung ganz knapp“, verriet Stephan Rausch. Mit 21 Punkten auf dem dritten Platz landete Beate Weiß. Ihr Werk war „ein Diskurs von Daten und Organik“, wie die Künstlerin verriet. Es zeigte einen Adler vor einem Geflecht aus zahlreichen filigranen Strängen, beleuchtet von einem rotem Hintergrund. Zweite mit 27 Punkten wurde Astrid Köhler. Ihr Objekt war eine Scheibe, mit floralen Mustern verziert, die auf zwei Kupferstangen schöne Licht und Schattenspiele auf den Boden zauberte.

Die Preisträger von „Licht und Schatten“: Silke Zöhler (KSK), die Drittplatzierte Beate Weiß, Axel Haab (Handwerkerverein), die Siegerin Ute Andrè Engelhardt, Astrid Köhler (Platz 2) und Bürgermeister Stephan Rausch (von links). Foto: B&K/Bonenberger/

Sieger des Wettbewerbs wurde Ute André-Engelhardt mit 28 Punkten. Und das nicht zum ersten Mal. Schon im vergangenen Jahr konnte sie die Jury mit ihrer Arbeit überzeugen. Damals gewann eine Elefantenfamilie, diesmal war es ein zweiteiliges Objekt, das Ying und Yang darstellen sollte. „Für mich ist es die Licht- und Schattenwelt, die als Ying und Yang das Leben bestimmt“, erklärte André-Engelhardt. Deshalb habe sie sich entschieden aus einer Kugel die beiden Hohlkörper auszuarbeiten und bei dem Wettbewerb zu präsentieren. Mit Erfolg.