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Peterberg: Von der Kultkneipe zum Geisterhaus

Peterberg : Von der Kultkneipe zum Geisterhaus

Gebaut im Jahr 1974 entwickelte sich die Alm schnell zu einem beliebten Treffpunkt. Vor allem im Winter. Wenn Schnee den Hang bedeckte, zog es Skifahrer aus dem ganzen Saarland an den Peterberg. Ein Sessellift beförderte die Sportler von der Talstation hinauf auf den Gipfel. „Als die Verantwortlichen merkten, dass sich das Geschäft mit dem Wintersport allein nicht lohnte, installierten sie 1980 eine Sommerrodelbahn“, erinnert sich Jörg Feis, Werkleiter der Gemeinde Nonnweiler. Nur ein Jahr später eröffnete der Schlepplift.

So konnten auch Beginner, die sich nicht auf das steile Anfangsstück trauten, die Piste benutzen. In der Alm, die zunächst als Schutzhütte geplant war, fanden am Ende eines anstrengenden Tages alle zusammen. Auch als die Gemeinde im Jahr 2002 den Sessellift aus Kostengründen stilllegen musste, strömten die Menschen weiterhin auf die Spitze des Peterbergs. 2003 erreichte das Freizeitzentrum Braunshausen mit 164 675 Personen gar einen Besucherrekord. Den führt Feis zum einen auf den Jahrhundertsommer zurück. Zum anderen auf das neue Beförderungssystem, das die Gemeinde in diesem Jahr eröffnete. Statt des Lifts zogen nun Bobs die Besucher den Berg hinauf.

Diesen günstigen Zeitpunkt nutzten Günter Birtel und seine Ehefrau Christine. Im Dezember 2004 übernahmen sie die Alm und gaben ihr den Namen „Almkönig“. In all den Jahren hätten die Pächter öfter mal gewechselt, erzählt Feis: „Einmal hat eine Familie versucht, ein griechisches Restaurant zu etablieren. Das ging ganz gewaltig in die Hose.“ Birtel hat solche Experimente nicht gewagt. Er führte die Alm als Ausflugslokal, versorgte seine Gäste mit Getränken, bot nur Kleinigkeiten zum Essen an. Wenn die Saison vorbei war, trafen sich vor allem Stammkunden in der Hütte. Doch die Glanzzeiten hielten nicht lange an. Das marode Gebäude bereitete immer wieder Probleme. Im Winter musste Birtel das Lokal oft wochenlang wegen Schneeverwehungen schließen. 2008 ein weiterer Rückschlag: Ab sofort war es verboten, oben aus den Bobs auszusteigen. In einem Interview mit der SZ sagte Birtel mal, das habe für rückläufige Besucherzahlen und weniger Umsatz gesorgt. Fünf Jahre später, 2013, schloss schließlich auch der Schlepplift. Die Wintersportära am Peterberg war damit endgültig beendet. Birtel und seine Frau kapitulierten im September 2015. Seitdem steht die Alm leer.