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Zufahrt führt mitten durch den Ort

Zufahrt führt mitten durch den Ort

Vier neue Windkraftanlagen sollen zu den bereits bestehenden auf dem Benkelberg bei Sitzerath hinzu kommen. Die Zufahrt soll mitten durch den Ort erfolgen. Das ist umstritten. Bei einer öffentlichen Ortsratssitzung stellte die Baufirma Geres ihre Pläne vor.

Wo werden die Lastwagen durch den Ort rollen? Wie lange werden die Dorfbewohner von den Bauarbeiten beeinträchtigt und wie sieht es mit der Sicherheit aus? Vertreter der Firma Geres Energiesysteme aus Frankfurt am Main versuchten bei einer öffentlichen Ortsratssitzung vor gut 60 Sitzerathern Antworten darauf zu geben und erhitzte Gemüter abzukühlen. Die Baustellenzufahrt war das Thema der Ortsratssitzung am Donnerstagabend.

Geres-Geschäftsführer Norbert Wiemann stellte drei Varianten der Zufahrt auf die Baustelle auf den Benkelberg vor. "Die meisten Lkw werden von der Landstraße 365 über die Prälat-Faber-Straße fahren", sagte Wiemann. Diese Lösung ist unter den Sitzerathern die unbeliebteste, führt sich doch mitten durch den Ort. Die alternative Zuwegung über Feldwege am Dorf vorbei sei auf Grund des Gewässerschutzes nicht möglich, das schließe die Abzweigung über den Feldweg an der Römerstraße ein, die dritte Variante. Wiemann: "Wir können den Weg wegen der Steigung von 15 Prozent nur für die leeren Lkw nutzen, die die Baustelle verlassen."

Auf eine konkrete Schätzung über die Anzahl der Laster wollte er sich nicht einlassen. Klar sei jedoch, dass bis Mai mit einer Bestätigung der benötigten Gutachten durch das Landesamt für Umwelt zu rechnen sei. Die Arbeiten könnten im September beginnen, und falls alles glatt laufe, wären sie in sechs Monaten beendet.

Die Zuwegung durch den Ort ist für viele der Ratsbesucher problematisch. Eine Bushaltestelle muss verlegt werden. Da sorgen sich Eltern um die Sicherheit ihrer Kinder auf dem Schulweg. Die Kanalanlage der Prälat-Faber-Straße ist unterdimensioniert, hat schon öfter Probleme gemacht. Ob die Straße den Belastungen standhält, wird laut Wiemann mit Videotechnik untersucht. Auch vorhandene Schäden an Häuser würden dokumentiert, um Regressansprüche geltend machen zu können. "Wir sind für diese Fälle versichert", sagt er. Das gelte auch für die Lieferung der Windanlagen, die eine Gesamthöhe von 199,5 Metern haben.

Problematisch werde es, wenn die Rotoren (Durchmesser 101 Meter) ankommen und auf den Berg gebracht werden müssen. Diese kritische Phase dauere pro Anlage zwei Tage; die Rotoren werden nachts durch Sitzerath fahren. Die Schwerlaster werden an einigen Häusern eng entlang fahren müssen und könnten einige Vorgärten in Mitleidenschaft ziehen. Erschütterungsmessungen im Vorfeld sind laut Wiemann weit von den gesetzlichen Grenzwerten von bis zu 15 Millimetern pro Sekunde entfernt. Sie hätten bei 0,02 Millimetern gelegen.

Ob die Zufahrt durch den Ort erfolgen darf, das kann der Ortsrat nicht entscheiden. Das bestätigte Ortsvorsteherin Lieselene Scherer auf Nachfrage: "Wir werden gehört, eine Entscheidungsbefugnis hat der Ortsrat nicht." Der Ortsrat werde sich noch einmal mit dem Thema befassen und eine Empfehlung abgeben. Über den Gestattungsvertrag mit der Firma Geres entscheide dann aber letztlich der Bauausschuss des Gemeinderates.