Steckt Primstal den Tiefschlag bis morgen weg?

Steckt Primstal den Tiefschlag bis morgen weg?

VfL verliert das direkte Duell um den Saarlandliga-Titel gegen Eppelborn mit 0:2. Am Mittwoch beginnt nun die Aufstiegs-Relegation.

Die Freude bei den Spieler, Trainern und Fans im Primstaler Allerswaldstadion war überschwänglich - aber es war nicht die Heimmannschaft, die jubelte. Am Samstag gegen 19.50 Uhr stand fest: Der FV Eppelborn hat als Saarlandliga-Meister zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den Aufstieg in die Oberliga perfekt gemacht. Andreas Oberhauser schwenkte die Vereinsfahne, Spielführer Sebastian Kleer sprang wie ein Flummi über den Platz. "Oberliga, Oberliga", grölten die Kicker und tanzten als wären sie vor der Bühne eines Punkrock-Konzertes. Mit einem 2:0-Sieg vor 2500 Zuschauern beim bisherigen Tabellenführer VfL Primstal hatte sich der FVE am letzten Spieltag in den siebten Fußballhimmel befördert. "Irgendwie hatten wir es heute verdient. Beide Teams waren zwar gleichwertig, wir hatten aber mehr Stabilität in der Abwehr", jubelte Jan Stutz und nahm einen kräftigen Zug aus der XXL-Bierpulle. Kapitän Kleer, mit 33 Jahren der Oldie im Team, ging völlig steil: "15 Jahre habe ich in der Saarlandliga gespielt. Jetzt der Aufstieg - da erfüllt sich ein Lebenstraum."

100 Meter entfernt von der Eppelborner Meisterparty saß Primstals Trainer Andreas Caryot mutterseelenallein hinter dem Tor. "Die Spieler sind geknickt, ich muss sie wieder aus dem Loch rausholen", grübelte Caryot. Stimmt. Wie vom Blitz getroffen lagen einige seiner Kicker nach dem Schlusspfiff auf dem Kunstrasen. "Wir waren so dicht dran", jammerte Pascal Limke. Verteidiger Timo Ostermann hielt sich mit beiden Händen die Augen zu und brachte vor Enttäuschung keinen Laut über die Lippen. VfL-Kapitän Marc Pesch analysierte treffend: "Wir waren zu ungefährlich, und Eppelborn hat unsere Fehler genutzt." Dann ging er wieder in den Angriffsmodus: "Jetzt werden wir aufstehen und am Mittwoch gegen Idar-Oberstein gewinnen."

Die Relegationsspiele gegen den Südwest-Zweiten SC Idar-Oberstein (Mittwoch, 19 Uhr, Primstal) und beim Rheinlandliga-Vize SF Eisbachtal hätte sich der VfL gerne erspart. "Eppelborn war aber abgzockter. Meine Jungs waren zu unentschlossen und einfach nicht willensstark genug", betrieb Caryot Ursachenforschung. Zwei Einschussmöglichkeiten von Primstals Torjäger Lukas Biehl waren nicht im Kasten gelandet, als Kevin Saks den FVE mit 1:0 in Führung schoss (25.). Nach 75 Minuten bestrafte dann Dominik Strauß mit dem 2:0 einen Schnitzer des VfL und machte Eppelborns Erfolg perfekt. Ob es nächste Saison ein Wiedersehen mit Primstal gibt, muss noch geklärt werden. VfL-Präsidiumssprecher Alwin Arm erwartet morgen für das Aufstiegsspiel wieder eine Top-Kulisse. "Ich gehe von 1000 Besuchern aus."

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