„Wir treffen den Geschmack der Zeit“

Rund 300 Millionen Pizzen und Snacks jährlich : „Wir treffen den Geschmack der Zeit“

Der Pizzamarkt wächst. Davon profitiert auch das Unternehmen Nestlé Wagner in Nonnweiler. Das konnte erneut die Produktion steigern und 90 weitere Mitarbeiter einstellen.

"Wir treffen den Geschmack der Zeit", sagt Thomas Göbel, Vorsitzender der Geschäftsführung von Nestlé Wagner in Otzenhausen. "Eine Pizza schmeckt gut, sie ist relativ preisgünstig, einfach, sicher und schnell zuzubereiten", beschreibt er die Vorteile des Produktes, das von Otzenhausen aus über Europa hinaus seine Kunden findet.

Und die Zahl der Käufer wächst weiter. 2015 sei ein extrem gutes Jahr gewesen mit einem hohen einstelligen Wachstum, blickt Göbel zurück. 2016 sei auch gut gewesen mit einem etwas niedrigeren einstelligen Wachstum. Der Umsatz-Marktanteil des Otzenhausener Unternehmens sei stabil bei 30 Prozent bei Pizza und bei mehr als zehn Prozent bei Tiefkühl-Snacks wie das Ofenbrot Rustipani. Rund 300 Millionen Pizzen und Snacks können in Otzenhausen im Jahr hergestellt werden. "Wir sind gut ausgelastet", unterstreicht Göbel. Immer wieder müsse man sogar Zusatzschichten fahren. Etwa 30 Prozent der Pizzen und Snacks werden im Ausland verkauft. Die meisten in Europa. Nestlé-Wagner liefert aber auch nach Russland und Kanada.

Diese positive Entwicklung hat auch Auswirkungen auf die Beschäftigtenzahl. Nestlé-Wagner zählte Ende des vergangenen Jahres 1895 Mitarbeiter. Das sind 90 mehr als zu Jahresbeginn. 40 Azubis lernen bei dem Unternehmen, 21 im gewerblichen und 19 im kaufmännischen Bereich. 2016 seien alle 16 Azubis, die fertig wurden, übernommen worden.

Der Geschäftsführer sieht eine gute Zukunft für die Tiefkühlprodukte des Unternehmens. Ein Grund sei die wachsende Zahl kleiner Haushalte. Laut Statistischem Bundesamt seien heute rund 41 Prozent aller Haushalte Single-Haushalte. Vor 20 Jahre habe dieser Anteil bei lediglich 34 Prozent gelegen. Kombiniert mit gesellschaftlichen Trends, wie weniger Zeit zum Kochen und für gemeinsame Mahlzeiten, bedeute dies, dass schnell verzehrbare Lebensmittel immer beliebter würden. So hätten in zwölf Monaten die Verbraucher im deutschen Lebensmittelhandel für Tiefkühl-Pizzen gut 1,19 Milliarden Euro ausgegeben, ein Plus von 3,4 Prozent. Statistisch gesehen genieße jeder Einwohner zwölf Mal im Jahr eine Tiefkühl-Pizza. Zwar werden dabei fleischlose Varianten stärker nachgefragt. Trotzdem sind in Deutschland Pizzavarianten mit Wurstspezialitäten am beliebtesten.

Nestlé Wagner hat im vergangenen Jahr etwa 20 Millionen Euro investiert. Der größte Teil des Geldes sei zur Leistungsverbessrung in die Erneuerung von Anlagen geflossen. Thomas Göbel nennt Beispiele: optisches Sortiersystem, Verbesserung der Rustipani-Verpackungslinie, neue Tiefkühlaggregate, Erweiterung der Sozial-Einrichtungen, neue Gäranlage und neuer Parkplatz. In diesem Jahr plane man ähnlich hohe Investitionen.

Das Ofenbrot Rustipani, seit Anfang 2015 auf dem Markt, ist für Göbel ein Highlight. Damit habe man mit Erfolg auf eine langfristig wachsende Tendenz zu anspruchsvollem Snacking reagiert. Dafür habe eine Fachzeitschrift für Lebensmittelhandel das Unternehmen mit einem Innovations-Award ausgezeichnet. In diesem Jahr werde man bei der Rustipani die wachsende Nachfrage zu scharfen Produkten aufnehmen.

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Mit Salamischeiben werden diese Pizzen belegt. Foto: Dirk Guldner

Produktentwicklung wird aufgewertet Nestlé stellt an drei Standorten in Europa Pizzen her, neben Nonnweiler gibt es Werke in Italien und Frankreich. Das Werk in Nonnweiler wird mittel- und langfristig zum zentralen europäischen Standort für Produktentwicklung im Tiefkühlpizza- und Tiefkühlsnack-Bereich ausgebaut. Die Planungsarbeiten haben im November begonnen. Der Vorsitzende der Geschäftsführung von Nestlé Wagner, Thomas Göbel, unterstreicht: "Der Standort Nonnweiler wird damit weiter aufgewertet und gestärkt."

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