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Wo "Titanen" Stein auf Stein schichteten

Wo "Titanen" Stein auf Stein schichteten

Otzenhausen. "Haben das Menschen in grauer Vorzeit alles mal so fein säuberlich aufgeschichtet? Und warum haben sie das gemacht?" Diese Fragen müssen nicht aus Kindesmund kommen, wenn man am keltischen Ringwall im Nonnweiler Ortsteil Otzenhausen steht. Auf Anhieb glauben mag es selbst ein Erwachsener vielleicht nicht, dass unsere Ur-Ur-Ahnen in der Eisenzeit so etwas hin bekamen

Otzenhausen. "Haben das Menschen in grauer Vorzeit alles mal so fein säuberlich aufgeschichtet? Und warum haben sie das gemacht?" Diese Fragen müssen nicht aus Kindesmund kommen, wenn man am keltischen Ringwall im Nonnweiler Ortsteil Otzenhausen steht. Auf Anhieb glauben mag es selbst ein Erwachsener vielleicht nicht, dass unsere Ur-Ur-Ahnen in der Eisenzeit so etwas hin bekamen. Wobei auch schon andere Besucher richtig gestaunt haben - und so ihre Zweifel hatten. Aus dem Jahr 1846 ist die von Baron Emil d'Huart die Aussage überliefert: "Es ist dieser Ring eine so gigantische Anlage, dass man sie eher für ein Werk der Titanen als ein von Menschenhand geschaffenes Werk betrachtet."Aber es hat schon alles seine Richtigkeit. Der am beziehungsweise auf dem Dollberg gelegene "Hunnenring" (wie es im Volksmund nicht ganz korrekt heißt) ist die größte keltische Befestigungsanlage Europas. Er wurde im ersten Jahrhundert vor Christus erbaut. Die Forscher gehen davon aus, dass es sich bei dem Gesamtkomplex um eine geschützte Siedlungsanlage handelte, möglicherweise sogar um den Stammsitz eines Keltenfürsten. 2200 Meter lange Steinwälle aus Trockenmauern umschließen die stolze 20 Hektar große eigentliche Befestigungsanlage. Bei einer Basis von 40 Metern erreicht der Nordwall noch heute eine Höhe von zwölf Metern. Ein Vorwall, der nur zum Teil mit dem Hauptwall zusammenhängt, umzieht etwas tiefer die Bergnase.Die Erbauer des Monuments wussten offensichtlich gut mit den Gegebenheiten der Natur umzugehen und sie für ihre Zwecke zu nutzen. Man muss erst mal ein gutes Stück durch den Wald empor steigen und kraxeln, um den eigentlichen Wall und das Hochplateau zu erreichen. Am Rande des 4,2 Kilometer langen archäologischen Infoweges lässt sich auf Tafeln nachlesen, wie die Kelten in ihrer Befestigungsanlage lebten, wie sie sich vor Feinden schützten, welche Waffen sie benutzten, wie sie sich mit Wasser versorgen und und und . . . Für die Kinder gibt es auf der selben Wegstrecke einen eigenen Erlebnispfad, der beispielsweise dazu einlädt, auf einem Kelten-Thron Platz zu nehmen, an einer Klangstation zu lauschen oder eine Drachenschaukel auszuprobieren. Für alle Kunstinteressierten ist schließlich der keltische Skulpturenpfad gedacht. Er ist sechs Kilometer lang und führt an 18 Plastiken vorbei, die Einblicke in die Kultur der Kelten ermöglichen.Der Ausflug zum Dollberg lohnt sich also allemal - und das für Personen jeden Alters. Festes Schuhwerk ist allerdings in jedem Fall zu empfehlen. Nach dem Ausflug in die Vergangenheit bietet sich dann für alle, die das mögen, noch ein Abstecher in eine nahe gelegene Gaststätte an. Neben anderen Lokalen gibt es in Otzenhausen übrigens auch die "Keltenklause" und den "Hunnenkönig".

Auf einen BlickDer keltische Ringwall ist mit dem Pkw über die Autobahnen 1 und 62 (Ausfahrt Otzenhausen) zu erreichen. Im Ortszentrum von Otzenhausen ist dann der weitere Weg zum Parkplatz am Fuße des Dollbergs ausgeschildert. in