Zehn neue Profi-Babysitter

Nonnweiler. Die 15-jährige Melissa steht konzentriert neben einem Übungstisch. Eine Babypuppe liegt gestützt von einem Buch auf dem Rücken. Mit einer Hand hält Melissa das Köpfchen. Mit zwei Fingern der anderen Hand drückt die Schülerin auf die Puppen-Brust. "Gut, das musst du jetzt 30-mal im Rhythmus machen. Der Punkt dafür liegt zwischen den Brustwarzen

Nonnweiler. Die 15-jährige Melissa steht konzentriert neben einem Übungstisch. Eine Babypuppe liegt gestützt von einem Buch auf dem Rücken. Mit einer Hand hält Melissa das Köpfchen. Mit zwei Fingern der anderen Hand drückt die Schülerin auf die Puppen-Brust. "Gut, das musst du jetzt 30-mal im Rhythmus machen. Der Punkt dafür liegt zwischen den Brustwarzen. Siehst du hier", erklärt Joachim Stein die Herzdruckmassage am Säugling. Er ist Ausbilder für erste Hilfe und erste Hilfe am Kind beim Deutschen Roten Kreuz sowie Sanitätsausbilder.Im Mehrgenerationenhaus Nonnweiler leitet er zum ersten Mal den Kurs für Jugendliche ab 14 Jahren "Fit für's Babysitting - Erste Hilfe am Kind". Diesen veranstaltet das Mehrgenerationenhaus in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz. "Der Kurs gefällt mir sehr gut. Jetzt weiß ich auch, wie ich reagieren muss, wenn mal etwas passiert", lobt die 16-jährige Teilnehmerin Johanna. Die neun weiteren Kurs-Schülerinnen nicken. Viele davon haben bereits Erfahrung mit Babysitten. Nun erhalten sie in zwölf Unterrichtsstunden Informationen, wie sie sich in einem Notfall verhalten müssen. Was tun, wenn beispielsweise ein Kind Holzperlen oder Murmeln verschluckt? "Dann muss man es an den Füßen nehmen, schütteln und zwischen die Schulterblätter klopfen", berichtet die 17-jährige Stephanie. Mit den Händen deutet sie das Schlagen an. Kursleiter Joachim Stein belegt solche Fälle immer mit Erzählungen aus dem richtigen Leben. "Ich bespreche die Situationen immer anschaulich. Meine Enkeltochter hat zum Beispiel schon einmal eine Murmel verschluckt", berichtet der Ausbilder. Den Schülern soll innerhalb des Kurses das richtige Verhalten bei Atemnot und Kreislaufproblemen, Atemstörung durch Insektenstich oder mechanische Verlegung oder bei Herz-, Kreislaufstillstand gezeigt werden. "Neben dem Besprechen der Theorie machen wir auch praktische Übungen", erzählt Stein. Dazu zählen unter anderem Atem- und Pulskontrolle oder Herz-Lungen-Wiederbelebung. Den Teilnehmern steht dazu ein sogenanntes Babyphantom sowie ein Juniorphantom zur Verfügung - welches ein Kind im Alter von acht Jahren symbolisiert. "Das Interesse am Kurs ist sehr groß, alle haben immer sehr viel nachgefragt", lobt der Ausbilder. Am Ende des Kurses erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat. Weiterhin haben sie die Möglichkeit, in die Babysitter-Kartei des Mehrgenerationenhauses aufgenommen und vermittelt zu werden. "Das ist wirklich praktisch für meinen Beruf", lobt die 18-jährige Anna Gißler. Sie macht eine Ausbildung zur Erzieherin. Im Kurs könne sie zusätzliche berufliche Erfahrung sammeln. Auch die 18-jährige Alisa Kirch schwärmt vom Unterricht: "Ich finde es sehr interessant, weil man lebenswichtige Dinge lernt. Ich würde es jedem weiterempfehlen." evr

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