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Viel Geld für viele freiwilligen Leistungen

Viel Geld für viele freiwilligen Leistungen

Mit mehr als 110 000 Euro unterstützt die Gemeinde-Stiftung Wagner-Tiefkühlprojekte Vereine und gemeinnützige Projekte in der Hochwaldgemeinde. Unter anderem freuen sich die Helfer des Mehrgenerationenhauses über einen Neun-Sitzer-Bus. Ein weiterer geht an die Feuerwehr.

Sie ist einmalig, zumindest im Saarland, die Gemeinde-Stiftung Wagner-Tiefkühlprodukte. Gegründet wurde sie 2013, um einen Ausgleich dafür zu schaffen, dass mit dem Übergang des Unternehmens Wagner in den Nestlé-Konzern weniger Gewerbesteueraufkommen in der Gemeinde Nonnweiler bleibt. Mit rund 50 000 Euro unterstützt die Stiftung in jedem Jahr die Kinder-, Jugend- und Altenhilfe, den Denkmalschutz sowie Bildungs- und Sporteinrichtungen in der Gemeinde. In diesem Jahr spendet sie darüber hinaus zwei Fahrzeuge im Wert von mehr als 60 000 Euro .

Bei der Übergabe des ersten Fahrzeuges ans Mehrgenerationenhaus Nonnweiler stellte der Vorstand die Stiftung vor. "Vor der Gründung wurden die Mittel der in Frage kommenden Förderprojekte aus dem Gemeindehaushalt finanziert, was durch den Wegfall der Gewerbesteuereinnahmen kaum mehr möglich gewesen wäre", sagte Kämmerer Günter Rausch, der Geschäftsführer der Stiftung. Aus den Mitteln der Stiftung würden jährlich 40 000 Euro als Grundförderung an gemeinnützige Projekte und noch einmal 10 000 Euro an Einzelvorhaben vergeben. Zudem finanziere man alle zwei Jahre besondere Leuchtturmprojekte. Insgesamt haben laut Rausch im vergangenen Jahr 44 Vereine , soziale Einrichtungen und Hilfsorganisation von der Unterstützung profitiert.

Als Beispiel nannte er die Bezuschussung der Arbeit des freien Jugendhilfeträgers "Idee.on". Der übernimmt die Betreuung der Schulkinder in der freiwilligen Ganztagsschule der Gemeinde.

Zusätzlich hat die Stiftung einen Kleinbus für das Mehrgenerationenhaus Nonnweiler finanziert. Das Mehrgenerationenhaus koordiniert das Netzwerk Integration, in dem sich rund 50 Nonnweiler Bürger ehrenamtlich für Flüchtlinge engagieren. Unter anderem, indem sie Fahrten zum Einkaufen, zum Arzt oder zu Behörden übernehmen. Und das mit ihren Privatautos.

"Jetzt haben die freiwilligen Helfer die Möglichkeit, diese Wege mit dem neuen Bus zu erledigen", sagte Bürgermeister Franz Josef Barth. Dieses Fahrzeug sei eine gute Lösung und eine Wertschätzung für die Arbeit der Ehrenamtlichen. Darüber hinaus werde der Dachstuhl des Mehrgenerationenhauses ausgebaut, um mehr Lagermöglichkeiten für Kleidung und Haushaltsartikel zu schaffen. Zurzeit leben in Nonnweiler 110 Flüchtlinge , sie sind in sieben Ortsteilen untergebracht.

"Die Idee der Stiftung finde ich grandios", sagte Thomas Göbel, Geschäftsführer von Nestlé-Wagner: "Wir zeigen damit die Verbundenheit zu der Gemeinde Nonnweiler ." Die Stiftung sei beispielgebend dafür, wie ein Unternehmensübergang geleistet werden könne.

Dass die Stiftung die freiwilligen Leistungen der Gemeinde übernommen habe, "ist ein Stück weit Verbundenheit zu unserem Wohnort", unterstrich Vorstandsmitglied Gottfried Hares. Durch das Stiftungsmodell seien die Gelder abgesichert auf einen langen Zeitraum.

Bei der Unterstützung der Flüchtlinge leisteten die Ehrenamtlichen eine wichtige Arbeit. Scharf ging Hares mit fremdenfeindlichen Äußerungen ins Gericht. Den Populismus finde er fürchterlich: Er kritisierte, "dass Flüchtlinge für alles verantwortlich gemacht werden, wofür sie nichts können." Falsch hält er auch die Kritik an Europa: "Wir dürfen keine neuen Grenzen aufbauen", betonte Hares: "Wo wären wir denn, ohne die vielen Immigranten der vergangenen Jahrzehnte."

Die Leiterin des Mehrgenerationenhauses, Julia Hornetz, nahm gerne den Schlüssel für das neue Auto entgegen. Freuen kann sich in einigen Tagen auch die Feuerwehr Nonnweiler . Sie bekommt einen weiteren Kleinbus, den die Stiftung finanziert.