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Zum 20. Mal gestaltet die IG Nonnweiler Bierfeld riesigen Adventskanz

Advent, Advent : Die Kerze brennt, doch die Party fällt aus

Seit Freitag strahlt der frei hängende Adventskranz auf dem Außengelände der Nonnweiler Parkschenke Simon wieder.

Es ist still in Nonnweiler, kaum Verkehr auf der Straße. Plötzlich leuchtet am Ortsausgang vor den Augen des Autofahrers ein Licht in der Dunkelheit auf. Seit Freitag strahlt der gigantische, frei hängende Adventskranz auf dem Außengelände der Nonnweiler Parkschenke Simon wieder. Und das im 20. Jahr. Aber wegen der Corona-Pandemie hat die ehrenamtlich tätige Interessengemeinschaft (IG) Nonnweiler-Bierfeld auf eine große Benefiz-Party zum runden Geburtstag verzichten müssen.

„Wir haben schon im Mai damit gerechnet, dass in diesem Jahr keine Party stattfinden kann“, erläutert Hans-Georg Huth, Sprecher des Adventskranzteams. Seinerzeit sei schon klar gewesen, dass der mächtige Adventskranz trotzdem aufgebaut werde. Denn auf die besinnlichen Momente beim Anblick der Sehenswürdigkeit soll niemand in der Vorweihnachtszeit verzichten. „In jedem Jahr kommen ja viele Kinder und Familien vorbei und schauen sich den Kranz an“, berichtet Huth.

Stressfrei, weil die Planung und Organisation für das Rahmenprogramm komplett weggefallen sind, haben die Kranzbauer loslegen können. „Die Arbeit macht Spaß, weil wir wissen, dass wir damit anderen Menschen eine Freude bereiten können“, sagt Huth. Der Aufbau des riesigen Stahlgerüsts ist nach zwei Jahrzehnten selbstredend zur Routine geworden.

Ende Oktober war das Team zur Ernte der Fichtenzweige in den Wald gegangen. Ein Kran hat die Konstruktion des Kranzes in eine Höhe von 2,50 Metern gehievt und das eine Tonne schwere Kunstwerk angebracht. „Wir haben dann mit den Fichtenästen rundum einen Kranz gebunden“, so Huth. Das geht nicht von heute auf morgen, denn der Tannenkranz weist einen Durchmesser von 6,20 Metern auf. „Wir waren immer gut in der Zeit und hatten überwiegend schönes Wetter bei der Arbeit“, ergänzt der Sprecher.

Unter dem Kranz sind dann noch der Nikolaus im Schlitten sowie die beiden Rentiere platziert worden. „Den Boden haben wir mit Zweigen einer Edeltanne, die uns ein Bürger zur Verfügung gestellt hat, ausgelegt“, erklärt Huth. Mit der Installation der Lichterkette war die Arbeit am überdimensionalen weihnachtlichen Dekorationsteil getan.

„Immer wieder sind wir gefragt worden, ob wir die Benefiz-Party doch starten werden. Ja, die Nachfrage war schon groß“, blickt Huth zurück. Auch ohne die fehlenden Einnahmen aus der Party hat das Adventskranzteam den guten Zweck in den Mittelpunkt gestellt. 500 Euro spendet die Interessengemeinschaft an Paul Weber.

Der zwölfjährige Junge aus Sitzerath leidet unter einer therapieresistenten Epilepsie und Autismus. Ein Assistenz- und Therapiehund ist zukünftig als treuer Begleiter an Pauls Seite gedacht. Er ist speziell ausgebildet, sodass er Paul im Alltag begleiten könnte. Als Assistenzhund übernimmt er aktiv Aufgaben, um dadurch für mehr Sicherheit bei alltäglichen Lebenssituationen zu sorgen. Die Ausbildung des Assistenzhundes dauert in der Regel bis zu zehn 10 Monaten. Die Kosten dafür bewegen sich zwischen 8000 und 10 000 Euro. „Wir sind froh, dass wir dem Jungen aus unserer Gemeinde helfen können“, stellt Huth fest.

Des Weiteren funkelt und strahlt im zweiten Jahr die Weihnachtsbeleuchtung in der Trierer Straße. Angeschoben worden ist die Idee der Anschaffung aus Reihen des Adventskranzteams. Durch die gesammelten Spenden konnten 15 Weihnachtsmotive an den Straßenlaternen befestigt werden.