Spontane Jam-Sessions in der Kneipe

Spontane Jam-Sessions in der Kneipe

Jeden ersten Donnerstag im Monat treffen sich Jazzmusiker aus der Region in Primstal. Im Gasthaus Zeggels packen sie seit fast drei Jahren ihre Instrumente zur Jam-Session aus. Eine Interessengruppe ist dabei auf den Geschmack gekommen und will das kulturelle Leben im Dorf in den Sparten Musik, bildende Kunst und Literatur fördern.

Geeignete Räumlichkeiten für eine regelmäßige Jam-Session in Wohnortnähe sind von Jazz-Musikern gesuchte Objekte. Michael Weiland aus Primstal , bestens in der Saarbrücker Jazz-Szene bekannt, kann ein Lied davon singen. "Ich wollte nicht immer zu einer Session fahren", sagt Weiland. Beim Primstaler Waldfest hat er sich mit ein paar befreundeten Musikern vor drei Jahren zu einer lockeren Jam-Session getroffen. "Bei den Leuten kam das gut an", blickt er zurück.

Von dem Eindruck motiviert fasst Weiland den Entschluss, für Jazz-Interessierte etwas in Primstal aufzuziehen. Der Saal des Gasthauses Zeggels schwebt ihm als Jam-Ort vor. Ein Gespräch mit Wirtin Rosemarie Thurnes und die erste Session geht mit 25 Musikern und Gästen über die Bühne. "Für den Anfang war das klasse", meint Weiland.

Vor geraumer Zeit sind die Jazzmusiker aus dem Saal eine Etage tiefer in die Kneipe umgezogen. Weiland sorgt bei den Donnerstags-Jams dafür, dass die Rhythmusgruppe steht. Die aus der gesamten Region eintreffenden Musiker bringen ihre Instrumente mit und los geht's. Jazz-Standardwerke wie "Autumn Leaves" oder "They will never be another you" werden interpretiert. "Es kommt immer darauf an, wer an dem Abend da ist. Mindestens 15 Musiker sind immer dabei", sagt Weiland. Egal ob Profi oder Anfänger, jeder Musiker ist willkommen. So wie die Jazzer während des Freistil-Konzertes ein- und aussteigen, schauen die Kneipengänger in die Gaststube rein.

"Das ist doch das Schöne und Wichtige an der ganzen Sache. Desto mehr Leute kommen, desto besser. Der normale Betrieb in der Kneipe soll doch weiterlaufen", betont Thomas Schmidt. Der Primstaler gehört zu einer losen Interessengruppe, die sich Gedanken macht, um über den Jazztermin hinaus ein zusätzliches Kulturprogramm zu schaffen. "Dabei soll natürlich auch die urige Kneipenkultur aktiviert werden", erläutert Schmidt seine Zielsetzung.

So beabsichtigt die Interessengemeinschaft im Dorf kulturelle Projekte in den Bereichen Musik , bildende Kunst und Literatur anzustoßen und zu fördern, sozusagen den Kulturtreibenden eine Plattform zu bieten. Inspiriert durch die Jam-Session sind im Gasthaus Zeggels bereits erste Konzerte veranstaltet worden, jeden letzten Freitag im Monat tritt das Primstaler Anton Rock Projekt auf. Selbstredend mischt Weiland ebenfalls in der neu geschaffenen Kulturbewegung mit.

"Es wäre toll, wenn mal ein Comedian bei der Jam-Session auftreten könnte", bringt er als spontane Idee ins Spiel. Denn das Besondere an Jam-Sessions sei die Spontanität. "Du weißt nie, was passiert. Es treffen sich verschiedene Leute, von den jeder einen anderen Musikgeschmack hat", weiß Weiland.

Lediglich durch Mund-zu-Mund-Propaganda hat sich, wie Schmidt feststellt, ein kleines Musik-Kulturzentrum zum Selbstläufer entwickelt. "Das ist eine gute Basis, um weitere Projekte anzuschließen", ist er fest überzeugt. Die nächste Jazz-Jam-Session im Gasthaus Zeggels steigt am morgigen Donnerstag, 2. Oktober. Los geht es um 20 Uhr.

Kontakt für Musiker , die mitmachen möchten: Tom Scharf, Tel. (0 68 75) 5 00; Michael Weiland, Tel. (0 68 75) 9 33 03.

Mehr von Saarbrücker Zeitung