Wo bleibt bloß die Verantwortung?

Wo bleibt bloß die Verantwortung?

Eines hatten Neujahrsempfänge in Namborn, Nonnweiler, Freisen und Nohfelden diese Woche gemein: Redner gingen auf die teils dramatische Finanzsituation in den Gemeinden ein. Mahnten vor dem Kollaps. Mit Recht. Denn der bedroht die Arbeitsfähigkeit der Kommunen und somit den bislang gewohnten Lebensrhythmus der dort wohnenden Menschen

Eines hatten Neujahrsempfänge in Namborn, Nonnweiler, Freisen und Nohfelden diese Woche gemein: Redner gingen auf die teils dramatische Finanzsituation in den Gemeinden ein. Mahnten vor dem Kollaps. Mit Recht. Denn der bedroht die Arbeitsfähigkeit der Kommunen und somit den bislang gewohnten Lebensrhythmus der dort wohnenden Menschen. Wenn kein Geld mehr da ist, um Vereine zu unterstützen, kann das deren Existenz bedrohen. Wenn kein Geld mehr da ist, um öffentliche Einrichtungen zu bezahlen, müssen sich Bürger auf Einschnitte gefasst machen. Das rechtfertigt mahnende Worte, denen aber auch konsequenterweise notwendige Spar-Taten folgen müssen. Besonders drastisch stellte Namborns Bürgermeister Theo Staub die Situation dar, sprach von drohender Zahlungsunfähigkeit. Leider verstanden das einige nicht, beklagten, es sei Blödsinn, wenn ein Rathaus-Chef von Gemeinde-Bankrott spricht. Das sei juristisch nicht drin. In der Tat kann per Gesetz eine Gemeinde nicht in Insolvenz gehen. Aber der Vergleich im übertragenen Sinn führt die Notlage treffend vor Augen. Die Reaktion darauf lässt nur einen Schluss zu: Paragrafenreiter handeln lieber nach dem Motto "Weiter so wie bisher", als sich Gedanken zu machen, wie gespart werden kann. Diese Einstellung scheint mit Blick auf kommende Generationen verantwortungslos.

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