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Theater: Zurück in die Stummfilm-Ära

Theater : Zurück in die Stummfilm-Ära

Die Bühne 74 Primstal zeigt „Als der Film nach Mühlfeld kam“. In einer Bearbeitung mit Primstaler Lokalkolorit.

„Wir sind immer heiß auf die Premiere, und je näher wir dem Termin kommen, umso mehr steigt auch die Anspannung“, sagt Wolfgang Hargarter, Vorsitzender und Regisseur beim Theaterverein Bühne 74 Primstal. Das sei aber keine Überraschung für ihn, sondern jedes Jahr die gleiche Prozedur. Die Laienschauspieler führen am kommenden Wochenende ihr neues Theaterstück im Pfarrsaal in Primstal auf.

Und je näher die Aufführungstermine rücken, desto größer ist neben der Anspannung auch die Arbeitsaufwand für die Laiendarsteller. Sie haben sich Anfang des Jahres für das Theaterstück angemeldet. Mussten Zeit für die Proben einplanen. Und zuweilen sei es schon schwierig, alle Mitspieler unter einen Hut zu bringen, zumal einige von Trier oder Saarbrücken wegen Arbeit, Studium und Schule anreisen. Je nach Anzahl der Mitspieler und Zusammensetzung der Gruppe werde ein für sie passendes Stück ausgewählt, erklärt Hargarter.

45 Mitglieder aus drei Generationen zählt der Verein. Nicht alle spielen Theater,  etliche Mitglieder zählen zum Team der Handwerker und Techniker. Aufgeführt werden lustige und auch ernste Stücke. Diesmal ist es eine Komödie, für die die Laiendarsteller seit sechs Monaten etwa 40 Proben hinter sich gebracht haben. Diese fanden nicht auf der Bühne im Pfarrsaal, sondern in einem Nebenraum der Mehrzweckhalle statt, wo die Kulisse für ihr Theaterstück aufgebaut wurde. Nicht unbedingt die besten Voraussetzungen. „Immerhin, die Texte sitzen alle, denn vier Wochen vor der Aufführung darf bei mir kein Mitspieler mehr mit dem Textbuch in der Hand auf der Bühne sein“, nennt der Regisseur seine Vorgaben An Gestik und Mimik kann noch gefeilt werden. Und am vergangenen Wochenende war dann das Team der Techniker und Handwerker gefragt. Drei Tage lang richteten sie die Bühne im Pfarrsaal her. Das Bühnenbild musste gebaut und gemalt sowie die Requisiten herangeschafft werden. Beleuchtungen wurden überprüft, Tonproben vorgenommen — alles soll schließlich wie am Schnürchen klappen. „Das kostete am vergangenen Wochenende schon etliche Stunden an Arbeit“, gibt der Spielleiter bekannt. Aber jetzt ist die gesamte Vorarbeit geschafft, der Vorhang kann sich am Freitag für das Theaterstück „Als der Film nach Mühlfeld kam“, heben. Geschrieben hat es  Andreas Kroll. Aber der Regisseut hat das Stuück umgeschrieben, lokale Begebenheiten und Örtlichkeiten eingefügt und ins Platt übersetzt.

Die Theaterspieler entführen ihr Publikum ins Jahr 1927. Die Ära des Stummfilms neigt sich dem Ende zu. Als ausgerechnet in dem verschlafenen Ort Mühlfeld, so der frühere Name von Primstal, ein Vampir-Tonfilm gedreht werden soll, sieht der Bürgermeister darin die Chance, für seinen Ort Weltruhm zu erlangen. Auch seine Frau, anfangs skeptisch, träumt von einer Filmkarriere. Doch dann werden alle Mühlfeld-Szenen herausgeschnitten. All die viele Arbeit und vielen Opfer waren wohl umsonst? Aber das lassen sich die gar nicht verschlafenen Mühlfelder nicht gefallen, sie schmieden einen Plan, wie sie sich an den hochnäsigen Filmleuten rächen können. „Mehr wird nicht verraten, nur so viel, dass die Besucher voll auf ihre Kosten kommen und sicherlich herzhaft lachen werden“, verspricht Hargarter.

Aufführungen: Freitag und Samstag, 24. und 25. November, jeweils um 20 Uhr; Sonntag, 26. November um 18 Uhr. Eintritt acht Euro; Kartenreservierung: Tel. (0 68 75) 16 62; Abendkasse öffnet 45 Minuten vor Beginn der Vorstellungen.