Grabungs-Schautafeln: Tafel gewährt tiefe Einblicke in das Leben der Kelten

Grabungs-Schautafeln : Tafel gewährt tiefe Einblicke in das Leben der Kelten

Eine neue Schautafel informiert jetzt über die Ergebnisse und Funde der Kelten-Grabungen in der Hochwaldregion um Sitzerath und Bierfeld.

In den Jahrhunderten vor Christus lebten die Kelten in der Hochwaldregion. Etliche keltische Grabhügel, die auf eine Besiedlung hinweisen, wurden in den vergangenen Jahrzehnten in der Region um Sitzerath und Bierfeld ausfindig gemacht. Unzählige Ausgrabungen haben in diesem Bereich durch die beim Landkreis St. Wendel angesiedelte Terrex gGmbH stattgefunden. Die Ergebnisse und Funde dieser Grabungen wurden auf einer Schautafel festgehalten.

Diese Tafel wurde nunmehr bei der 550-Jahr-Feier des Hochwaldortes durch Thomas Fritsch, Leiter der Forschungsgrabungen Ringwall, im Beisein von Geschäftsführer Christian Kaster der Terrex der Bevölkerung bekannt gemacht. Diese Tafel ist Im Erker unweit hinter dem Sitzerather Sportplatz enthüllt und vorgestellt worden. In unmittelbarer Nähe erhebt sich ein inzwischen von Bäumen freigelegtes Hügelgrab, das allerdings noch nicht ausgegraben wurde. Fritsch referierte über diese Ergebnisse und Funde, wie sie auf der Schautafel dargestellt sind.

In den Jahrhunderten vor Christus lebten die Kelten in der Hochwaldregion. Das bedeutendste Zeugnis dieser Zeit ist der Ringwall von Otzenhausen als regionaler Zentralort für die keltische Besiedlung. Er diente auch als Zufluchtsort, Wirtschaftszentrum und Herrschersitz. Im Umfeld des um 400 vor Christus gegründeten Zentralortes Hunnenring bildeten sich Siedlungskammern heraus. Westlich des Hunnenrings liegt an einer von Wadern über die Strecke Preussenkopf – Rehkopf – Im Erker – Grenderischer Höhe zur Hunsrückhöhenstraße führenden, alten Wegetrasse eine dieser Siedlungskammern. Sie fand ihre Ausbreitung westlich von Bierfeld, etwa vom Löster-Übergang bis zum heutigen Dorf Sitzerath. Die vermutlich agrarisch strukturierten Siedlungsstellen sind nicht bekannt. Doch lassen sich die Gemeinschaften anhand der Grabstätten nachweisen.

Eine Lageskizze auf der Schautafel zeigt die Lage der Grabhügel. Von insgesamt zehn Hügelgräbern waren zwei aus dem 4. Jahrhundert vor Christi Gegenstand archäologischer Forschungsgrabungen. Hügel 1 hatte etwa einen Durchmesser von 14 Metern und eine Höhe von etwa 80 Zentimetern. Darin lag die Körperbestattung eines erwachsenen Mannes. Zwei Lanzen und ein Messer zeichneten ihn als Krieger aus. Zum Gürtelgehänge gehörte der eiserne Koppelring. Hügel 6 hatte einen Durchmesser von 19 Metern und eine Höhe von 1,50 Meter. In seiner Größe und in der hölzernen Grabkammer deutet sich die hohe soziale Stellung des toten Mannes an. Das Grab wurde bereits in der Antike beraubt. Dennoch erhielten sich Teile eines einachsigen Streitwagens und des Pferdegeschirrs, welche die vornehme Stellung des Toten untermauern. Die gefundenen Grabbeilagen können zu den Öffnungszeiten der historischen Nagelschmiede in Augenschein genommen werden.

Bürgermeister Franz Josef Barth fand es eine gute Idee, diese Grabungen und historischen Funde der Bevölkerung anhand dieser Tafel bekannt zu machen und im Sinne eines touristischen Angebotes vermehrt den Fokus vom Hunnenring weg auf kleinere, ebenso wertvolle, historische Fundstellen innerhalb der Gemeinde Nonnweiler zu richten.